Fahrbericht Kia Niro: der etwas andere Hybrid

Kia Niro EcoHybrid Front rot

Auf den ersten Blick sieht der Kia Niro nicht viel anders aus, als typische Kompakt-SUV Modelle. Doch im Detail versteckt sich ein eher außergewöhnlicher Antrieb. Unter der Haube versteckt sich ein Hybrid-System, welches nicht per e-CVT, sondern 6-Gang-Doppelkupplung kontrolliert wird. Mehr dazu im Fahrbericht.

Eine interessante Mischung

Der Antrieb im Kia Niro setzt sich aus einem 1,6-Liter GDI mit 77 kW und einem E-Motor mit 32 kW zusammen. Der E-Motor ist direkt im Gehäuse des 6-Gang-DCT untergebracht, der 1.6 GDI läuft Hybrid-typisch im Atkinson-Zyklus. Der E-Motor bringt es auf 170 Nm ab Drehzahl Null, für den nötigen Saft sorgt die 1,56 kWh Lithium-Ion-Polymer Batterie im Heck. Dabei ist der Kia Niro so „gepolt“, dass die Batterie fast immer über 50% des Ladestands hält und somit immer für einen kleinen Boost sorgen kann.

Kia Niro Innenraum

Die Gesamtleistung des Hybrid-Systems beträgt 103 kW oder auch 141 PS, sowie maximal 265 Nm Drehmoment im kombinierten Zustand. Für ein Kompakt-SUV eine ausreichende Leistung, die zudem von einem Normverbrauch von 3,8 bis 4,4 l/100km (je nach Felge) begleitet wird. Im Test zeichnet sich – auch durch die Topausstattung Spirit – ein Verbrauch von fünf bis sechs Litern ab.

Kia Niro Ecohybrid Heckansicht

Kia Niro Eco Hybrid: Umsteiger freundliche für Hybrid-Neulinge

Der Umstieg in den Kia Niro ist freundlich gestaltet für Hybrid-Neulinge. Kenner eines Prius müssen sich in der Fahrweise erneut umstellen, da alleine das Getriebe schon eine Kunst für sich ist. Somit macht es Kia einem Normal-Fahrer sehr viel einfacher sich an den Niro zu gewöhnen. Kein futuristisches Klimb-Bimm oder gar ein ungewöhnliches CVT oder Planetengetriebe. Die Zielgruppe ist also schnell gefunden. Doch ganz ohne Umgewöhnung funktioniert auch dieser Hybrid nicht.

Dem Kia Niro fehlt noch die feinfühlige Abstimmung im Bereich des 6-Gang-DCT. Gerade beim Kaltstart wirkt das Getriebe im Eco-Modus oft unentschlossen. Erst, sobald die Flüssigkeiten einigermaßen Temperatur erreicht haben, läuft der Niro, wie er soll. Wahlweise empfiehlt sich zum Start – wenn auch nicht sehr effizient – direkt in den Sport-Modus zu wechseln.

Ein solides Gerüst mit minimalem Optimierungspotential

Ansonsten ist der Kia Niro ein SUV, wie jedes andere. Mit einer großen Ausnahme: er ist unglaublich komfortabel. Gerade auf langen Autobahn-Strecken fällt auf, wie sanft der Kia Niro abgestimmt ist. Nicht weich und schwammig, aber auch nicht straff und sportlich. Die Ingenieure haben das perfekte Mittelmaß gefunden, um insbesondere lange Fahrten angenehm zu gestalten. Gleiches gilt für den Innenraum-Komfort in Punkt Geräuschentwicklung. Hierbei setzt der Kia Niro Maßstäbe, die auch im weitaus teureren Segment der Kompakt-SUVs nicht zu erreichen sind.

Video-Fahrbericht Kia Niro EcoHybrid

Text: Fabian Meßner

Fotos: Kia

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