Gymkhana ready: Renault Clio R.S. 220 EDC Trophy Fahrbericht

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Beide Schaltpaddle rangezogen. Bremspedal und Gaspedal voll gedrückt. Ratatatatata. Und los, ab durch’s Gymkhana Grid. Mit einem kurzen Ruck an der Handbremse per 180 Grad Drehung um das erste Hindernis und dann ab um die Pylonen. Eigentlich ist der Renault Clio R.S. 220 EDC Trophy ein Tracktool. Doch bei herbstlichen Bedingungen und konsequent nasser Straße offenbart der Franzose seine Gymkhana Fähigkeiten.

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Launch Control

Die schnell entdeckte Launch Control lässt mich nicht mehr los. Ich muss mich fast bändigen nicht an jeder Ampel die Schaltpaddle zu mir zu ziehen. Nicht unbedingt wegen des Vortriebs oder der perfekten Ingenieurskunst an der Vorderachse, die nicht eine Sekunden stempelt, sondern maximal die Räder aufwärmt. Nein ganz einfach aufgrund des Geräuschpegels. Als ob ich direkt an der Startlinie einer WRC-Prüfung mit dem Clio R.S. Trophy stehen würde und mein Co-Pilot runterzählt. Zwar dreht der Motor nur bis 3.000 Touren, was ideal ist, aber deutlich weniger als bei einem WRC Rallye Fahrzeug, doch er hört sich exakt so an. Es ballert das signifikante Ratatatata aus der Abgasanlage, wie es mir nur aus dem Rallye-Sport bekannt ist.

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Und klar gehört zu Gymkhana eher ein Allrad oder vielleicht noch Heckgetriebenes Fahrzeug, doch wer sagt, dass Frontantrieb keinen Spaß machen darf? Respekt daher an die Ingenieure von Renault Sport, die eine Vorderachse zusammengeschraubt haben, die ich so an keinem Frontkratzer je erfahren durfte. Wenn überhaupt vielleicht der Leon Cupra bei idealen Bedingungen schafft es ohne auf und ab Bewegung der Federbeine die Kraft voll auf die Straße zu bringen. Der Clio R.S. in der Trophy Variante schafft es, selbst bei nasser Fahrbahn den Bodenkontakt mit der Straße zu wahren. Vielleicht steigt das Fieber im Gummi durch die erhöhte Reibung an, doch Briefmarken werden hier nicht abgestempelt.

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Was unterscheidet den Trophy vom normalen R.S. 200? Auf den ersten Blick natürlich die Kennzeichnung, was 20 PS mehr bedeutet. Dies gelang laut Renault durch ein Re-Mapping der Software, einen größeren Turbolader und ein neues Abgassystem. Dabei stieg auch direkt das Drehmoment von 240 auf maximal 260 Newtonmeter an. Den kurzzeitigen Overboost von 280 Nm im vierten und fünften Gang kann man dabei getrost vernachlässigen. Der Vmax erhöht sich um 10 km/h auf 235 km/h, wobei der kleine gelbe dabei bretthart jedes Sandkörnchen an das Popöchen vermeldet. Des Weiteren konnte die Sprintzeit auf 6,6 Sekunden gedrückt werden – Messungen ergaben da unterschiedliche Werte. Der R.S. Monitor zeigte sogar 5,99 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h an. Werte wie 6,49 Sekunden waren auch keine Seltenheit. Eine eigene Messung per GPS ergab 6,5 Sekunden!!! Die Bedingungen waren für den Motor mehr als ideal, allerdings nicht unbedingt für die Reifen, die sich bei knapp sieben bis neun Grad Celsius nach der Sonne einer südeuropäischen Rennstrecke sehnen.

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EDC im Renault Clio R.S. 220 EDC Trophy perfektioniert

In weiteren Punkten wurde der Trophy direkt am EDC Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe überarbeitet. 30% schneller soll es nun die Gänge wechseln und der Weg der Paddles am Lenkrad soll kürzer geworden sein. In jedem Fall lässt es nicht mehr so viel Raum für Kritik, wie noch bei der Neuvorstellung des Clio R.S. 200 EDC. Die Gangwechsel in die höheren (vorgewählten) Stufen gehen schnell vonstatten und werden, je nach Drehzahl, von einem kurzen „plop“ der austretenden Abgase am Heck begleitet. Ein Gangwechsel in niedrigere Gänge ist hin und wieder mit minimalen Verzögerungen verbunden, doch das verbleibende Problem liegt woanders.

