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Wie lebt es sich mit dem Audi TT Roadster?

Audi TT Roadster

Die 1999 erstmals vorgestellte Ikone Audi TT hat sich seit über 15 Jahren nur mäßig gewandelt, gleiches gilt auch für den offenen Audi TT Roadster. Wie gestaltet sich eigentlich der Alltag mit einem Zweisitzer, Stoffverdeck und mittelmäßig viel Kofferraumvolumen? Gar nicht übel, wenn das Wetter mitspielt.

Audi TT Roadster im Alltagstest

Im Grunde sind es nur 25 Liter, die der Audi TT Roadster gegenüber dem Coupé an Kofferraum einbüßt. Und das ist gerade zu ein lächerlicher Wert für den Audi ein 39 Kilogramm leichtes Stoffverdeck verbaut, welches in 10 Sekunden öffnet oder schließt. 280 Liter stopft sich der Audi TT Roadster bei Bedarf in der Kofferraum. Das reicht nicht nur für zwei Koffer, sondern für weitaus mehr, als man ihm von außen zutrauen würde. Tief geht es in den Schlund hinein, ergo gilt, alles, was durch die Öffnung passt, wird auch versenkt. Zur Not gibt es noch ein paar kleinere Fächer im Cockpit, wie etwa das erstaunlich tiefe Handschuhfach zwischen den Sitzen.

Der Raum wird also im TT Roadster mehr als effizient genutzt, da passt auch der kleinste Motor gut ins Konzept. Ein 1.8 TFSI mit 180 PS (250 Nm) treibt den Audi TT Roadster zum Basispreis von 34.950 Euro an. Das ist weniger Leistung als etwa im Polo GTI, welcher denselben Motorblock nutzt, doch tut das im Audi TT Roadster wenig zur Sache, denn hier steht der Roadster eindeutig im Vordergrund.

1.8 TFSI passt im Roadster

Durch das elektrisch hochfahrende Windschott ist das Roadster-Feeling auf die Kopfhöhe beschränkt, wer wieder Frischluft um die Zehenspitzen fühlen will, muss das Windschott versenken. In jedem Fall gut hörbar ist der Abgasknall des kleinen Motors während eines perfekt getimten Gangwechsels. Dies bedarf den Dynamic-Mode, sowie einen manuellen Gangwechsel an der Schaltwippe zwischen 3.500 und 4.000 Touren und der kleine „ploppt“ wie ein Großer.

Nicht übel, dass Audi sich im Sounddesign auch noch etwas für den kleinsten hat einfallen lassen, um ihn emotional nicht verkommen zulassen. Klar er spricht nicht so kernig und bissig an, wie die 2.0 TFSI Variante mit 230 oder gar 310 PS, doch die Fahrdynamik spricht für ihn. Was dem 1.8 TFSI an Motorleistung fehlt macht er durch das gut ausbalancierte Fahrwerk wett, welches das Untersteuern fast gänzlich (trotz fehlender mechanischer Sperrwirkung) eliminiert hat. Mit knapp 7,5 l/100km überspringt er die Verbrauchsnormangabe dafür auch nicht ganz so leichtfüßig, wie die größeren Modelle.

Cleanes Cockpit – virtual cockpit (noch) nicht perfekt

Wobei in jedem TT primär der Fahrer im Vordergrund steht. Durch das virtual cockpit wird der Beifahrer total entkoppelt und ist im wahrsten Sinne des Wortes nur Beiwerk. Die Idee hinter dem digitalen Cockpit ist genial, alle Informationen sind für den Fahrer direkt abrufbar ohne die Hände vom Lenkrad zu nehmen. Das Cockpit ist phänomenal gut entschlackt. Purer geht es nur noch in Rennwagen zu. Die komplette Klima-Steuerung steckt in den Lüftungsdüsen, die optionale Kopfheizung, sowie Sitzheizung steckt gar in einem Dreh-Drück-Knopf.

Als Freund von neuer Technik habe ich diese „reinrassige“ Entwicklung des TT immer mit einer Art skeptischer Neugier beäugt. Bei anderen Modellen des VW Konzern kommt das virtuelle Cockpit nicht ohne einen weiteren Bildschirm aus. Im TT muss die Hand-Augen-Koordination neu antrainiert werden, denn in der Mitte des Armaturenbretts ist rein gar nichts außer klinische Reinheit zu finden. Es bedarf mehr Konzentration den Blick leicht zu senken, als schräg den Kopf zu drehen. Der Blick geht fast vollständig von der Straße weg. Technisch ist das virtual cockpit eine Glanzleistung, doch die Umsetzung schreit nach Assistenten, welche die Straße überwachen und auch bei voller Fahrt autonom eingreifen können.

Der Audi TT Roadster ist auch in der dritten Generation irgendwie eine Ikone. Immerhin hat er nun mehr Kanten, das Cockpit ist aufgeräumter als je ein anderes Fahrzeug es je war und trotz des Basis-Motors macht Audi’s kleinster Sportwagen Spaß. Doch nur als Roadster geht der „Kleine“ in Ordnung, wer das Coupé bevorzugt, muss wohl oder übel zum großen Motor greifen.

Video-Fahrbericht Audi TT Roadster 1.8 TFSI

Text/Fotos: Fabian Meßner

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