Schon gefahren: Audi A6 Avant 2.0 TDI ultra (190 PS)

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Modellaufwertung nennen sie es in Ingolstadt, wenn sie ein Facelift vorstellen. So neulich geschehen mit dem Audi A6 und dem Audi A6 Avant. Für die den vier Ringen abgewandten Personen eine eher schwierig zu erkennende Maßnahme, denn erst mit der höchsten Licht-Technologie, die Audi derzeit anbietet, ist ein Unterschied zu erkennen. Kurzum sind es das Matrix-LED, effizientere Motoren, sowie abgespeckte Karosserien die Neuerungen per se. Nicht zu vergessen die GFK-Feder (glasfaserverstärkter Kunststoff), die ihre Serienpremiere im gefahrenen Audi A6 Avant 2.0 TDI ultra feiert.

Der 190 PS (400 Nm) leistende Diesel baut auf dem gleichen Triebwerk, wie 2.0 TDI ultra mit 150 PS (350 Nm) auf. Die Emissionswerte sind gleich, genauso wie Verbrauchswerte. Nur eben der Preis beim Händler ist unterschiedlich. Der Landstraßen-Autobahn-Test zeigt, der 190 PS Diesel ist genau der richtige für den Vielfahrer, der gerne auf Audi setzt. Die 4,4 l/100km Normverbrauch sind eher eine Traumvorstellung – beim besten Willen bin ich nicht in die Nähe dieses Wertes gekommen – wohl auch weil Ausstattungsbereinigt gemessen. Mindestens 1.535 Kilogramm bringt die neue A6 Limousine auf die Waage. Samt Extras wird es der A6 Avant ultra dabei wohl etwa auf 1.700 bis 1.800 Kilogramm Leergewicht bringen.

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Eine stattliche Last, die der Zwei-Liter-Selbstzünder zu tragen hat, doch er macht sich gut. Gekoppelt an das überarbeitete 7-Gang-S-tronic (Doppelkupplung) lässt er sich seelenruhig auf 180 km/h beschleunigen ohne das sich große Anstrengung breit macht. Darüber hinaus läuft er auch bis gut 220 km/h, doch es geht nicht mehr ganz so schnell, wie zuvor. Die GFK-Feder als solches lässt sich dabei subjektiv betrachtet mit einem dezenten Sportfahrwerk vergleichen. Er liegt satt auf der Straße, etwas härter als das normale Fahrwerk, aber für mich keinesfalls unangenehm. Gibt man ihm die Sporen verlangt er auch gute neun Liter pro 100 km. Der noch am einfachsten zu erreichende Verbrauch im unteren Bereich lag knapp um sechs Liter im Schnitt. Für heutige Verhältnisse, auch gemessen an der Verkehrslage, der ideale Motor für lange Strecken – es muss nicht immer der große Diesel sein. Auch wenn Audi mit diesem Facelift einen A6 competiton anbietet, der 326 PS aus einem V6-Biturbo-Diesel zaubert.

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Neu am S tronic Getriebe ist der „Freilauf“. Wird eine Art Segelzustand erreicht, werden Getriebe und Motor voneinander getrennt und letzterer geht in die Leerlaufdrehzahl. Das Ergebnis ist ein (kurzzeitig) gesenkter Spritverbrauch – springt nur im efficiency mode an. Der Innenraum als solches könnte fast aus jedem Audi der Klasse A4 und aufwärts sein. Großes Lenkrad mit einigen Knöpfen drauf und Mittelkonsole mit nochmal deutlich mehr Knöpfen und Verstellmöglichkeiten. Von der Schlichtheit des neuen TT ist hier noch nichts zu sehen, da muss erst das komplett neue Modell für erscheinen. Knöpfe, Klick-Drehschalter kennen wir schon aus dem A8. Dort wird auch der optionale Nachtsichtassistent bereits eingesetzt, der wiederum erkennt per Infrarot-Kamera Objekte, Fahrzeuge und Personen (gelb markiert) auf einer Entfernung bis zu 300 Meter. Wildtiere werden bisher nur bis 100 Meter Entfernung erkannt.

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Xenon plus ist bei dem im November eingeführten Modell serienmäßig an Board. Doch man muss schon sagen, das Matrix-LED sieht nicht nur geil aus, es hat auch seine technischen Vorteile. 19 einzelne Leuchtdioden pro Scheinwerfer, die in 64 Stufen dimmbar sind, machen es möglich entgegenkommenden Verkehr durch „ausblenden“ nicht zu blenden. Zudem kann gekoppelt an die Navigation MMI plus das Licht in eine Kurve „vorlenken“. Der dynamische Blinker ist nur die Kirsche auf der Sahne, die 2.430 Euro für das Matrix-LED sind mit anderen Worten sehr gut angelegt. Auch wenn der LED-Scheinwerfer als solches, für nur 1.470 Euro Aufpreis schon mit dem Claim „blendet den Gegenverkehr nicht“ aufwarten kann.

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Wer längerfristig in seinen A6 investiert und ihn nicht nur als drei Jahres Leasing Fahrzeug hat, der bricht wahrscheinlich auch schnell eine Preisschallmauer, die man beim Startpreis von 38.400 Euro (1.8 TFSI) nicht erwartet. Zusammengefasst bleibt die Modellaufwertung / das Facelift der gesamten Audi A6 Familie und Linie treu. Es sind keine großen Überraschungen, die uns erwarten, sondern ein bekannt solider Wagen mit dezent nachgefeilten Gesichtszügen und eben dem optionalen Matrix-LED.

Text/Fotos: Fabian Meßner

2 Gedanken zu “Schon gefahren: Audi A6 Avant 2.0 TDI ultra (190 PS)

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