Erprobung dichter Lkw-Kolonnenfahrten auf der Autobahn A9

Die Spedition Schenker erprobt auf der Autobahn A9 zwischen München und Nürnberg das „Platooning-Verfahren“. Zwei Lkws fahren mit einem Abstand von gerade einmal zwölf bis 15 Meter hintereinander her. Verbunden durch eine elektronische, unsichtbare Deichsel. Der Vorteil: Sprit-Ersparnis in hohem Maß.

Geringer Abstand durch Car-to-Car-Kommunikation

Die beiden Lkws sind elektronisch miteinander verbunden. Quasi als zwei autonome Fahrzeuge, die genau wissen wo der andere positioniert ist. Nur durch die Vernetzung ist der geringe Abstand möglich. Bei den aktuellen automatisierten Kolonnenfahrten sind, vor allem zur Sicherheit, noch immer Fahrer an Board. In erster Linie soll durch die Windschatten-Fahrt Sprit gespart werde. Die Vorteile gehen aber auch noch weiter, da etwa eine Gefahr schon vom vorderen Lkw direkt an den dahinter fahrenden Lkw weitergeleitet werden kann. Auffahrunfälle könnten so extrem reduziert werden.

Bis August noch ohne Ladung unterwegs

Die Lkws, die drei Mal täglich die Strecke von 145 Kilometer absolvieren, fahren derzeit aber noch ohne Ladung. So soll die Strecke auch weiterhin bis Anfang August 2018 bewältigt werden. Erst danach sollen die Lkws mit Maschinenteilen, Getränken oder Papier beladen werden. Das Pilotprojekt wird zudem vom Bund mit rund zwei Millionen Euro gefördert. Aktuell befinden sich dabei nur zwei vernetzte MAN-Lkw im Einsatz.

Bei diesem Platooning-Verfahren sind die zwei Fahrzeuge mit einer Car-to-Car Kommunikation direkt verbunden (ohne Dritte), wobei das vorausfahrende Fahrzeug Geschwindigkeit als auch Richtung vorgibt. Der Lkw dahinter wird quasi wie ein Anhänger behandelt. Die Hochschule Fresenius überprüft dabei parallel auch den Einfluss auf die Arbeit der Lkw-Fahrer.

Daimler erprobt Platooning-Verfahren bereits in den USA

Daimler erprobt das Platooning-Verfahren bereits auf einigen Highways in den USA. Auch Tesla soll Interesse an der Technologie für den Einsatz im eigenen Elektro-Lkw geäußert haben. Wobei hier weniger der Sicherheitsaspekt, als die Pluspunkte in der Reichweite eine Rolle spielen.

Foto: DB Schenker

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