Erschwingliche Keramikbremsen für alle

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Die Keramikbremse könnte bald für (fast) jeden erschwinglich sein, zumindest wenn man einigen Ingenieuren aus Österreich traut. Eine auf Aluminiumbremsscheiben aufgetragene Keramikbeschichtung könnte die Lösung sein.

Jeder, der schon einmal einen Sportwagen konfiguriert hat, kennt die Qual der Wahl: gelochte Bremsscheiben versus Keramikbremsscheiben. Letztere Option schmälert das Portemonnaie um einige Tausend Euro – da ist locker der ein oder andere Kleinwagen drin!

In der Regel werden über 10.000 € für das nette Extra verlangt, welches sowieso nur in einem bestimmten Temperaturfenster seine voll Leistung entfaltet. Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) führt das Quartett an, zu dem auch der Fiat-Konzern, der italienische Bremsenhersteller Fagor Ederlan und die Lötprofis von Listemann gehören. Ziel ist es die extrem gut funktionierende Technologie erschwinglicher zu machen. Dazu wird auf den leichten Werkstoff Aluminium eine gerade einmal 2 mm dicke Keramikbeschichtung in Kachelform angebracht. Diese Schicht besteht insgesamt aus 15 einzelnen Lagen, zusätzlich wird ein Layer aus Siliziumkarbid aufgetragen um die Wärmeleitfähigkeit zu erhöhen wie auch eine Deckschicht, welche den Abrieb in Grenzen halten soll. Mittels einer speziellen Haftschicht kann der Verbund auf die Aluminiumbremsscheibe aufgelötet werden. Durch die Aufteilung in Kacheln wird bei thermischer Belastung das Auftreten von Spannungsrissen vermieden.

Ab April nächsten Jahres sollen die ersten Prototypen gefertigt und ausgiebig getestet werden.

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