Ultra-E Projekt: Europa bekommt 350 kW Ladenetzwerk

Ultra-E Projekt 350 kW Aufladung

Die Infrastruktur des Ladenetzwerk in Deutschland ist dürftig. Lediglich mit einem Tesla kann man mit einem minimalen „Tankstopp“ eine schnelle Tour durch Deutschlang tätigen. Doch das könnte sich bald ändern, denn ein Zusammenschluss will in Europa das Ultra-E Projekt voran bringen. Ein Schnell-Ladenetzwerk mit 25 Stationen verteilt über Deutschland, die Niederlande, Belgien und Österreich. Die Ladeleistung soll bei 350 kW liegen!

Neue Höchstleistung von 350 kW

Mit 350 kW würde man mal eben das Tesla Supercharger Netzwerk links liegen lassen, was nicht einmal die Hälfte an Ladeleistung bringt. Zumal mit 350 kW man auch über sieben Mal mehr Leistung in das Aufladenetzwerk bringt, als es derzeit der Standard in Europa ist.

Derzeit kann zwar noch kein E-Fahrzeug solche Ladeleistungen aufnehmen, Tesla führt derzeit mit 120 kW, aber sie kommen. Zum Beispiel die Porsche Mission E, welches so ein Netzwerk für die 800 Volt Batterie zwingend benötigt. Aktive Mitglieder seitens der Hersteller im Ultra-E Projekt sind unter anderem Audi, BMW und Renault. Heißt in naher bzw. vielleicht auch etwas entfernter Zukunft, könnte ein Elektro-Tankvorgang, kaum länger dauern als ein konventioneller.

Zumal Volkswagen und Porsche bereits Elektrofahrzeuge angekündigt haben, die innerhalb von 15 Minuten wieder zu 80% aufgeladen sind. Damit sind lange Reisen in Elektrofahrzeugen zumindest in der Theorie kein Problem mehr. Eventuell wird dann eher Stau an den Ladesäulen zum Problem.

Investitionen von Ultra-E Projekt verhältnismäßig gering

Das Ultra-E Projekt umfasst Gesamtkosten von rund 13 Millionen Euro, davon übernimmt die Europäische Union etwa die Hälfte. Ein eher lächerlicher Betrag, wobei die Förderung für E-Autos in Deutschland rund 300 Millionen Euro für die Verbesserung der Infrastruktur bereitstellt. Laut dem aktuellen Plan soll das Ultra-E Projekt im Jahr 2018 abgeschlossen sein, womit man genau zum Zeitpunkt fertig wäre, zudem die ersten neuen „Massen“-E-Autos vom Band laufen sollen.

Der Stein kommt endlich ins Rollen

Mit nur 25 Stationen in vier Ländern ist das Netzwerk nicht unbedingt groß. An geschickten Knotenpunkten gesetzt, kann somit ein Elektroauto aber durch alle vier Länder fahren ohne dabei unterwegs liegen zu bleiben. Aber immerhin sprechen wir von einem wichtigen, ersten Schritt, den bisher keiner gehen wollte. Autohersteller waren von der Produktion der E-Autos noch nicht sehr überzeugt und die Stromanbieter wollten nicht die Infrastruktur aufbauen. Es gibt nun immerhin schon von beidem etwas, aber die großen Strecken lassen sich damit noch nicht sinnvoll abdecken. Das Ultra-E Projekt bringt den Stein aber endlich ins Rollen.

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