Auto-Industrie bloß gestellt: 14-Jähriger Schüler hackt Fahrzeug

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Das Hacker sich nicht mehr nur auf persönliche Daten wie Kreditkarten und Passwörter spezialisieren ist kein Geheimnis. Viel mehr werden immer öfters moderne Fahrzeuge (und deren schlechten Sicherheitssysteme) Opfer von Hacker-Angriffen. Ein 14-jähriger hat die Auto-Industrie nun vollends bloß gestellt und dargestellt, wie schlecht die Autos von heute geschützt sind.

14 Jahre alt und Erzählungen nach soll er ausgesehen haben wie 10. Als Teil einer Gruppe von High-School und College Studenten in den USA, zusammen mit Ingenieuren aus der Industrie fand im vergangenen Juli ein Camp statt, welches sich mit den Hack-Angriffen auf Fahrzeuge befasste.

Den Hackern war es gestatte auf die Hilfe von „Experten“ zurück zugreifen, um die Fahrzeuge zu hacken. Eine Aufgabe, die laut den nationalen Top-Sicherheitsexperten der USA Wochen oder Monate in Anspruch nehmen soll. Der 14-jährige Schüler allerdings verzichtete auf jedwede Hilfe, kaufte sich für $15 US-Dollar Teile bei Radio Shack ein und baute innerhalb einer Nacht ein Gerät, welches den Hack-Zweck erfüllen sollte.

Am nächsten Morgen hackte er sich ohne Probleme in das Fahrzeuge eines „großen Autoherstellers“. Die Reaktionen waren eindeutig. Aussagen wie „er sollte nicht in der Lage sein dies zu tun“ wurde aufgezeichnet. Nicht nur verblüfft, sondern bloßgestellt standen die Experten dort nun rum.

Es war dem 14-jährigen Schüler möglich die Scheibenwischer an und aus zu stellen, die Türen zu öffnen und zu schließen, sogar eine Fernzündung des Motors war kein Problem. Auch die Lichtanlage war kein Hindernis, er konnte alle Leuchtmittel einzeln bedienen und aufleuchten lassen. Die Krönung in meinen Augen war, dass er Songs von seinem iPod im Auto wiedergeben konnte, ohne das eine Kabel oder Bluetooth-Verbindung zwischen den beiden Geräten bestand. Weder Name des Schülers noch der Marke des gehackten Fahrzeugs wurden preisgegeben.

Bei den Autohersteller machte sich allgemeine Verwunderung breit, denn niemand ahnte, dass es so einfach (und auch billig) sei sich in eines ihrer aktuellen Autos zu hacken. Im gleichem Atemzug wurde allerdings seitens des Prüf-Komitee dargestellt, dass keine Sicherheitsfunktionen wie die Lenkung, Gas- oder Bremspedal angetastet wurde. Ganz ehrlich: wahrscheinlich hätte der junge Schüler dafür nur weitere $15 US-Dollar benötigt und er hätte auch das geknackt. Immerhin sind Gas- und Bremspedal inzwischen meist elektrisch, genauso wie die Lenkung. Was elektrisch ist hat Kabel und nichts anderes liegt bei den gehackten Funktionen vor.

Auch BMW wurde bereits Opfer eines solchen Tests, dabei wurden die Remote-Services attackiert und zwar erfolgreich innerhalb weniger Minuten. Einem anderen Forscher-Team ist es bereits gelungen einen Chevrolet Impala fernzusteuern. Auch nur zwei von 16 befragten Fahrzeugherstellern konnten Antworten zur Frage geben, wie sie gegen einen Hackangriff antworten könnten / würden.

Eine Studie hat ergeben, dass selbst wenn nun direkt reagiert werden würde, dann bräuchte es dafür neue Ingenieure. Denn laut der Studie sitzen die Ingenieure nicht in Detroit (damit grenzt es den gehackten Autohersteller auch etwas ein…Ford und GM), sondern an den Technik-Universitäten. Drei bis fünf Jahre könnte es dauern bis ein neues (sicheres) System programmiert ist. Und gemessen an den USA ist dabei den 230 Millionen Fahrzeugen auf der Straße noch überhaupt nicht geholfen.

Mit anderen Worten, die Auto-Industrie ist quasi völlig hilflos und die Hacker dieser Welt können sich an jeder Straßenecke ein kostenlose Taxi nehmen oder einfach machen was sie wollen, da die Industrie keine Gegenmaßnahme einzuleiten weiß.

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