Connected Car: Automobil-Branche arbeitet auf Sparflamme

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Vor kurzem wurde ich gebeten einen Vortrag zu Apps im Auto, also dem „Connected Car“ wie man es so schön nennt zu halten. Ich hatte nicht wirklich viel positives zu berichten, dass wurde auch schnell den Zuhörern klar als sich die verdutzen Gesichter bei manch kuriosen Themen einstellten. Nun habe ich noch einen weiteren Beitrag in einer Zeitschrift aufgenommen, die sich speziell mit dem „Elektronik-Part“ beschäftigt. Und ja auch hier sind die Aussichten nicht gerade rosig, die Automobilbranche verschläft einen riesigen Trend.

Es ist schön zu sehen, dass Autohersteller sich immer wieder mit Konzepten auf den Messen rühmen, doch schlussendlich kommt es nicht (schnell genug) in die Serie. Bis die Autohersteller sich auf ein System geeinigt haben, hat sich die Smartphone-Welt schon wieder weitergedreht.

„Um im Innovationsrennen bei vernetzen Autos die Nase vorne zu haben genügt es nicht, auf der Mittelkonsole Facebook anzuzeigen. (…) Dabei mangelt es der Fahrzeugbranche aktuell nicht unbedingt an Ideen. Die Herausforderung für Hersteller besteht eher darin, Innovationen schnell und mit ausreichendem Kundennutzen versehen zur Marktreife zu führen.“ – Elektronik automotive, 12.2014

In einer BITKOM-Studie waren 49% der Befragten ein Anschluss für ihr Smartphone wichtiger als die PS Zahl des Wagens. Dementsprechend schnell kann der Markt sich auch ändern. Wenn der aktuelle Wagen nicht das kann, was ein anderer Hersteller bereits anbietet, dann sind Kunden heute schneller und eher bereit einer geliebten Marke den Rücken zu kehren.

Wo bleiben die Updates für die veralteten Betriebssysteme in den Fahrzeugen? Der VW Konzern feiert sich für die Einführung der Updates über das World Wide Web. Herzlichen Glückwunsch, sie sind im Jahr 2006 angekommen. Äh Entschuldigung, wir haben übrigens bald 2015! Da wirkt mir die Deutsche Bahn mit ihrem bald kostenlosen WLAN im ICE schon fast innovativer.

Um zurück zu meinem Vortrag zu kommen; bei der anschließenden Fragerunde kam auf, dass diese aktuelle „Integration“ von Smartphones mir ja nur genau das bringt, was ich auf dem Smartphone ohnehin schon machen kann und meist sogar weniger. Recht hat der gute Mann, denn wirklich „smart“ sind die aktuellen Integrationslösung nicht wirklich. Eher beschneiden sie den Kunden im Nutzungsumfang seines Smartphones. Warum also sollte er sich ein Auto kaufen, dass technisch gesehen älter und dümmer ist als sein Smartphone?

Solange ein Smartphone-Nutzer nicht seine Apps und damit sein gewohntes Umfeld im Auto nutzen kann, brauchen wir auch nicht weiter von Connected Car sprechen. Und gerade an der aktuellen Entwicklung von bspw. Android Auto sehen wir, dass wir noch weit davon entfernt sind, da mal wieder alle nicht Google-Apps draußen bleiben müssen. Es fehlt der Industrie-Standard. Immerhin kann man sich doch auch bei ganzen Plattformen für Autos einigen, warum also auch nicht für die Elektronik?

Ein weiterer Kommentar von Koray findet ihr auf korayscarblog.

Text: Fabian Meßner

5 Gedanken zu “Connected Car: Automobil-Branche arbeitet auf Sparflamme

  1. Was nützt einem Facebook und Twitter im Auto? Nutzen kann (besser: sollte) man es eh nur, wenn man (im Stau) steht. Und wenn man steht, zückt man doch sein Smartphone anstatt sich mit der teils umständlichen und lahmen Bedienung im Auto abzumühen…
    Im Auto surfen, wie in deinem Bild oben, will garantiert auch niemand, das Smartphone wird das immer besser können.

    • Das ist aber das Ziel der Autohersteller ;)
      Das Smartphone so „smart“ in das Fahrzeug zu integrieren, wie es das Smartphone selbst ist. Weißt du selbst, dass die davon weit, weit weg sind :)

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