Bei AMG in da House: Bloghouse in Affalterbach

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Das erste Bloghouse scheint ganz nett gewesen zu sein, nur den Autos hat der nötige Bums gefehlt. Bei der Fortsetzung ging es nach Affalterbach. Und jetzt sollte es klingeln, genau da kommt der Mercedes-Benz SLS AMG her. Motoren mit Plakette, Werke mit Manufaktur-Charakter und nette Kollegen mit denen man das Jahr ausklingen lassen konnte.

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Es sollte das finale Event im Jahr 2013 sein. Das wollten sich die Stuttgarter scheinbar nicht nehmen lassen, in den Köpfen der Blogger den Frontallappen zum Jahresausklang nochmals zu fördern und sich tief im Hippocampus zu verankern. Hat ganz gut geklappt mit E63 AMG als S-Modell sowie GL63 AMG und G63 AMG waren ganz ordentliche Dampfhammer mit von der Partie. Zum G kann Bjoern Habegger sicher bald einen detaillierten Fahrbericht liefern. Im Falle des GL sind es 558 PS die ein Leergewicht von 2.580 Kilogramm bewegen als würdest du mit einem Skateboard die steilsten Weinberge hinuntersausen. Einerseits freust du dich, so viel Adrenalin ging schon lange nicht mehr durch deine Adern, aber irgendwie machst du dir gleichzeitig ins Hemd, weil du es nicht glauben kannst wie schnell du bist. Bremsen beim Skateboard? Funktioniert aber Verzögerung ist anders. Die Pizzateller des GL packen da schon anders zu, und wenn doch mal was kommt; alles was kleiner ist als ein Golf wird problemlos platt gemacht. Und das müsste dann beim G nochmal eine Nummer extremer sein. Trotz maximalem Gewicht und Ausmaßen eines Vollholz Einbauschranks, drückt es dich in den Sitz. Gar ein wenig anormal.

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Vom Prinzip her derselbe Motor mit 5.461 cm³ Hubraum wird im E63 S AMG zum Gewalttäter. 585 PS sowie ein Drehmoment von 800 Newtonmeter. An alle vier Räder. Hecklastig. Der Tritt im Comfort Modus auf das rechte Pedal ist keine überirdische Überraschung. Dieser Eindruck verdreht sich gleichermaßen mit dem Wahlknopf, wenn dieser die S+ bzw. M Stellung erreicht hat. Gemischte Gefühle von „Bitte tu mir nichts“ über „ah das in der nächsten Kurve noch schneller“ bis zu „Mehr, mehr, mehr, mehr“. Und dabei fürchtest du immer wieder den Blick auf den Tacho, denn eigentlich willst du gar nicht genau wissen, wie schnell du nun bist. Sagen wir einfach mal schnell. Noch nicht ganz „10-Sekunden-Auto“-Like, doch eigentlich fehlt nur noch der filmreiche Blur.

Prüfung eines V8 Blocks

Prüfung eines V8 Blocks

Eigentlich darf nur ins Motorenwerk, wer auch einen AMG gekauft hat. Und dann schon gleich gar nicht mit Kamera. Für uns musste „AMG schon mal gefahren“ ausreichen. Der kleine Schlendertrip durch die Motoren-Manufaktur beginnt an der V12-Linie. Hier entstehen nicht nur Motoren für AMG Modelle, auch der Pagani Huayra bekommt seinen V12-Biturbo von hier und den dürfen gerade einmal zwei Herren bauen. Unter dem Motto „One Man. One Engine“ verbirgt sich nicht nur ein Qualitätsversprechen sondern auch alleinige Verantwortung des jeweiligen Mechanikers. Er alleine ist dafür verantwortlich, dass sein Triebwerk problemlos funktioniert. Dies wird anschließend auch im Kalttest geprüft. Aufgrund dieses hohen Anspruches gibt es, zumindest auf der V12-Linie, keine fixen Stückzahlen oder feste Arbeitszeiten. Gleitzeit und die nötige Ruhe, um ein perfektes Triebwerk aus vielen einzelnen Kisten zusammenzuschrauben ist dem Unternehmen deutlich wichtiger als „schnell mal eben ein Hochleistungsstriebwerk zusammenzuschustern“. Ganz nebenbei erwähnt gibt es auch fünf Frauen im Motorenwerk in Affalterbach.

V8 Linie

V8 Linie

Weitere Beiträge zum AMG Bloghouse bei autoaid und mein-auto-blog.

V12 Block

V12 Block

 

Text: Fabian Meßner

Fotos: Fabian Meßner