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Nämlich in den Geschwindigkeitsregionen eines gewöhnlichen Clio. Etwa beim rangieren in oder aus einer Parklücke geht es im kalten Zustand eher ruppig vorwärts beziehungsweise wird erst kein und dann sehr viel Gas angenommen. Der linke Fuß auf der Bremse erweist sich schon fast als Notwendigkeit. Leider weist die Plakette in der Türleiste dezent darauf hin, dass es hiervon nur wenige gibt. Die Nummer „No. 0016“ ist nicht eine von vielen, sondern eine von wenigen. Hoffentlich bekommt der Clio der vierten Generation in der Renault Sport Ausführung auch mit 200 PS noch ein Facelift verpasst, welches ihm die positiven Veränderungen einbringt.

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Renault Clio R.S. 220 EDC Trophy

Reihenvierzylinder (quer) 1.618 cm³ (Turbolader)
220 PS bei 6.250 U/min
260 Nm bei 2.000 U/min
6,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h
VMax 235 km/h
Kombinierter Verbrauch 5,9 l/100km (CO2: 144 g/km)
Testverbrauch 9,1 l/100km
Modellgrundpreis 22.990,00 Euro für Clio R.S. 200 EDC
Testwagenpreis – limitiert / ausverkauft –

Text/Fotos: Fabian Meßner

16 Gedanken zu “Gymkhana ready: Renault Clio R.S. 220 EDC Trophy Fahrbericht

    • Es gibt den Trophy 220 noch zu bestellen? Der ist doch limitiert und längst ausverkauft. Meines Wissenstandes nach zumindest. Wo haben die noch einen für dich ausgegraben?

      • Mal noch ne Frage ,wieviele sollen denn vom Tropy Gebaut werden,sozusagen als Limed ? Von meiner A610 wurden ja nur 818 Stück gebaut Tendenz,jedes Jahr steigt der Preis.eine vernünftige A610 gibt’s nicht mehr unter 40.000.-€

        • Angeblich war er auf „220“ Stück limitiert. Er hat immerhin auch die Plakette in der Mittelkonsole und in der Tür-Einstiegsleiste.

          • Das kann nicht ganz sein.
            Meiner ist von Ende Jan. 2016 und hat die Produktion. 1556.
            Ich denke das es keine Limitierung nach oben gibt, (Außer den Verkaufszahlen natürlich)

  1. Der hier in Berlin ,der rote, hat die Nummer ,irgendwas mit 1600 also müssten es mehr sein.beim schwarzen habe ich nicht geguckt

      • Was ich jetzt nicht verstehe warum der bei dem Test in der Höchstgeschwindigkeit nicht schneller war als der RS mit 200 PS.,habe schon gelesen ,von Eignern das deren Tropy über 245 rennt.,oder habt ihr keine richtige Ausfahrstrecke gehabt ? Erscheint mir. auch plausibler,
        Genau wie mit der Besxhleunigung 0-100 auch nur 6,6 sec.wie der normale. RS,da kann ja was nicht stimmen.
        Bitte mal,um. Erklärung.Gruss Michael.

        • Gerne. Wir haben den RS 220 Trophy unterschiedlich gemessen. Dabei war er allerdings teilweise so schnell, das es nicht ganz plausibel erschien. Die Testwagen sind manchmal etwas flotter gemacht, besser gedämmt etc. das der Eindruck besser ist 😉
          Dementsprechend haben wir den RS 220 Trophy auch mal mit 5,99 Sekunden gemessen. Was doch etwas unwahrscheinlich für den „wirklichen“ RS 220 ist. VMax war leider nicht möglich, da fehlt das Fluggelände 🙂

  2. Pingback: VW Golf R (Schaltgetriebe) Roadtrip durch Frankreich -Autophorie.de

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