EDAG Light Cocoon – Leichtbau aus 3D-Druck mit Haut von Jack Wolfskin

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Der 3D-Druck findet auch in der Automobilbranche immer mehr Beachtung und so wird die EDAG AG in Genf ihr Leichtbaukonzept, den Light Cocoon, vorstellen. Ein Fahrzeug, welches mit diesem Verfahren hergestellt wurde und die Außenhaut von Jack Wolfskin spendiert bekam. 

Schon der amerikanische Automobilhersteller Local Motors zeigte mit dem Konzept Strati ein Fahrzeug aus dem 3D-Drucker, welches innerhalb von nur 44 Stunden hergestellt werden konnte. Die Bedeutung dieses Druckverfahrens wird weiter zunehmen und ein Grund hierfür ist der Wegfall von bestimmten Patenten, die diese Entwicklung beschleunigen. So entwickelte die EDAG AG den Light Cocoon nachhaltig und präsentiert das Leichtbaukonzept auf dem Auto-Salon in Genf.

Effizientere Fertigung der Fahrzeuge dank 3D-Druck

Bereits im vergangenen Jahr zeigte EDAG mit dem Konzept „Genesis“ wohin es gehen kann. Fahrzeuge könnten noch effizienter, besser und anders gefertigt werden, beschreibt das Unternehmen mit Hinblick auf den 3D-Druck und Genesis. Es lassen sich sämtliche Strukturen und Formen aus dem Drucker herstellen und dies wird beim Light Cocoon in Genf noch deutlicher.

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Die Fertigungsverfahren könnten sich in den kommenden Jahren deutlich verändern und dies durchaus positiv mit Sicht auf Produktionskosten, Flexibilität und Ressourcen. Der 3D-Druck ermöglicht die Produktion ganz ohne Abfallprodukte. Selbst Metalle lassen sich „drucken“ und in Form bringen.

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Dies ist nachhaltig und sorgt für die Schonung wertvoller Ressourcen. Gleichzeitig wird dadurch eine werkzeuglose Produktion ermöglicht. Ein Transport der Materialien fällt dabei weg bzw. wird deutlich verringert und Ersatzteile können dort produziert werden, wo sie auch tatsächlich benötigt werden.

Die Natur als Vorbild genommen – bionische Konstruktionsverfahren

Der extreme Leichtbau ist erst durch moderne bionische Konstruktionsverfahren ermöglicht worden. Beim EDAG Light Cocoon diente, wie schon beim Genesis, die Natur als Vorbild. Ein Blick dahin zeigte als Beispiel eine Schildkröte, deren Panzer von enormer Stabilität geprägt ist und den empfindlichen Körper des Lebewesens schützt. Ein Querschnitt dessen zeigt ein Gerippe, welches am Ende von durch eine durchgehende Schicht verdeckt wird. Bei der Konstruktion des Konzeptfahrzeugs nahm man sich ebenso Blätter und Fledermausflügel vor und ließ sich von deren Aufbau inspirieren. Ein Fahrzeug musste somit nicht länger als eine geschlossen Fläche betrachtet werden.

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Welche Erkenntnisse konnten daraus gewonnen werden? Ein Bauteil muss nicht vollständig und füllend aus einem Material bestehen. Stattdessen nur dort eingesetzt werden, wo es für Funktion, Sicherheit und Steifigkeit notwendig ist. Ergebnis ist die verästelte Tragstruktur im Light Cocoon, die werkzeugfrei hergestellt werden konnte und solche bionischen Designs erst ermöglichen. Um dies mal in einer Zahl zu verdeutlichen, konnte bei der Motorhaube somit nur durch dieses Verfahren etwa 30 Prozent an Gewicht eingespart werden.

Gewichteinsparung hilft der Elektromobilität

Betrachtet man dies auf das gesamte Fahrzeug, lässt sich enormes Gewicht einsparen und dadurch gleichzeitig die Effizienz steigern. Dies würde vor allem der Elektromobilität zugutekommen und der aktuell noch schweren Batterietechnologie entgegenwirken und das Gewicht der Fahrzeug deutlich reduzieren, womit die Reichweite auf der anderen Seite steigt.

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Ja, der Einsatz solcher Verfahren ist in der Automobilentwicklung denkbar und schon sehr bald möglich. Statt ein gesamtes Fahrzeug auf diese Art herzustellen, könnten die Automobilhersteller schon mit einzelnen Bauteilen beginnen.

Jack Wolfskin liefert die Außenhaut und setzt auf sehr leichten Stoff

Der Leichtbau des Fahrzeugs zieht sich in der Außenhaut weiter fort und hierfür hat Jack Wolfskin, einer der bekanntesten Outdoor-Ausrüster, einen besonders belastbaren und witterungsbeständigen Stoff entwickelt. Mit diesem ist der Light Cocoon der EDAG AG umhüllt und wiegt lediglich bis zu 19 Gramm pro Quadratmeter. Extrem leicht und lässt zusätzlich enormes Gewicht einsparen. Der Individualisierung durch den 3D-Druck und einer solchen Außenhaut aus Stoff sind damit kaum noch Grenzen gesetzt. Statt aufwendige Reparaturen am Lack durchzuführen, muss hier nur noch der Stoff für das Bauteil ausgetauscht werden.

„Wir verfolgen die Vision der Nachhaltigkeit – so wie es uns die Natur vormacht: leicht, effizient, ohne Verschwendung“ erläutert EDAG Chef-Designer Johannes Barckmann. „Im Ergebnis zeigt der „EDAG Light Cocoon“ eine stabile verästelte Tragstruktur aus dem 3D-Drucker, die nur dort Material vorsieht, wo es tatsächlich gebraucht wird.“

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Natürlich kann das Fahrzeug mit seinem Gerippe so nicht bleiben und musste entsprechend verhüllt werden. Stoff hierfür zu nutzen ist sicherlich sehr gewagt und kann/wird auf fragende Blicke stoßen. Dieser ist jedoch so widerstandsfähig, dass das Innenleben vor sämtlichen äußeren Einflüssen geschützt ist.

LED-Beleuchtung setzt entscheidende Akzente

Für Genf ist das Fahrzeug mit LED-Beleuchtung ausgestattet und bildet die Konstruktion entsprechend auf der Außenhaut ab. So erhält der Besucher guten Einblick darin, welche Struktur der Light Cocoon besitzt. Futuristisch und realistisch zugleich wirkt dieses Konzeptfahrzeug.

Von dem EDAG Light Cocoon konnte ich mir vorab bereits ein eigenes Bild bei der EDAG AG mit Hauptsitz in Wiesbaden machen und bin auf das fertige Konzeptfahrzeug in Genf gespannt. Ihr habt selbst die Möglichkeit in Halle 2 am Stand 2158 euch selbst davon überzeugen zu lassen. Auch Bjoern von mein-auto-blog.de hat seine eigenen Eindrücke im Vorfeld gewinnen können.

Text/Fotos: Daniel Bönnighausen

3 Gedanken zu “EDAG Light Cocoon – Leichtbau aus 3D-Druck mit Haut von Jack Wolfskin

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