Project CARS Review: Bombastisch aber nicht perfekt

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Es hat lange gedauert und nun ist Project CARS endlich im Laden. Genauer gesagt ab morgen lässt es sich herunterladen oder im Laden kaufen. Ich konnte vorab einige Tage meine Runden auf den verschiedenen Strecken von Project CARS drehen und dabei die unterschiedlichsten Erfahrungen machen. In aller Kürze gesagt, dass Spiel ist bombastisch aber nicht perfekt.

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Ich habe die PC Version getestet, an sich weicht diese nicht von den Versionen für Xbox One oder Playstation 4 ab, es sei denn man hat eine top-aktuelle Grafikkarte, dann ist der PC im Vorteil. Die 17 GB waren in etwa fünf Stunden heruntergeladen (via Steam) und nahmen dann 20 GB Festplatten-Speicher in Beschlag. Ein kurzer Klick und direkt lädt das Spiel – mein System* liegt dabei im guten Mittelfeld. Das Intro erfüllt mich direkt mit Gänsehaut, die Kameraführung fliegt über einzelne Strecke, die in die Abendröte gehüllt sind. Und dann endlich fliegen die ersten Sportwagen über die Strecke und liefern sich heiße Duelle. Es lohnt sich dran zu bleiben bis das Menü zum Login erscheint. Wer nicht so lange warten kann, der bricht eben einfach ab.

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Menü

Es öffnet sich das Hauptmenü, welches von einer freundlichen Frauenstimme in seiner umfassenden Einfachheit erklärt wird. Dies zieht sich auch weiter durch, sobald man neue Menüpunkte öffnet – allerdings auch nur beim ersten Mal. Wer möchte könnte nun direkt loslegen, egal ob in der Karriere oder im „Schnellstart“ zu einem Rennwochenende. Oder er springt auf die zweite Seite und ändert die Optionen zu seinen persönlichen Vorlieben ab. Den Online-Modus wollte ich auch ausprobieren (mit PC bis zu 64 Spieler), doch der scheiterte leider an der mangelnden Geduld der anderen Mitspieler. Die Lobby wollte sich einfach nie mit ausreichend Spielern füllen.

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Im Karriere-Modus kann direkt alles gefahren werden. Egal, ob man lieber mit einem Kart anfangen möchte oder direkt in der LMP1 durchstartet. Hier ist es wirklich die Qual der Wahl. Ich habe mich für die GT3 Meisterschaft entscheiden, bei der man direkt in einem SLS AMG GT3 Platz nimmt. Wer unverbindlich ein Rennwochenende fahren will, der kann sich dies auch genau so zusammenlegen, wie er möchte. Alleine für das Wetter gibt es diverse Regler, wer will kann sich hier auch einen Sturm rauspicken. Weiter lässt sich auch etwa das Training, Qualifying und Warmup einstellen, je nach belieben.

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Sound

Obgleich das Intro so phantastisch gut ist und auch die Menüs mit passender Musik unterspielt sind, ist der Sound an manchen Stellen das Manko von Project CARS. Die GT3 Fahrzeuge sind zum Beispiel extrem gut getroffen, was deren Akustik betrifft. Die eher „Mainstream“ Fahrzeuge wie der A45 AMG haben mit ihrem Bruder in der echten Welt nicht viel gemein. Das ist in diesem speziellen Fall aber ein Pro für das Spiel, denn wirklich gut klingt der in der realen Welt nicht. Auch diverse andere Modelle klingen sich sehr ähnlich, obwohl sie es gar nicht sind. Es ist nur ein kleines Manko, denn auf der anderen Seite sind die meisten Fahrzeuge richtig gut getroffen worden. Wie etwa der Focus RS mit dem kernigen Fünfzylinder oder Ariel Atom 300 Supercharged oder der M3 E30 der Gruppe A. Alle Autos mit Turbolader greifen ein wenig auf dasselbe Soundfile zurück. Ich vermute dahinter eine mit dem Pinsel gestreichelte Snare Drum. Aber das nur am Rande.

