Website-Icon Autophorie.de

Sportlichkeit mit vier Zylindern: Porsche Macan Test

Porsche Macan Basismodell

Porsche. Macan. Nur Macan ohne S oder Turbo. Nicht mehr nur für Asien, auch für Europa ist das Mittelklasse-SUV aus Zuffenhausen nun mit sparsamem Vierzylinder-Motor zu bekommen. Der Porsche Macan wird von einem 2,0-Liter Turbo-Vierzylinder angetrieben, der uns nicht allzu fremd ist. Wie viel Porsche steckt jetzt noch im Macan, diese Frage beantwortet der Test auf der Straße und der Rennstrecke.

Klare Leistungsabtrennung zu den anderen Macan Modellen

Neben dem Einstiegsmodell steht für etwas mehr Geld der Macan S (V6 Biturbo mit 340 PS / 460 Nm), sowie der Macan S Diesel (V6 Turbodiesel mit 258 PS) zur Wahl. Auch hier indexiert das S, dass vielleicht auch noch ein kleinerer Dieselmotor geplant war, zumindest als der Macan vorgestellt wurde. Nun ist dies wiederum eher unwahrscheinlich.

Der 2,0-Liter Vierzylinder mit Turboaufladung kommt von Audi, doch Porsche hat das Drehzahlband noch etwas erweitert. Die maximale Leistung von 252 PS steht im Porsche Macan von 5.000 bis 6.800 Touren zur Verfügung. Das Drehmoment von 370 Nm bei 1.600 bis 4.500 U/min bleibt unverändert. Das 7-Gang-PDK ist serienmäßig verbaut und mit optionalem Sport Chrono Paket geht es in 6,5 Sekunden auf 100 km/h. Ohne die Sprint-Option dauert es zwei Zehntel länger. Die Höchstgeschwindigkeit von 229 km/h (Werksangabe) ist für Porsche ungewöhnlich niedrig.

Keramik Fehlanzeige

Ferner wird der Macan mit einer 4-Kolben-Festsattelbremse vorne, sowie einer Kombi-Faustsattelbremse hinten ausgestattet. Die 345 mm, sowie 330mm großen Scheiben sind das einzige, was für das Basismodell zur Verfügung steht. Entgegen den größeren Modellen ist keine Aufwertung auf eine Keramik-Bremse möglich.

Für den Alltag braucht er auch diese nicht, er verzögert auf den Punkt und lässt den hohen Schwerpunkt fast vergessen. Bei unendlichen Annehmlichkeiten lässt dies hoffentlich gut betuchte Kunden auch den Preis dieses Macan vergessen. Vom Basispreis (55.669 Euro) ist diese Version mit nicht jedem optionalen Schnick-Schnack für 86.008,05 Euro weit entfernt. Da stellt sich die Frage, ob das Geld nicht besser in einen S oder sogar GTS investiert wäre, insofern man auf einige Extras verzichten könnte.

Porsche Macan auf dem Bilster Berg

Warum nimmt man ein fast 1,8 Tonnen SUV auf die Rennstrecke und dann noch mit einem kleinen Vierzylinder? Ganz einfach: weil es sonst keiner macht. Genau aus diesem Grund waren wir mit dem Porsche Macan auch auf dem Bilster Berg. Zugegebenermaßen hätten die Bedingungen kaum schlechter sein können. Nass und fast am Gefrierpunkt. Das hat vor allem viel Spaß aus den Kurven heraus zur Folge. Von Bestzeiten kann man bei dieser Rutschpartie keinesfalls reden.

Immerhin: selbst auf nassem Asphalt kommt der Macan fast an den Topspeed des Jaguar F-Pace S auf der langen Gegengeraden heran. Und der Brite hatte perfekte Bedingungen. Doch auch im Nassen ist zu spüren, dass es nicht der Macan, sondern die Reifen sind, die hier Federn lassen. Der Vierzylinder giert im Sport Plus Modus nach Drehzahlen, schert sich wenig um das ausscherende Heck und fühlt sich gar angespornt seine Daseinsberechtigung zu untermauern. Subjektiv betrachtet macht der Zuffenhausener eine extrem dynamische Figur, trotz Untermotorisierung und schlechten Bedingungen. Gut das wir keinen GTS mitgebracht hätten, jener hätte dem F-Pace wohl selbst im Regenschauer das Fürchten gelehrt.

Fazit Porsche Macan

Ein komfortables, wenn auch leicht überteuertes, SUV mit den Fähigkeiten zu überraschen. So lässt sich das Basismodell passend zusammenfassen. Es bietet alles, was man sich von einem Porsche erwartet, auch wenn es nur die Wenigsten je ausprobieren werden. Besticht aber vor allem durch den guten Langstrecken-Komfort.

Video-Fahrbericht Porsche Macan

Text/Fotos: Fabian Meßner

Die mobile Version verlassen