Vorschau auf revolutionäre Mittelmotor C8 Corvette

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Die Chevrolet Corvette C7 befindet sich gerade im Umlauf und schon arbeiten die Ingenieure an der Fortsetzung, die revolutionär wird. Der Frontmotor rückt hinter die Passagiere und kurz vor die Hinterachse, richtig gelesen die Corvette C8 bekommt einen Mittelmotor. Scheinbar ist Frontmotor in der Performance der Z06 soweit ausgereizt, dass ein natürliches Ende sichtbar ist. Um die Performance weiter nach oben zu treiben und die Rundenzeiten nach unten, verschiebt sich eben der gesamte Antrieb.

Noch einmal in aller Kürze: mehr Power in der Z06 würde einfach nur die Reifen auflösen, wenn die Masse des Antriebs weiter nach hinten rückt, verbessert sich dadurch Beschleunigung, wie auch das Bremsen.

Aktuelle Z06 als Cabrio

Aktuelle Z06 als Cabrio

Mit einer neuen Generation von Corvette will Chevrolet auch auf Kundenfang in den jungen Jahren gehen. Die Youngsters sollen nicht mehr von einem Aventador oder einem 918 Spyder träumen, die Corvette soll ihr Traumauto werden. Dazu soll der aktuell eher den 50+ gefallende Stil komplett über den Haufen geworfen werden. Nicht ein weißes Blatt dient als Inspiration sondern die C3 aus Ende der 60er Jahre. 2017 sollten wir die ZR1 bekommen (oder zumindest die USA-Bürger), die dann als erste den neuen Mittelmotor-Antrieb in sich trägt. Dabei wird sie in etwa doppelt so teuer sein wie die aktuelle C7 und nur etwa 1.500 Mal im Jahr vom Band laufen. Parallel dazu wird bis circa 2020 auch noch die C7 co-existieren, bevor diese dann auch den neuen Antrieb übernimmt.

Motoren

Weiterhin wird die Ära der V8-Motoren fortgeführt, aber auch mit der etwas eingeholten Technik von einer Nockenwelle – immerhin wieder mit fragwürdiger Zylinderabschaltung. Die variablen Ventilhübe der C7 werden dann auch adaptiert übernommen. Über Leistung, Hubraum und ähnliches lässt sich aktuell nur schwer spekulieren. Natürlich wird es mehr sein als zuvor, doch wie viel. Oder wird doch nur das Leistungsgewicht optimiert, die Performance steigt also bei gleichbleibender oder weniger Leistung? Wir wissen es nicht. Aber auch der Weg zu V6-Motoren mit oder ohne Aufladung wäre eine Möglichkeit, zumindest für die Basis-Corvette. Zumal auch der gewonnene Raum an der Vorderachse Platz für Elektromotoren schafft.

Bauweise

Vorbild werden wohl oder übel Porsche Boxster und Cayman sein, da diese den exakten Vorlauf geben, wie ein Mittelmotor-Roadster aussehen kann, der dabei dennoch einiges an Ladevolumen zur Verfügung stellt. Verglichen damit ist der V8 natürlich etwas größer, es müsste also (laut einem Rechenbeispiel) der Radstand um etwa 10 Zentimeter verlängert werden. Um zusätzlichen Platz zu gewinnen bzw. ihn nicht anderweitig zu verlieren muss auch überlegt werden, wie Motor etc. gekühlt werden. Dafür gibt es schon Beispiele, wie etwa beim Ferrari Testarossa der primär seitlich gekühlt wurde als nur über die Front.

In jedem Fall wird der Stauraum geringer ausfallen als bei der C7, das soll heißen die neue Corvette wird primär Fahr-Enthusiasten anlocken als Golf-Spieler.

Antrieb

Aktuell folgt die Corvette dem Transaxle Prinzip. Motor vorne, Antrieb hinten. Damit sollte es in der C8 extrem kniffelig werden. Die Fragen die sich dabei stellen, wird das manuelle Getriebe überleben, wäre eine Doppelkupplungslösung nicht die bessere Wahl oder reicht ein moderner Drehmoment-Wandler aus? Fragen die sich auch im Hinblick auf die potentielle Käuferschicht zu stellen sind. Den Gerüchten nach wird nur eine einzige Getriebevariante für das C8 Programm entwickelt. Ein Doppelkupplungsgetriebe wird schlussendlich den Zuschlag bekommen. So ergibt es auch mehr Sinn, dass GM so viel Zeit darin investiert hat die Hydra-Matic weiter zu entwickeln. Aus aktuellen Zahlen ist immerhin schon bekannt, das 65 % aller neuen Stingrays mit einem Automatikgetriebe ausgeliefert werden.

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Karosserie

Die C7 besteht schon weitestgehend aus Aluminium, bei der C8 soll dies weiter verstärkt werden. Ferner arbeitet GM inzwischen auch mit Magnesium. Damit sollte das Gewicht der neuen Vette nahe der 1.500 Kilogramm-Marke rutschen. Das aktuelle Fahrwerk sollte in den meisten Teilen so übernommen werden, insbesondere was Aufhängung, Dämpfer und Bremsen angeht. Michelin wird darüber hinaus einen neuen Reifen speziell für die C8 bringen. Die Türen werden statt Fiberglas in Carbon umgewandelt, Plasan Carbon Composites, beliefern Viper und Corvette mit Carbonteilen und haben bereits indirekt etwas verkünden lassen.

Innenraum

Eine (noch) tiefere Sitzposition ist nun möglich, da direkt vor dem Fahrer ein Motor mehr Platz benötigt. Die vordere Haube könnte sich dementsprechend verkürzen. Die Designer stehen dabei in der Pflicht, denn meistens wird die Sicht nach hinten durch einen solchen Mittel/Heckmotor stark beeinflusst. Zusätzlich ergibt sich durch den freien Raum auf dem Mitteltunnel (keine Gangschaltung mehr) Raum für neue Funktionen wie etwa ein Smartphone Dock, Flaschenhalter oder einfache Ablagemöglichkeiten.

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Design

Kommen wir zur vielleicht wichtigsten Änderung. Das Design wird sich dem neuen Antrieb anpassen müssen, doch wie kann das aussehen? Drei durchaus unterschiedliche Entwürfe von Ken Okuyama (Acura NSX, Ferrari Enzo, Corvette C5, 996 Porsche und Boxster), Peter Stevens (1988 Lotus Esprit, Jaguar XJR-15, McLaren F1) und Camilo Pardo  (2002 Ford GT Concept), stehen aktuell im Raum. Aus rechtlicher Sicht dürfen wir die aktuellen Entwürfe nicht zeigen, daher eine kurze Umschreibung. Die Formsprache verschiebt sich ganz deutlich, die Kabine rückt von einer seitlichen Ansicht in die Fahrzeugmitte. Im in meinen Augen glaubwürdigsten Design von Pardo behält die C8 Designskizze die Ecken und Kanten, die wir auch an der C7 Stingray finden. Die Front verkürzt sich dabei um einige Zentimeter und ist an sich auch deutlich flacher als zuvor. Dahinter direkt die Kabine und dahinter unter einer mittelgroßen Glasfläche könnte es den Blick auf den Motor gewähren. Er nimmt auch einige der Testarossa-Elemente mit auf, wie die seitlichen Einlässe oder Auslässe am Heck.

Fotos: Chevrolet/GM aktuelle Corvette C7 Stingray

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