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Rennen fahren

In der Karriere entscheidet hin und wieder auch das Qualifying über Sieg oder Niederlage, aber die Sieger werden im Rennen gemacht. Genau hier punktet Project CARS in meinen Augen deutlich gegenüber anderen Rennspielen. Die Regeln sind hart und wer sie nicht befolgt fliegt raus. Etwa Missachtung des Pflicht-Boxenstopps führt nicht zur Zeitstrafe, sondern zur Disqualifizierung. Ebenso ergeht es jenem, der zu oft abkürzt. Dabei eine große Hilfe ist der Mann im Ohr, besser gesagt dein persönlicher Renningenieur. Er gibt Tipps im Rennverlauf, sagt Zeiten an und holt dich für den Boxenstopp rein (die Strategie dafür kann übrigens bearbeitet werden). Ich empfand die Ansagen als sehr hilfreich und nicht störend, denn sie kommen nur selten. Wie im realen Leben kann bei einem Boxenstopp auch mal etwas schief gehen oder länger dauern. Welchem Algorithmus dies im Spiel unterliegt weiß ich nicht, aber es kommt eben vor.

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Jeder Wagen ist anders! Jeder Wagen verhält sich anders und jeder Wagen fährt sich anders. Ich habe nicht alle, aber viele Fahrzeuge ausprobiert und für jedes braucht es eine andere Fahrweise. Die Entwickler haben die Fahrzeuge nahezu eins zu eins ins Spiel übertragen, wodurch eine Fahrt mit der „Roten Sau“ (300 SEL AMG) einem nicht nur virtuell die Schweißperlen auf die Stirn treibt. Hier sind frühes bremsen und präzise Lenkeingriffe, genauso wie sanfte Gasstöße gefragt. Anders der A45 AMG, der in Project CARS als Fahranfänger-Auto gehandelt werden kann. Und wenn du im strömenden Regen im GT3 Renner im wilden Getümmel ohne Sicht mit mehr als 250 km/h in die Eau Rouge in Spa Franchorchamps hineinfährst, dann weißt du genau, hier bist du richtig. Wer bescheißt und auf der Ansicht „hinter dem Auto“ schaltet, der kann vielleicht weiter schauen, doch den Regen hat er genauso „im Gesicht“. Mehr eine Ansicht für Fortgeschrittene ist die Helmansicht, denn der Fahrer bewegt sich entsprechend der Blickrichtung. Wenn dann ein Auto von außen angreift, kann dies schon Mal optisch verschwinden.

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Wer Rennen fährt, der weiß, dass die Boxenstrategie oft entscheiden kann. Das gilt für positive, wie negative Ausgänge. Als Test habe ich mich meinem Renningenieur widersetzt und bin auf Regenreifen (bei inzwischen trockener Fahrbahn) draußen geblieben. Ein wenig Zeit konnte ich rausfahren, doch mein Kontrahent auf dem zweiten Platz konnte diesen (während meines Boxenstopps) mit seinen Trockenreifen problemlos zu Nichte machen. Zum ersten Mal habe ich bei einem Video-Rennspiel das Gefühl, dass die Taktik eine Rolle spielt. Nur wer hier mit Köpfchen in den Karriere-Modus startet kann am Ende auch als Sieger hervorgehen.

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Die Autos** sind nicht nur äußerlich unterschiedlich. Selbst in den Klassen gibt es Vor- und Nachteile. Etwa die alten DTM-Renner der Gruppe A, seines Zeichens MB E190 2.5 Evolution gegen M3 E30. Der Stuttgarter ist zusammengefasst das bessere Auto, der BMW ist chancenlos und kann im direkten Duell nur in den Kurven etwas Boden gut machen.

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Fazit

Ist es die beste Racing-Simulation, die es für Geld gibt? Vielleicht, denn um dies final zu beschließen fehlt mir die Erfahrung mit Forza (Xbox). Die Grafik für ihren Teil ist zumindest der absolute Hammer! Insbesondere, wenn der Regen fällt wird das Spiel nicht nur optisch, sondern auch (fahr-)dynamisch zu einem völlig anderen Erlebnis. Ich könnte mir gut vorstellen, dass über die nächsten Patches noch etwas an der Akustik einzelner Wagen gemacht werden wird, denn da werden diverse Fans mit Sicherheit gegen rebellieren. Zumindest auf die wesentlichen Dinge bezogen ist dies wohl eines der besten Videospiele unserer Zeit.

