攻撃 (Kōgeki): Mazda Hazumi Concept im Detail

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Er mag nicht der Stärkste sein. Nicht der Größte. Nicht der, auf den alle Welt in Genf gewartet hat. Und doch wird er der sein, der später die größten Stückzahlen prägt, der die größten Käuferschichten abdeckt und einfach jeder will ihn haben. Vom neuen Mazda2 ist die Rede – ach was gar nicht auf dem Genfer Autosalon entdeckt? Tja, weil er noch stark getarnt war und als Hazumi Concept angepriesen wurde.

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Wenn Mazda ein Concept zeigt, jedenfalls im Sinne des Kodo Designs, dann heißt das meistens, „der neue ist schon fast fertig und das sieht dann fast genauso aus“. Futuristische Türgriffe oder spitze, keilförmige Außenspiegel fallen dann noch weg, aber ansonsten verändern die Japaner nichts mehr an ihrem Designconcept. Das ist der Grund, warum ich mich jetzt schon auf den neuen Mazda2 freue. Der kleine Motor wird mit Sicherheit nicht der große Spaßbringer, wie es das Doppelendrohr am Hazumi verspricht, aber immerhin wird das Design ein echter Knaller. Und wir wissen, Autos verkaufen sich heute viel mehr über Prestige, Auftreten und Bedienkonzepte im Innenraum als reine Motorkultur.

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Die Proportion ist Kodo pur. Außergewöhnlich lange Motorhaube, besonders in dieser Klasse, flache, fast schon an ein Coupé angelegte Dachlinie und ein kurzer Knackarsch. Vorne ein Überhang, der exakt das doppelte des hinten Überhangs zeigt. Vorne ein äußerst frecher Blick, der ohne weiteres aussagt, „ich bin nicht nur auf Angriff gebürstet, ich nehm‘ es mit jedem (Mainstream) Baukasten auf“.

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Das Heck nicht mehr nur frech, gar böse. Doppelendrohr, dass sogar den Mini Cooper S an sich selbst zweifeln lässt, „wie kommt meine Abgasanalge unter einen Japaner“. Durch das gesamte Heck ziehen sich die Keilformen, die an vielen anderen Stellen am Concept bereits aufgetaucht sind. Spitz zulaufende Heckleuchten, deren LED-Halbkreise zum Ende zur Mitte des Kofferraumdeckels hinlaufen. Kompakt, spitz, mit einem Hauch von Bad Boy – so kann der Kleine den Markt aufräumen. Glas ist ein zentrales Element der Dachkonstruktion. Nur ein kleiner Steg quer zur A-Säule hält die riesige Glasfläche oben. Der Innnenraum ist komplett einsehbar.

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Dort regiert Einfachheit. Wenige Knöpfe, ein sportlich geformtes, unten abgeflachtes Lenkrad und ein rautenförmiger Touchscreen heißen den Fahrer willkommen. Die rein digitale Tachoeinheit ist ebenso auf das Wesentliche reduziert, im Mittelpunkt steht der Drehzahlmesser. Befehligt wird das Getriebe über die protzigen Aluminium-Wippen am Lenkrad. Der leicht mit einer Handbremse zu verwechselnde Wahlhebel in der Mitte dient dann auch mehr der Wahl der Fahrtrichtung. Der daran angelegte „Sport“-Wippenschalter macht doch noch irgendwie Hoffnung auf einen spritzigen 1,8-Liter Saugmotor etwa aus dem MX-5.

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Das Felgendesign in vereinfachter Form wird im Innenraum wieder durch die Lüftungsdüsen aufgenommen. Selbst die Gurtschnallen sind an das Hazumi Zeitalter angepasst, nur über einen einfachen Bolt wird hier der Fahrer gesichert. Dieser nimmt in den leicht geschwungenen roten Sitzen Platz. Ob die leichte Konstruktion wohl auch dem Langstreckenkomfort gerecht wird? Das die Drehknöpfe bereits auch als Anzeigen funktionieren hat Audi schon im TT Interior gezeigt. Selbe Technik, aber wieder ganz anders definiert und aufgenommen. Auch die zwei hinteren Passagiere dürfen über eine kleine Touchkonsole über das Entertainment bestimmen.

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Was hoffentlich in der Serie übrig bleibt: das Design! Bitte! So viel als möglich dieses knackigen Kleinwagen darf es in die Serie schaffen, das Glasdach ist kein Muss, aber Proportionen sowie die Ausformungen sind prägend! Das Innenraum Konzept macht Laune, Lust auf mehr, leider wird es in dieser Preiskategorie insbesondere mit der Einfachheit und dem großen Touchscreen schwierig in Serie zu gehen. Wünschenswert wäre es allemal, da ist dann auch ein vertretbare Mehrpreis gegenüber der Konkurrenz angemessen.

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Quintessenz: ビルドしてください

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Fotos: Mazda