BRABUS besichtigt: ein Blick hinter die Kulissen des Veredlers

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Bodo Buschmann und Klaus Brackmann hatten 1977 eine nunmehr millionenschwere Idee. Eigentlich als Auslagerung zur Mercedes-Vertretung des Buschmann Vaters‘ gedacht hat sich die Marke BRABUS (Zusammensetzung aus BRAckmann und BUSchmann) immer mehr dem Tuning zugewandt. Schon damals wurde die Marke schnell bekannt durch Umbauten des Mercedes-Benz W126. Heute sind die Umbauten noch extremer basieren meist auf AMG-Modellen und haben über 800 PS.

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Auch heute noch gibt es eine ganze Abteilung für Classic Modelle. Diese werden komplett aufgearbeitet, sei es nur der Lack oder eine komplette Überholung des Motors, so dass diese danach aussehen wie frisch vom Band. Auch einige Schätzchen stehen hier direkt zum Verkauf – für diejenigen, die schnell bis zu einer Viertel Million Euro auftreiben können.

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Heutzutage rüstet die Marke vom kleinen A bis zum großen G alles um. Vor allem die G-Modelle sind der absolute Renner mit bis zu 800 PS. Kaum weniger werden von den S-Klassen umgebaut. Egal ob V12 oder V8 hier wird alles noch schneller gemacht. Schneller bezieht sich damit meist auf die Beschleunigung, denn meist sind die Fahrzeuge in der Geschwindigkeit auf 300 km/h begrenzt. Schlichtweg weil es am Reifen fehlt, es gibt keinen guten Reifen der lange mehr verträgt.

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Auch beim Drehmoment wird meistens „Downsizing“ betrieben. Die Antriebe erzeugen meist mehr als gut für das Getriebe wäre, daher wird bei 1100 Nm Drehmoment ein Riegel vorgeschoben. Dann sprechen wir noch immer vom Seriengetriebe bei den AMG-Modellen.

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Grenzen werden bei BRABUS erst dort gezogen, wo es an die Grenzen der Straßenzulassung tritt. Zuvor bremst einen nur der eignen Geldbeutel aus. Eine V-Klasse zum mobilen Büro für knapp 200.000 Euro, kein Problem! Den G 63 AMG 6×6 noch extremer, klar auch kein Problem für bis zu 300.000 Euro lässt sich auch dieses Monster noch weiter veredeln. Knapp 20 Mal ist dies schon in Bottrop passiert. Und zwei weitere stehen schon zum auspacken bereit auf dem Hof.

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Hier wird bei den Motoren die gleiche Feinarbeit wie auch bei AMG in Affalterbach angelegt, wenn nicht noch ein wenig mehr. Schließlich müssen alle Bauteile auch noch mehr vertragen können. Bei den dicken V8 Biturbo Motoren bis 850 PS kommen bedingt durch die Aufbohrung auch neue Pleuel zum Einsatz. Diese vertragen noch mehr Motordrehmoment als die Serienteile und sind aus einen härteren Material gefertigt.

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Dazu kommen neue Turbolader, die auffällige goldene Ummantelung, um die entstehende Hitze besser abzuleiten bzw. abzuleiten und ein Detail, das auf den ersten Blick nicht weiter auffällt. Die gesamte Luftführung wurde geändert, so kommt an der Front ein spezielles Teil aus Carbon (aus dem Rennsport) zum Einsatz.

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Dieses leitet die Luft wiederum über ein weiteres Bauteil, welches an der Motorhaube befestigt ist, direkt in die oben angeordneten Luftfilter. Auf dem eigenen Motorprüfstand werden die Motoren innerhalb der Entwicklungsphase auf Herz und Nieren getestet und müssen auch mal bei einem Dauerlauf herhalten.

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Wer nicht unbedingt auf dicke Schlappen und Leistung im Überfluss steht, der kann sich auch nur den Innenraum veredeln lassen. Das scheint nicht ungewöhnlich zu sein, so finden sich in der Werkstatt auch unscheinbare Modelle, die im Innern nichts mehr mit ihrer Serienfertigung gemein haben. Feinstes Leder, Ziernähte und extravagante Sonderwünsche sind hier nicht ungewöhnlich. Obwohl es auch immer mal wieder extreme Kunden gibt, die etwa einen SL in mattschwarz ordern und sich im Innern alles mit rotem Straußenleder beziehen lassen. Wer das Geld hat, hat die Qual der Wahl.

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Die ersten Schritte an einer Mercedes-Benz S-Klasse mit V12-Motor. Ein aufgeklebtes Carbonteil – ohne weitere Funktionen.

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Dieses G-Modell bekommt eine komplett neue Innenausstattung, deshalb wird er komplett entkernt.

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Die Plakette darf nie fehlen, denn ein BRABUS ist kein Mercedes-Benz mehr bzw. darf den Stern nicht mehr tragen. Er wurde deutlich weiter verändert, als es Daimler bei AMG machen würde.

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Eine neue Kurbelwelle und Pleuel für die Leistungssteigerung auf 850 PS.

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Die Elektronik, die in der Business-Version der V-Klasse steckt ist immens. Der komplette Boden fast die Elektronik, in diesem Fall auch einen Mac Mini als Rechenmaschine. Aus der Trennwand fährt später ein 40 Zoll-Bildschirm heraus.

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Ein fertiger Umbau zur 850 PS Leistungssteigerung.

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Diese Ölwanne hat BRABUS selbst gefräst, um speziellen Ansprüchen gerecht zu werden. Einige Teile kommen aus dem eigenen Haus beispielsweise Felgen werden aus Deutschland zugeliefert.

Text/Fotos: Fabian Meßner

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