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Ersteindruck Ford Focus ST: Der Sportler im Alltag

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Von fünf weniger eins macht vier. Von 2,5 runter auf 2,0: irgendwie sieht das nach weniger aus, doch von 225 herauf auf 250. Jetzt aber mal Klartext, es geht um den neuen Ford Focus ST, der trotz eines Zylinders weniger und damit auch 500 Kubik Hubraum einbüßt, mehr Leistung als sein Vorgänger entwickelt, dabei aber noch verbrauchsarmer ist. Die EcoBoost-Technologie macht es möglich und sie macht Spaß.

Ich muss zugeben, als ich im vergangen Jahr hörte, dass der Ford Focus ST einer seiner kernigen Fünfzylinder aufgeben musste war ich doch etwas betrübt. Ein Zylinder weniger, aber was soll den ST dann noch gegenüber der Konkurrenz auszeichnen? Da war der extra Zylinder schon alleine für sich ein Segen, nicht nur wegen des Hubraums, auch wegen des ganz speziellen Klangs. Der Zylinder ist weg, der Klang auch. Naja nicht so ganz, Klang ist noch da, er ist eben anders, aber nicht schlecht anders. Etwas leiser, gedämpfter als sein Vorgänger dringt beim neuen Focus ST der Klang – auch bedingt durch Soundemulatoren – in den Innenraum. Besser abgestimmt habe ich solche Emulatoren noch nicht erlebt! Bei ruhiger Fahrweise dringt kaum ein Geräusch nach innen, wodurch eine angenehme Unterhaltung möglich ist. Erst wenn du ein zwei Gänge herunterschaltest, ausgehend vom sechsten Gang, dann wird es laut. Aber nicht störend laut, sondern sportlich laut. Es bietet sich eine angenehme Geräuschkulisse, die die Leistungen, die auf der Straße ankommen untermalt und zwar perfekt. Keinesfalls untertrieben oder maßlos übertrieben wie es bei der Konkurrenz der Fall ist, nein einfach perfekt abgestimmt auf die jeweilige Fahrweise.

Aber genug vom Klang für die Ohren, nun etwas für die Fahrgefühle, diese sind im Focus ST sehr gut aufgehoben, denn der neue Vierzylinder-Turbo beerbt den alten Motor mit imposanter Leistungsentfaltung. Die wohl mittlerweile schon fast bewährte EcoBoost-Technologie und der Borg-Warner Turbo drücken die 1,4 Tonnen ganz ordentlich nach vorne. In Zahlen sind das 6,5 Sekunden bis 100 km/h und 248 km/h Spitze. Darüber hinaus ist der Turbomotor äußerst Drehfreudig, obwohl die Leistung schon bei 5.500 U/min ansteht dreht die Nadel auch gerne über 6.000 aber spätestens dann sollte der nächste Gang des manuellen Sechsgang-Schaltgetriebes eingelegt werden. Die Kraft kommt, wenn auch manchmal mit dezentem Gummiabrieb, fast verlustfrei auf die Straße, wobei bei starker Beschleunigung ein fester Griff am Lenkrad von Nöten ist, denn der ST springt ganz leicht, aber spürbar von rechts nach links, dies kann aber auch am teilweise schlechten Fahrbahnbelag gelegen haben. Den an sich positiven Eindruck des Motors trübt etwas die Sechsgangschaltung, die zwar anders übersetzt ist wie in den anderen Focus-Modellen, allerdings keine Schaltwegverkürzung hat. An dieser Stelle schlägt vor allem eines durch: der Focus ST ist kein reiner Sportler, sondern einer der kann, wenn er will, aber nicht immer muss. Die harte Gangart ist dann allerdings aber auch schon wieder zu viel für den ST, denn trotz „Sportfahrwerk“ verschiebt sich die ganze Karosserie über lange Bodenwellen um übertrieben gesprochen ein paar Zentimeter Richtung Kurvenausgang. An sich kein Problem, aber doch unangenehm sollte ein größerer LKW hinter der nächsten Kurve warten.

Mit anderen Worten ein Auto, das einen hohen Nutzwert im Alltag besitzt, dennoch aber auch die linke Spur auf der Autobahn für sich beanspruchen kann. Vorausgesetzt ist natürlich eine ähnlich aggressive Farbe, wie das vorgestellte „Race-Rot“ oder „Sunset-Gelb-Metallic“, denn ohne auffällige Farbe geht der an sich brave ST schon fast unter. An der Front fällt nur die etwa weiter nach unten gezogene Spoilerlippe auf, sowie der ST Schriftzug, was im Rückspiegel nicht wirklich sichtbar ist. Eben wieder ein klassischer „Wolf im Schafspelz“, wohl auch deswegen wird er wieder als Turnier angeboten, um als einziger in dieser Klasse, wo er gegen Golf GTI und Co. anzukämpfen hat, auch einen gewissen Mehrwert zu bieten, der ihm somit eine Sonderstellung einräumt.

Zusammengenommen ist der Focus ST ein umgängliches Auto, das seinem Fahrer keine extra Stuntschul-Ausbildung abverlangt, sondern ein Auto zum schnellfahren für Jedermann ist und das auch noch zu einem ziemlich moderaten Preis von 27.950 Euro aufwärts.

Text: Fabian Meßner

Fotos: Fabian Meßner

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