Opel Insignia Facelift: Fast eine Überraschung

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Der „fast König“ im Flotten-D-Segment wurde neu aufgelegt, zumindest geliftet und neue Motoren gab es obendrauf und endlich ist die Mittelkonsole übersichtlich, bedienbar und funktionell. Willkommen im neuen Opel Insignia. Wir konnten uns schon einen ersten Eindruck des neuen Flagschiffs der Rüsselsheimer verschaffen.

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Optisch überarbeitet, dem amerikansichen Einfluß der Mutter GM freien Lauf gelassen, liegt der Insignia nun satter auf der Straße. Dies gelingt durch einen breiteren sowie gleichzeitig tieferen Kühlergrill mit viel oder weniger Chrom, je nach Sonderausstattung. Mit dem Abstandstempomat verschwindet das viele Chrom und nur die Spange mit den Winglets – diese Formen werden auch in den Scheinwerfern weitergeführt – bleibt übrig. Gefällts? Mir persönlich mit weniger Chrom besser als mit der vollen Funkelleiste, die dann doch zu sehr nach einem billigen Ami aussieht. Am Heck zieht sich die Chromleiste nun komplett über die gesamte Breite bis in die gewachsenen Rückleuchten hinein – diese sind immer in LED-Technik gehalten. In jene integriert sind auch direkt die Rückfahrlichter. Auch hier wirkt der Hintern nun satter, deutlich selbstbewusster.

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Zum Start ging es mit dem 170 PS starken SIDI Benziner durch den Taunus, der leider zu viele Vorschusslorbeeren der Rüsselsheimer bekam. Im Cascada mag der 1,6-Liter Benziner gut funktionieren, doch für die große Limousine mit deutlich mehr Speck auf der Hüfte reicht es nicht aus, um im Verkehr problemlos mitzuschwimmen. Will heißen, schalten und walten und nicht auf den Drehmomentkick hoffen. Beeindruckend war der Spritverbrauch nicht wirklich: mit knapp über acht Litern hat er mehr geschluckt als sein großer Bruder (im Country Tourer), der sich mit knapp unter acht Litern begnügte. Über alle Modelle hinweg wurde die Hinterachse zu 60% verändert, neue Stabilisatoren, Dämpfer sowie Querlenker, die für bessere Spurtreue sorgen.

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Darauf folgte der Country Tourer, dessen genaue Ausrichtung mir noch immer schleierhaft ist. Werbetechnisch kann er sehr schön auf einer staubigen Piste fahren, doch das kann der OPC Unlimited auch. Verstärkter Unterfahrschutz, 20 Millimeter angehoben Karosserie und einige Plastikverkleidungen machen den Insignia minimal Offroad tauglich. Immerhin gibt’s das adaptive Allradsystem, welches auch im OPC zum Einsatz kommt. Erfreulicherweise hält sich die Seitenneigung in Grenzen. Passend dazu ist der 2.0 SIDI auch die deutlich bessere Wahl aus dem Benziner-Regal. 250 PS und satte 400 Nm Drehmoment machen selbst im schwierig einzuschätzenden Country Tourer Spaß. Nicht mit der Küchenmaschine im kleinen 1,6er zu vergleichen spart man sich hier viele Schaltvorgänge, sondern kann es auch einfach mal im sechsten Gang laufen lassen ohne nach der Baustelle direkt wieder herunterschalten zu müssen um den Beschleunigungsvorgang einzuleiten.

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Für die großen Flotten werden aber die Dieselmotoren mit Sicherheit interessanter sein, ich persönlich kann hier nur zu gern den BiTurbo empfehlen. Gefahren sind wir den 140 PS (350 Nm) leistenden 2.0 CDTi Diesel. Nicht wirklich aufregend, aber von einem Diesel dieser Klasse wird das auch nicht tatsächlich erwartet. Verbräuche sind hier deutlich wichtiger, welcher mit großer Mühe knapp unter vier Litern lag und im normalen Betrieb bei 4,7 Liter im Mix.

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Die bahnbrechende Neuheit findet sich aber nicht unter der Motorhaube sondern im Innenraum. Stefan Arndt gibt selbst offen zu, dass man sich „der Kritik der zu vielen Schalter angenommen hat“. Hier erfolgte der Griff ins GM Regal und wurde (Gott sei Dank) noch etwas verändert. Die wilde Verwirrung aus tausenden Knöpfe ist endlich passe. Die Klimaanlage sowie die Steuerung der Sitzheizung und –lüftung bleibt erhalten, der Rest wanderte in die Touchdisplayeinheit. Dafür gibt es noch die wichtigsten Menüpunkte direkt unter dem Display als fest installierte Tasten. Im Mitteltunnel findet man zudem noch ein sehr kleines Touchpad. Darauf kann auch geschrieben werden, die Funktionalität ist aktuell aber noch eher mäßig. Das Feedback ist hart als gefühlvoll und nicht wirklich ausschlaggebend. Es lässt sich darauf zwar schreiben, doch dabei geht so einiges daneben. Da ist die Sprachsteuerung deutlich besser, schnell eben die Nummer angesagt und den Befehl „wählen“ angehängt schon wird die Nummer angerufen. Für unterwegs extrem praktisch, auch Kontakte können so schnell angeklingelt werden.

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Nächste Neuerung ist die Digitaltachoeinheit, die in jedem Fall begeistern konnte. Zwar bedarf die Bedienung per Lenkradtasten einer kurzen Eingewöhnung von fünf bis zehn Minuten, danach geht es aber flott von der Hand. Die unterschiedlichen Anzeigen passen sehr gut zum Insignia, auch der Informationsgehalt ist sinnvoll gewählt sowie hilfreich.

Zusammengefasst eine gut gelungene optische Korrektur, besonders die Wertschätzung des negativen Kundenfeedbacks zur Tastenwut im alten Insignia ist lobenswert. Die daraus entstandene Umstellung von vielerei Knöpfe auf eine Tasten-Touch-Kombination macht Sinn und lässt sich spielend bedienen. Nur an der Geschwindigkeit muss unbedingt noch gearbeitet werden, zum einen ist die Reaktionszeit mit über einer Sekunde zu lang, zum anderen kommen bspw. die Navigationsansagen zu spät oder zu ungenau.

Text: Fabian Meßner

Fotos/Video: Fabian Meßner

2 Gedanken zu “Opel Insignia Facelift: Fast eine Überraschung

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