Porsche 911 Carrera S (992) Fahrbericht: Digital trifft auf Retro

2019 Porsche 911 Carrera S Drift

Der Porsche 911 trägt in seiner DNA – noch heute – die Geschichte von über fünfzig Jahren in sich. Alles begann mit den ersten Bleistiftstrichen von Ferdinand Alexander Porsche, welcher den Auftrag hatte einen Nachfolger für den 356 zu zeichnen. Über fünfzig Jahre später steht nun die achte Generation am Start für erste Testfahrten. Wie viel Legende und wie viel Neuzeit steckt im Typ 992? Der Fahrbericht des neuen Porsche 911 Carrera S klärt’s.

2019 Porsche 911 Carrera S Dolomit Silber Front

Typ 992 bringt ein wenig Retro-Design in die Neuzeit

In erster Linie ist der neue Porsche 911 wohl näher an der aller ersten Generation als zuletzt der 991 oder 997. Denn schon mit dem ersten Blick erkennt der Porsche-Historiker in der Fronthaube Anlehnungen an die älteren Modelle. Die Haube wird wieder gerade von der Frontschürze abgetrennt und die sich aufbauenden Ausbuchtungen sind auch wieder da. Ebenso wurden die Scheinwerfer wieder etwas steiler gestellt. Die Karosserie wurde rundum etwas breiter, die Räder messen nun auch unterschiedliche Zollgrößen für mehr Neutralität. So soll der 992 in der Grundstellung weder Unter- noch Übersteuern. Mehr dazu auch in unserem Video-Fahrbericht.

2019 Porsche 911 Carrera S Dolomit Silber

Video-Fahrbericht Porsche 911 Carrera S (992)

Ein 99% digitales Cockpit im neuen Porsche 911 Carrera S (992)

Am Heck die wohl größte Veränderung. Allen 992-Modellen ist nun das durchgehen Leuchtband gleich als auch der adaptive Heckspoiler mit 40% größerem aerodynamischem Wirkungsgrad. Innen hat die Neuzeit den Sportwagen-Klassiker voll erwischt. Abgesehen vom analogen Drehzahlmesser ist alles digital. Größere TFT-Displays als im Panamera zeigen weitere fahrrelevante Infos an. In der Mitte wird so gut wie alles über einen 10,9 Zoll Touchscreen gesteuert. Lediglich ein paar Hotkeys als auch die Steuerung für die Klimabedienung haben noch eigene Schalter.

2019 Porsche 911 Carrera S Innenraum

Der überarbeitete 3,0-Liter Boxermotor im Heck

Am Antrieb hat sich vermeintlich nicht viel verändert. Sowohl bei Leistung als auch Drehmoment hat sich der Wert um je 30 auf 450 PS bzw. 530 Nm erhöht. Zudem sinkt die Standard-Sprintzeit um 0,4 Sekunden. Gelungen ist dies durch das neue Fahrwerk, den neuen Antrieb aber vor allem durch das neue 8-Gang-PDK, welches einen deutlich kürzer übersetzten ersten Gang besitzt. Die grundlegenden Veränderungen am Motor umfassen den Einsatz von Piezo-Einspritzdüsen, symmetrische Turbolader als auch nach oben verlegte Ladeluftkühler.

2019 Porsche 911 Carrera S Drift Heck

Fahreindruck des Porsche 911 Carrera S (992)

In Summe ist der 992 wahrhaftig neutraler geworden. Was in Realität eine beeindruckend sichere Rennstrecken-Performance nach sich zieht. Der Wagen vermittelt ein unheimlich sicheres Gefühl, sodass samt allerlei Helferlein scheinbar „Jedermann“ plötzlich ohne große Mühen einem GT3 RS folgen kann. Auf der Straße zeigt sich dieses neutrale Fahrverhalten mit einem ruhigen, zurückhaltenden Antrieb, welcher selbst unter Vollast die Gänge sanft wie eine Feder weiterreicht. Harte, ruckartige Gangwechsel gehören in dieser Generation nicht mehr zur Tagesordnung.

2019 Porsche 911 Carrera S Agate Grey

Dabei ist scheinbar völlig egal, ob man entspannt von A nach B möchte und dazu zahlreiche Helferlein nutzt. Oder ob man augenblicklich die Fahrweise ändert und die Pferde auf der Landstraße ausreiten lässt. Durch die breitere Spur ist insbesondere der 911 Carrera S dermaßen lange neutral unterwegs, das man sich gar fragt, ob nicht doch heimlich der Allradantrieb verbaut wurde.

2019 Porsche 911 Carrera S Agate Grau

Text: Fabian Meßner
Fotos: Porsche

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