Toyota Camry Hybrid Test: preislich attraktive Alternative

Toyota Camry Hybrid

Er war lange weg und nun ist er wieder da: der Toyota Camry. Dabei hat sich die Limousine generell gesehen einfach nur weiterentwickelt. Alles ist wie immer, nur für uns Europäer ist die Hybrid-Limousine neu. Und vielleicht kommt der Camry Hybrid jetzt genau richtig, im Zeitalter des Umschwungs, denn sein Hybrid-Antrieb basiert auf jahrelanger Erfahrung und ist keine über das Knie gebrochene Alternative.

Erfahrung macht die Alternative aus

Inzwischen versucht sich so gut wie jeder Automobil-Hersteller am Umschwung. An der Neu-Erfindung von sich selbst. Eines muss man Toyota dabei lassen, die Japaner lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. Es gibt zwar Pläne für rein elektrische Fahrzeuge, aber hetzen lassen will man sich nicht. Warum auch, hat man das größte Hybrid-Portfolio überhaupt im Angebot. Einer der neuesten davon ist der Toyota Camry Hybrid. Der teilt sich mit dem Lexus ES 300h, neben dem Antrieb auch die Plattform GA-K. Aber im Detail sind die beiden Modelle doch etwas differenziert.

Toyota Camry Hybrid 2019 Modelljahr

Toyota Camry preislich viel attraktiver als baugleicher Lexus ES

Im Baukasten-Wahn, wo aus einem Auto heutzutage gerne mal drei oder mehr geschnitzt werden und sich keines vom anderen wirklich unterscheidet, liegen dafür Welten zwischen Camry und ES. Der Camry ist deutlich kürzer, ein wenig schmaler und auch leichter als der Lexus ES. Nicht zuletzt bietet er innen als auch im Kofferraum mehr Platz. Für gewöhnlich obliegt dem Lexus die bessere Qualität, die neuere Technik oder auch der Komfort. Bei Qualität und Komfort ist der Unterschied kaum spürbar, vor allem nicht im Maße des Preisunterschiedes. Lediglich für Technik-Fanatiker bietet der Lexus mehr, wie etwa ein Head-up Display, belüftete Sitze oder auch das größere Infotainment. Mehr dazu auch in unserem Video-Fahrbericht.

Video-Fahrbericht Toyota Camry Hybrid

Muss sich auf der Autobahn nicht verstecken

Der 2,5-Liter Hybrid-Antrieb kann dabei nicht nur in der Stadt glänzen. Wobei hier der Vorteil klar überwiegt. Der elektrische Fahranteil liegt in der Stadt gut und gerne bei 40 bis 50 Prozent. Allerdings muss sich der Camry Hybrid auf der Autobahn nicht verstecken. Der Motor-Generator von 88 kW (202 Nm) kann hier noch immer aus dem Drehzahlkeller kurz mit anschieben, sodass weitaus mehr als nur ein hinter dem Lkw schleichender Elektrowagen überholt werden kann. Dabei geht der Verbrauch von 6,0 bis 6,4 l/100km mehr als in Ordnung. Vor allem da dieser in der Stadt und im Mix nochmals geringer ausfällt.

Toyota Camry weiss

In Deutschland bietet der Toyota Camry nur magere Individualisierung an

Ein kleiner Negativpunkt des ansonsten guten Konzepts mit viel Platz und Komfort ist der Mangel an Individualisierung. Im Grunde lässt sich lediglich durch die Lackierung ein wenig Abgrenzung zu anderen Modellen schaffen. Die Sitzbezüge etwa ziehen immer darauf abgestimmte Dekore nach sich, davon abgesehen ist er dementsprechend zu einem Preis von rund 40.000 Euro schon fast wunschlos glücklich ausgestattet. Allerdings könnte Toyota wahrlich daran arbeiten ein neues Infotainment-System auf den Weg zu bringen oder zumindest eine funktionale Schnittstelle für Smartphones öffnen.

Text/Fotos: Fabian Meßner

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