Audi e-tron 55 quattro Fahrbericht: Was steckt im Audi-Stromer?

Fast das ganze Jahr über hat Audi immer mal wieder den Prototypen des Audi e-tron über den Bildschirm fliegen lassen. Nun zum Ende des Jahres war es endlich soweit. Audi’s Antwort auf Tesla und Co. stand zur ersten Testfahrt bereit. Und da stellt sich vor allem die Frage, kann er nur mithalten oder kann auch irgendetwas besser als die anderen? Fahrbericht des neuen Audi e-tron 55 quattro.

Audi e-tron Catalunyarot

Was bedeutet die „55“ auf dem Heck?

Um direkt zu Beginn etwas Klarheit zu schaffen. Auf genau das hat Audi mit der neuen Nomenklatur und dem Wegfall der Endrohre hingearbeitet. Die E-Autos, weil man hier ohnehin nicht mehr anhand des Hubraums oder ähnliches messen würde. Audi gibt für den e-tron 55 quattro allerdings auch nicht ganz den korrekten Wert an. Die 55 steht für das Leistungsspektrum von 245 bis 275 kW. Da steckt der Audi e-tron 55 quattro auch drin, allerdings nur für 60 Sekunden. Seine Peak-Leistung beträgt 265 kW (561 Nm), die Dauerleistung und somit auch einzig dauerhaft abrufbare Leistung beträgt 100 kW. Und nur für acht Sekunden wird die oft beworbene Boost-Leistung von 300 kW (664 Nm) erreicht. Das ist nichts neues beim Thema E-Auto, doch etwas völlig neues für Audi-Kunden.

Audi e-tron Antiguablau

Die Batterie im Unterboden des Audi e-tron 55 quattro

Nicht weiter schlimm, denn ohnehin fährt man nicht dauerhaft mit dem Fuß voll auf dem Strompedal. Andernfalls würde die 95 kWh Batterie auch niemals die laut WLTP-Rechnung 417 Kilometer Reichweite erreichen. Auf der ersten Testfahrt, welche durchaus nah an sommerlichen deutschen Bedingungen war, mit Autobahn-Passagen von bis zu 140 km/h, lag die Reichweite allerdings nur bei 320 bis 330 Kilometer. Oder zum selber nachrechnen, lag der Verbrauch bei 28 bis 32 kWh/100km. Das Aufladen gelingt dabei durch die Möglichkeit mit 150 kW DC Gleichstrom zu laden, relativ schnell. Bis knapp 80% pumpt der e-tron mit 150 kW Strom in die 36 Zellmodule mit je 12 Pouch-Zellen, erst danach fällt die Ladeleistung auf rund 100 kW ab.

Audi e-tron 55 quattro Siambeige

Und wie fährt sich nun Audi’s Elektro-SUV?

Wie er sich fährt und welche Design-Besonderheiten es am neuen Audi e-tron gibt, wird auch in unserem Video-Fahrbericht ausführlich dargestellt. In Kurzform hat Audi viel Wert darauf gelegt die Kabine extrem leise und frei von Störgeräuschen zu gestalten. Das wiederum ist den Ingenieuren durchaus gelungen, was bei einem ohnehin schon leisen E-Fahrzeug nicht einfach ist. Davon abgesehen fährt sich der e-tron komfortabel, unangestrengt, entspannt, ruhig aber keinesfalls dynamisch. Das Leergewicht des Strom-SUVs beträgt über 2,5 Tonnen, somit hat er zwar eine erstaunliche Längsdynamik, doch sobald Kurven folgen, trifft das Gewicht auf die Physik. Untersteuern und quietschende Reifen sind die Folge. Er ist mehr für die Stadt, lange Reisen und komfortables Dahingleiten gebaut.

Audi e-tron Interieur

Video-Fahrbericht Audi e-tron 55 quattro


Audi e-tron Siambeige

Audi e-tron vs Tesla und Co.?

Insgesamt kann der neue Audi e-tron im Segment der Schwergewicht Elektroautos mit den Konkurrenten mithalten. Er hat mehr als ausreichend Power, er hat die in Realität zum Gewicht gesehen hohe Reichweite, aber ihm fehlt auch etwas zum klaren Sieg über bisherige Konzepte. Er schwimmt mit, aber außer der Fähigkeit mit 150 kW DC Gleichstrom zu laden, hebt ihn derzeit nichts über andere Elektroautos der 2,5 Tonnen Schwergewichtsklasse.

Audi e-tron 55 quattro Antiguablau Audi e-tron 55 quattro Catalunyarot Draufsicht Audi e-tron 55 quattro Catalunyarot

Text: Fabian Meßner
Fotos: Audi (Titelbild: Fabian Meßner)

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