Umweltbundesamt übt sich in Kritik ohne Hand und Fuss

Mercedes-Benz G-Class (BR 463) 2015

Die deutsche Auto-Industrie steht mal wieder in der Kritik der Klimakommissare, allerdings gehen diese nur den Weg des geringsten Widerstands. Der aktuelle Grund sind die, obwohl die Klima-Bestimmungen eingehalten werden, Zunahme von Leistung und Gewicht bei den neuesten Automodellen. Als Beispiel wird hier etwa ein Mercedes-Benz G65 AMG angesetzt. Der wird immerhin in Massen abgesetzt, quasi jeder Zweite fährt dieses Dickschiff, welches 397 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt.

Abgesehen davon, dass die Entwicklung dahingeht, die schnellen und leistungsfähigen Autos dorthin zu konstruieren, dass sie im NEFZ-Test bestehen und draußen auf der Autobahn „leider“ mehr ausstoßen und verbrauchen als angegeben, könnte die Industrie sicherlich auch anders. Es gibt ausreichend Tests, die bewiesen haben, das eine effizientere Gestaltung fast jeden Motors über die Elektronik möglich ist.

Absolut lächerlich seitens der Partikel-Zähler ist die Annahme, dass absolutes jedes Auto stärker und schwerer geworden ist. Zumal sich kaum einer diesen G65 AMG V12 überhaupt leisten kann. Selbst schuld, wenn ein Testzyklus geschaffen wird, der den Einsatz von Turboladern verlangt, die zwangsläufig mehr Leistung aus den Aggregaten kitzeln. Da liegt die Schuld nicht auf Seiten der Autobauer.

Auch in der letzten Meldung ist immer von „Transport“ die Rede. Dazu zählen auch LKWs, die zahlenmäßig deutlich zugenommen haben – die Bahn kommt eben nicht nur im Personenbeförderungsnetz zu spät. Ganz ehrlich, was können BMW, Mercedes-Benz, Audi und Volkswagen für die LKWs? Wie wäre es vielleicht mit einer Bezuschussung für Elektroautos oder neue Fahrzeuge, wie es etwa in anderen Ländern der Fall ist. Dann würde sich der Invest für alle Seiten lohnen, aber Vorwürfe machen ist eben einfacher.

Ein Indiz dafür ist beispielsweise, dass es schon schwer ist eine Statistik zu finden, in der „Verkehr“ als solches einzeln aufgeführt ist. In den allermeisten Fälle wird der private Verkehr mit dem Personenverkehr der Bahn, teils dem Güterverkehr (also LKW und Bahn) und in den ganz extremen Fällen sogar der Luftfahrt zusammengefügt. Aus dem einfachen Grund, weil der Wert sonst zu klein für das Diagramm wäre.

Ein Atomkraftwerk (Durchschnitt) stößt für die gesamte Prozesskette pro erzeugter Kilowattstunde 32 Gramm CO2 in die Luft aus. Der Wert ist zwar von 2012, doch die meisten Kernkraftwerk sind seitdem nicht wirklich „runderneuert“ worden. Schalten wir also einen Reaktor von 1.300 Megawatt „mal eben“ ab, ist es überhaupt kein Problem mit tausenden Mercedes-Benz G65 AMG V12 durch die Gegend zu poltern. Selbst ein V12 Dieselmotor der zwanzig Jahre alt ist, wäre da kein Problem. Den Klimawandel auf den Verkehr zu schieben ist lächerlich. Es ist nur einfacher für die Politik, der Auto-Industrie den schwarzen Peter zu zuschieben, denn theoretisch geht es ohne Autos, doch ohne Strom bricht alles zusammen. Und vergessen wir nicht, dass einige Politiker nach oder vor ihrer politischen Laufbahn gerne in den Energie-Sektor wechseln.

Foto: Mercedes-Benz

Quelle: ane

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