Ford Mustang Convertible: Wer braucht schon ein Muscleshirt

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Die Frage nach dem Reiz bei Musclecars lässt sich relativ schnell und einfach beantworten: sportlich abgestimmtes Fahrwerk, eine Naturgewalt von Motor und eine Coupé-Form. Der 2013 Ford Mustang stellt keine Ausnahme dar, doch abseits der geradezu stereotypischen äußerlichen Merkmale gibt das Cabrio einige Details her, die mir in’s Auge gestochen sind: 2013er Ford Mustang Convertible aus der Sicht des Fotografen.

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Die Urfront des Mustangs hat sich seit der ersten Baureihe von 1964 in jedem Modell fest manifestiert, erlebte allerdings mit dem Mustang II und III einen Ausreißer, der erst 25 Jahre später durch die erste Generation des Mustang V, der seine DNA aus dem Mustang I 3. Generation schöpft und dieses formschöne Design bis in die Gegenwart trägt. Herausstechend sind hier vor allem die Frontscheinwerfer, die tief in den Taschen sitzen und der stark abgeschrägte große Kühlergrill, den das Emblem ziert. Die Motorhaube ahmt mittig die Form einer Hutze nach, die sich bis zur Windschutzscheibe durchzieht. Bei Sonnenuntergang würde man nur anhand der Linienführung der Haube erkennen, um welches Fahrzeug es sich handelt.

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Von Innen ist dies ebenso erkenntlich, nicht nur aufgrund der betonten Motorhaube, sondern aufgrund der runden Instrumente im Armaturenbrett, die ganz klar ein stimmiges Retrodesign tragen. Das Lederlenkrad ist vom Umfang eindeutig an die alte Musclecar-Ära angelehnt und wirkt dank Leder-Aluminium-Elementen hochwertig und komfortabel, gleiches gilt für die Tasten aus Plastik. Weitere Funktionselemente wie das Armaturenbrett und die Mittelkonsole sind gut verarbeitet, bestehen jedoch dem amerikanischen Standard nach aus Kunststoff. Stauräume sind gut in den Innenraum eingearbeitet und vermiesen nicht das schlanke, funktionelle Design. Die niedrige Frontscheibe, bedingt durch das stark nach hinten verlagerte Dach, lassen einen Wissen, dass das Gaspedal gerne einmal bei der nächsten grünen Ampel durchgetreten werden will.

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Eines haben alle Musclecars aber auch im Innenraum gemeinsam: auf Komfort wird für die Passagiere nicht verzichtet. Bequeme, weite Sportsitze laden zum „Reality-TV“ in der ersten Reihe ein, dass der Sender dabei in Amerika auf „SPEED“ steht, wurde schon durch das Einsteigen in das rassige Pferd akzeptiert. Der Luxus endet aber nicht nur in der First Class, auch die in den Fond verfrachteten Freunde oder Kinder dürfen sich über ordentliche Beinfreiheit, viel Platz für (Hand-)Taschen und auf überdurchschnittlich griffige Sitze für ein Cabriolet freuen.

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Die scharf konturierte Silhouette verkörpert die Agilität des Herzstücks des bekanntesten Ponycar der Welt. Eine tiefsitzende, fast horizontale Linie, die zwischen beiden Radkästen verläuft und sich über den hinteren zieht, verleiht der groben Gestalt etwas athletisches. Eine weitere Horizontale führt oberhalb der Radkästen genau durch den Türgriff bis an’s Heck, verlängert dadurch die Gestalt des langgewachsenen Zuchthengst. Die zur Motorhaube gekrümmte Karosserie akzentuiert den gewollten Haifischblick nochmals und verschmilzt nahtlos mit dem optisch überstehenden Frontspoiler perfekt.

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Das Heck alleine betrachtet steht „bold“ da. Es wirkt bullig und kraftvoll – hauptsächlich die kantigen Radläufe, das leicht abfallende Karosserieende, die dreigeteilten LED-Bremslichter in neuinterpretierter Optik (genauestens eingelassen und in sich nochmals gekrümmt) sorgen für die nötige Dynamik.  Spätestens in Anbetracht der zweiflutigen Abgasanlage und dezenten Diffusorparts im unteren Abschnitt sollten klar machen, dass es dieser Bursche faustdick hinter den Ohren hat.

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Selbst die Antenne, die bei jedem anderen Fahrzeug direkt in’s Auge springen würde, scheint dem Boliden zu stehen und verkörpert doch einen Hauch Nostalgie und Verwandtschaft in ihrem Dasein.

Text: Stefan Maaß

Fotos: Stefan Maaß

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