Grundsolide: Kia Venga 1.4 CVVT Edition 7 Fahrbericht

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Wie viel Auto gibt es heutzutage eigentlich für unter 15.000 Euro? Einen Kia Venga lässt sich dafür schon erwerben und Geld übrig für einen ersten Kurzurlaub ist dann auch noch. Für das gleiche Geld sind auch schon junge Gebrauchte mit mehr Ausstattung und höherem „Ansehen“ zu haben. Mit dem Koreaner „back to the roots“, einfaches Autofahren für einfaches Geld.

Die teure Konkurrenz des Venga hört etwa auf Namen wie B-Klasse oder Golf Sportsvan. Vom Konzept her sind sie sich alle gleich. Fast die Form eines Kompaktwagens mit einer leichten Note von einem Kastenwagen. Nicht nur eine höhere Sitzposition im inneren, sondern auch mehr Luft unter dem Kotflügel. In der gefahrenen Edition 7 werden derzeit 16.190 Euro verlangt, die Basis ist bereits für 2.000 Euro weniger zu haben.

Sitzbezug

Sitzbezug

Es ist alles da, was wir zum Fahren brauchen. Ein kleiner 1.400 cm³ Motor der keine Zwangsbeatmung oder sonstiges benötigt um 90 PS (bei 6.000 U/min) zu leisten. Ein für die Stadt durchaus akzeptables Fünfgang-Schaltgetriebe. Fünf Sitze, einen Kofferraum mit bis zu 440 Liter (mind. 314 l) Ladevolumen nach DIN Vorgabe. Die Sitze der hinteren Reihe lassen sich in verschiedenen Grad-Winkel stellen, von leicht liegend bis senkrecht aufrecht. Ganz flach versteckt sich sogar direkt automatisch die Sitzfläche, wodurch eine ebene Ladefläche entsteht.

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Gleich vorab lässt sich vielleicht erahnen, dass der Venga in dieser Ausstattung kein einfacher Begleiter auf der Autobahn ist. Überholmanöver müssen gut geplant sein, um kein Hindernis darzustellen. Wenn es schnell gehen soll müssen dafür alle Gänge wirklich ausgequetscht werden, andernfalls hängt man plötzlich am Berg fest. Es stellt sich schnell ein Lerneffekt ein, der vorrauschschauendes Fahren schult.

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Das zuvor erwähnte gesparte Geld ist also nicht unbedingt für den Kurzurlaub mit dem Auto angedacht. Ohne den Luxus eines Tempomat – man lernt diese einfache Technik erst wieder richtig zu schätzen, wenn man sie nicht mehr hat – ist eine längere Autobahnreise nicht mehr so angenehm wie gewohnt. Alleine und mir nur wenig Ballast sind auch mal 160 km/h drin; die hauptsächliche Beschäftigung eines Venga ist dennoch eine andere. Der angebende Normverbrauch von exakt sechs Litern auf 100 Kilometern rückt dabei auch in weite Ferne. Eher verdoppelt er sich fast.

Bequem: eine Armlehne pro Sitz

Bequem: eine Armlehne pro Sitz

Kinder oder Enkel einladen und zur Schule bringen. Das ist die ideale Aufgabe für einen Venga. Die hinteren Türen öffnen sich weit, sodass es kein Problem darstellt die Kids hinten anzuschnallen, sollten die noch nicht selbst einklinken können. Mit einer Länge von 4068 Millimetern ist er auch ohne (nicht erhältliche) Parksensoren übersichtlich und in der Stadt einfach zu bewegen. Die immens großen Ohren, also Außenspiegel, erinnern stark an Dumbo, fördern dabei die Umsicht ungemein. Um es besser zu veranschaulichen, ohne Außenspiegel misst der Venga 1765 mm in der Breite (mit 2020 mm).

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In diesem Umfeld ist auch eher der angestrebte Verbrauch zu erreichen, er pendelt sich bei Stadt und kurzen Überlandfahrten bei circa sieben Liter auf 100 km ein. Für Kurzstrecken- und Gelegenheitsfahrer ein vertretbarer Wert. Wer öfters mit dem Auto unterwegs ist, wird mit Sicherheit zu einem anderen Motor greifen. Bald muss in dieser Richtung auch nachgebessert werden, denn der 1.4 CVVT erreicht nur die Euro5-Abgasnorm. Das reicht bald nicht mehr für einen Neuwagen aus.

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Mit den 50 Litern Super im Tank kommt man in etwa 500 Kilometer weit, bis dann die nächste Tankstelle aufgesucht werden muss. Wer nur im städtischen Umfeld unterwegs ist, der muss mit Sicherheit nicht ganz so früh wieder den Tankwart um Versorgung bitten.

Auf den ersten Kilometern denkst du dir einfach nur, „oh Gott, warum nur“. Es ist eben ganz einfaches Autofahren, wobei du auch nach vorne kommst. Schlussendlich nicht so schnell und spritzig, wie gewohnt, aber du bewegst dich! Beziehungsweise der Kia bewegt dich. Nicht besonders schnell, nicht besonders effizient, dafür aber sicher und ohne Murren. An die Plastiklandschaft hast du dich auch relativ schnell gewöhnt, nur das fehlende Navi macht längere Reisen mit der Landkarte wieder in etwa so mühselig, wie vor 20 Jahren.

Kia Venga 1.4 CVVT – Edition 7 –

Reihenvierzylinder (quer), 1.396 cm³
90 PS bei 6.000 U/min
137 Nm bei 4.000 U/min
12,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h
VMax 168 km/h
Kombinierter Verbrauch 6,0 l/100km (CO2: 140 g/km)
Testverbrauch 7,1 – 11,7 l/100km
Modellgrundpreis 14.190,00 Euro
Testwagenpreis 16.190,00 Euro

Text/Fotos: Fabian Meßner