Der Boxenmonitor (im Qualifying die anderen beobachten)

Der Boxenmonitor (im Qualifying die anderen beobachten)

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Gibt es Fehler? Kleine Grafikfehler, welche nur und ausschließlich während der Wiederholung anzeigt wurde, sind bereits mit einem Patch am Wochenende behoben wurden. Ansonsten brach das Spiel nie ab oder ruckelte. Lediglich innerhalb einer Qualifiying Runde sprang das Spiel plötzlich direkt zum Rennen und ich musste aus der letzten Reihe starten. Mehr Probleme konnte ich bei der Spielzeit von knapp über 25 Stunden nicht feststellen.

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Tipps zum Schluss

Unbedingt ein Lenkrad kaufen! Project CARS lässt sich gut mit dem Controller spielen, doch es ist für den Einsatz von Lenkrädern entwickelt worden. Unzählige Lenkräder werden unterstützt, sodass auch eines für dich mit dabei ist. Es gibt einfach eine gute (oder auch zwei) Hand voll Fahrzeuge in Project CARS, welche mit dem Controller einfach nicht zu beherrschen sind. Als einfaches Beispiel die Formel-Fahrzeuge oder der McLaren P1, die einen exakt dosierbaren Gasfuß und präzise Lenkeingriffe benötigen.

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*Mein PC System:

CPU: Intel i5-3550 3,3 GHz (Takt: 3,60 GHz)
RAM: 12 GB
Grafikkarte: NVidia GeForce GTX 560 (1GB)
Betriebssystem: Windows 7 64-Bit
PS3-Controller

**Die Autos

Alpine A450,
Ariel Atom 300 Supercharged,
Ariel Atom 500 V8,
Aston Martin Rapide S Hydrogen Hybrid, Aston Martin Vantage GT3,
Aston Martin Vantage GT4,
Audi R18 TDI LMP1,
Audi R8 LMS Ultra,
Audi R8 V10 Plus,
BAC Mono,
BMW 1 M Coupé (E82),
BMW 320 Turbo Gr.5 (E21),
BMW M3 Gr.A (E30),
BMW M3 GT (E92),
BMW M3 GT4 (E92), BMW Z4 GT3

Lotus 78 Cosworth,
Lotus 98T Renault,
Marek RP219D LMP2,
Marek RP339h (PM 06a) LMP1, McLaren 12C, McLaren 12C GT3,
McLaren P1

Mercedes-Benz 190E 2.5-16 Evo2 DTM, Mercedes-Benz 300SEL 6.8 AMG, Mercedes-Benz A45 AMG, Mercedes-Benz SLS AMG, Mercedes-Benz SLS AMG GT, Mitsubishi Lancer Evo X FQ400, Oreca 03 Nissan,
Pagani Huayra

Caper Monterey Stockcar,
Caterham Seven Classic,
Caterham Superlight R500, Caterham SP/300R,
Ford Capri Zakspeed Gr.5,
Ford Escort RS1600,
Ford Focus RS,
Ford Mustang Boss 302R1,
Ford Mustang Cobra SCCA Trans-Am, Ford Sierra RS500 Cosworth Gr.A,
Formula Gulf 1000,
Ginetta G40 Junior,
Ginetta G55 GT3,
Ginetta G55 GT4,
Gumpert Apollo S,
Lotus 49 Cosworth,
Lotus 72D Cosworth

PROJECT CARS LIMITED EDITION CAR-PACK
Sauber C9 Mercedes, McLaren F1,
BMW M1 Procar (E26/1)

PROJECT CARS MODIFIED CAR-PACK
Ariel Atom Mugen,
Ruf CTR3 SMS-R,
Pagani Zonda Cinque Roadster

KOSTENLOSES AUTO
W Motors Lykan HyperSport – Kostenloses Auto #1

Fotos: Screenshots aus Project CARS

3 Gedanken zu “Project CARS Review: Bombastisch aber nicht perfekt

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