Mittelklasse-Vergleich: Skoda Superb oder Ford Mondeo

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Die Mittelklasse mag nicht so hart umkämpft sein, wie die Kompaktklasse, doch hier treffen zwei ganz heiße Kandidaten direkt aufeinander. Der neue Ford Mondeo, auf den wir zwei Jahre warten mussten, und der neue Skoda Superb, der mit neuester MQB-Technik ausgestattet ist. Doch wer von den beiden ist die bessere Mittelklasse-Limousine? Ein kurzer Vergleich der beiden Modelle als Limousine, obgleich sie als Kombi doch weitaus besser verkauft werden.

Im Bereich einer Flotte kommt es oft auf wenige Euros an und hier unterscheiden sich Ford und Skoda auch eben nur um solche. Während der Ford ab 25.400 Euro (1.0 ecoboost 92 kW) zu haben ist, kann der Skoda bereits ab 24.590 Euro (1.4 TSI 92 kW) geordert werden. In der gehobenen Ausstattung schwindet der Preisunterschied mächtig und wird nur noch für die ganz krassen Zahlenschubser relevant. Mit anderen Worten, nur wer jeden Euro drei Mal umdreht, wird dann noch nach dem Preis entscheiden.

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Wenn der Preis also nicht die Entscheidung herbeizaubern kann, was dann? Bei den Benzinmotoren mag Ford die Nase dezent vorne haben, denn sowohl der 1,0-Liter ecoboost Dreizylinder als auch der 1,5-Liter ecoboost Vierzylinder sind schwer zu schlagen, insbesondere vom Verbrauch. Vor allem dessen geachtet, dass der Ford Mondeo mehr auf die Waage bringt, als der Skoda Superb. Der Dreizylinder mag nicht unbedingt die laufruhigste Wahl sein, doch beim Verbrauch ist ihm schwer etwas vorzumachen. Auch der neue Turbo-Vierzylinder mit 160 PS konnte ordentlich Eindruck schinden.

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Bei den Dieselmotoren – in diesem Segment eigentlich ausschlaggebend – sehe ich persönlich den Skoda Superb vorne. Laufruhiger und sparsamer sind die TDI-Motoren für die MQB-Plattform. Nicht nur, weil sie auf dem Papier weniger verbrauchen, sondern auch, weil sie es in der realen Welt tun. Nicht so wenig, wie angeben, dennoch weniger als ähnliche Motoren im Ford Mondeo. Auch die Spreizung der Leistungsstufen ist beim Superb attraktiver und weiter, vor allem weiter nach oben. Auch wenn heutzutage kaum noch einer 280 PS wirklich benötigt oder gar ausfahren kann. Müsste ich im Skoda einen Benzinmotor wählen, dann den 1.4 TSI mit aktiver Zylinderabschaltung. 150 PS, wenn man sie benötigt und zwei Zylinderbetrieb, wenn man nicht mehr braucht.

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Wenn es dann an eine hübsche Metallic-Lackierung geht, dann lässt sich Ford diese mit etwa 100 Euro mehr als Skoda bezahlen, aber das nur am Rande. Ford bietet da auch etwas mehr Farbfreude an, während Skoda sich auf gedeckte „Business-betonte“ Farben besinnt. Bei den Tschechen gibt es dafür mehr Spielereien auf der Sonderausstattung-Liste, teils auch Dinge, wie etwa das vorzügliche adaptive Dämpfersystem DCC, welches Ford nicht anbietet. Klar, Ford protzt auf der anderen Seite mit Voll-LED Scheinwerfer, die aus der Werbung bekannt sind und auch deutlich besser als die optionalen Bi-Xenon Leuchten des Superb. Warum dieser nicht mit LED-Scheinwerfer beliefert werden darf, weiß sich keiner so wirklich zu erklären. Immerhin ist es das Topmodell von Skoda und der Seat Leon hat solche Scheinwerfer.

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Aber zum wichtigsten Punkt: Wer fährt sich besser, Kölner oder Tscheche? Da scheiden sich die Geister, denn einerseits gibt es Stimmen, die den Mondeo hier vorne sehen und wiederum andere, die den Superb an dieser Stelle bevorzugen. Bei Ford hat sich mit dem neuen Mondeo einiges getan, er ist deutlich angenehmer zu fahren, als noch in der Generation davor. Um es mit den wohl gewählten Worten einiger meiner Kollegen auszudrücken „der Ford Mondeo liegt satter auf der Straße“. In meinen Augen müsste es eher „schwerfälliger“ heißen, eben gerade weil man ihm das Gewicht anmerkt.

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Der neue Skoda Superb mit seiner leichten Art hat mir da deutlich besser gefallen, denn in meine Augen muss sich ein Auto nicht schwer anfühlen. Eher wäre dies für mich sogar ein Grund es nicht zu kaufen, denn, was soll ich denn bitte mit einem Auto, das mir den Eindruck vermittelt mit einem Panzer unterwegs zu sein? Beide fahren sich zuverlässig und sicher, doch der Skoda Superb macht alles etwas einfacher und ist in meinen Augen durch seine Leichtgängigkeit besonders auf langen Strecke der bessere Begleiter.

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Gleich dem Disput bei der Fahrlage gibt es auch unterschiedliche Lager zum Innenraum. Thomas etwa war überhaupt nicht zufrieden, Bjoern etwa hingegen war sehr angetan. Ich persönlich muss zugegeben in der Meinung exakt irgendwo dazwischen zu liegen. Der Innenraum des Ford Mondeo hat mich nicht umgehauen, es fehlte der Wow-Effekt, ich war aber auch nicht angeekelt. Dem Preis angemessen gibt es viele Plastik-Teile (optional auch mit Leder-Bestuhlung), die in manchen Autos gut aussehen und in manchen Testfahrzeugen schon etwas übler aussahen. Die Langlebigkeit der Teile ist also noch immer ein kleines Problem für die Kölner, aber wer fährt heute ein Auto schon noch länger als 20.000 Kilometer? ;)

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Beim Superb ist (bedingt durch die allgegenwärtige VW Mutter) alles bekannt, die Schalter sind dort, wo sie auch beim Golf, Audi A3 oder VW Passat sind. Das mag für manche total langweilig sein, doch es funktioniert eben alles – außer MirrorLink. Auch Sync 2 von Ford ist nicht von Fehlern gefeit, es hat auch seine Probleme mit der Smartphone-Integration. Da müssen sich beide Geräte „gut riechen“ können, sonst klappt das nicht ohne Umstände.

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Und was entscheidet schlussendlich, wenn man keine Flotte hat? Das Bauchgefühl natürlich. Aus dem Bauch heraus würde ich mich für den Superb entscheidend, obwohl ich ein totaler Fan des Voll-LED Scheinwerfer des Mondeo bin. Doch das Auto ist für mich schon über zwei Jahre alt und einfach zu spät auf den deutschen Markt gekommen. Da kann mich das neue Design des Skoda Superb eher abholen und für sich begeistern. Und nicht zuletzt wäre da der immense Raum auf der Rückbank. Wer nimmt nicht gerne seine Freunde mit und hört Sätze wie „verdammt ist hier viel Platz“.

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Weiter zum Fahrbericht des neuen Skoda Superb. Oder zum Ford Mondeo sowie auch dem Ford Mondeo Turnier mit besagtem 1,5-Liter ecoboost Vierzylinder.

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Text: Fabian Meßner

Titelbild: Ford, Skoda

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