Wie CUPRA und Ducati ihre Rennen digital gewinnen

Eigentlich möchte man sagen, dass gerade Rennen im Motorsport auf der Strecke entschieden werden. Doch diese Zeiten sind vorbei. Auch in der Boxengasse per se werden die Rennen nicht mehr entschieden, sondern in den Rechenzentren dahinter. Die digitale Aufbereitung der erfassten Telemetrie-Daten nimmt einen immer höheren Stellenwert im Motorsport ein.

Der digitale Renn-Ingenieur von heute

Ein heutiger Ingenieur muss nicht einfach nur wissen, wie der Wagen sich durch andere Reifendrücke schneller auf der Strecke bewegen lassen lässt. Sondern auch die dazugehörige Telemetrie ist ein enorm wichtiger Faktor. CUPRA, die Sportmarke von Seat, lässt dabei im spanischen Martorell ein paar Blicke in die heiligen Hallen, als auch Ducati im italienischen Bologna.

55 Sensoren im CUPRA TCR

Wie wichtig die Telemetrie geworden ist zeigt auch ein bloßer Blick auf die Zahlen. In einem CUPRA TCR kommen 55 Sensoren zum Einsatz, die Informationen über verschiedenste Arten von Parametern liefern. Für uns sind dabei etwa Daten zu Geschwindigkeit, Reifentemperatur und Motorbetrieb greifbar, doch die Daten gehen noch weitaus tiefer. Rechnerisch müsste auf der Ducati Desmosedici GP mit ihren zwei Rädern weniger passeieren, dennoch setzt das GP-Bike auf bis zu 80 Sensoren.

Punktgenaue Leistungsentfaltung

Im Fall des CUPRA TCR werden die Daten in vier Steuermodule zusammengefasst. Zwei davon sitzen im Motor, zwei weitere im Cockpit. Alle vier laufen gleichzeitig, arbeiten zusammen, um Motor, Elektrik, Bordcomputer und Getriebe in Einklang zu bringen. Dabei verfügt jedes einzelne Modul über eine Kapazität von 16 Millionen Steuerbefehlen pro Sekunde. Im Fall des Motorrads können bis zu 10.000 Parameter unabhängig voneinander eingestellt werden. Etwa wie das Hinterrad mit dem jeweiligen Streckenasphalt, bei welcher äußeren Bedingung reagieren soll.

Limiter im CUPRA TCR entstammt der Serienfertigung

Die Vermischung zur Serie wird im Fall des CUPRA TCR deutlich. Hier kommt (auch) ein modifiziertes Steuermodul aus dem CUPRA-Serienmodell zum Einsatz. Leicht zu erkennen an der Übernahme des Limiter / der Geschwindigkeitsbegrenzung. Jene wird im Rennbetrieb etwa bei der gelben Flagge eingesetzt. Das Motorrad wird mit einem Steuermodul etwa so konfiguriert, dass auf der Geraden die volle Leistung zur Verfügung steht und jene in den Kurven nur gedrosselt abrufbar ist.

Dabei ist, wie so oft, nach dem Rennen vor dem Rennen. Denn die 25 Gigabyte an Daten, welche während eines Rennwochenende entstehen, wollen gesichtet werden. Dabei müssen die Ingenieure auf das Ende des Rennwochenende warten, bevor sie die Daten aus dem Fahrzeug herunterladen können. Dann geht es an die Optimierung für das nächste Rennwochenende.

Fotos: Seat

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