Toyota Prius Plug-in Hybrid: Fahrbericht

toyota-prius-plug-in-hybrid-seite

Der Prius Plug-in will kein biederer Ökostromer sein, mit seinem ausgeklügelten Hybridantriebskonzept und der Nutzung von externen Stromquellen zur Aufladung der zwei Nebenbatterien vermittelt der Hybrid-Verkaufsschlager aus dem Hause Toyota zwar genau eben jenes anständige Bild von einem ökologischen und ökonomischen Fahrzeug, allerdings läuft unter der Haube ein 1.8 Liter Benziner, der den 80 PS Generator (Elektromotor) an der Vorderachse unterstützt und umgekehrt. Die kombinierte Systemleistung von 136 PS, respektive 207 Nm werden somit an der Vorderachse auf die Antriebsräder aufgeteilt – das reicht für einen wirklich anständigen Antritt. Die Vorstellung vom grauen Leben mit dem Prius ist wie verpufft.

toyota-prius-plug-in-hybrid-ev-anteil

Neben einer hervorragenden Kraftstoffeffizienz (4,3 l im Mittel ohne aufgeladene Nebenbatterien im kombinierten Verbrauch) überzeugt das Fahrzeug mit dem grünen Daumen auch durch die erhöhte Reichweite im rein elektrischen Modus (EV). 20 Kilometer plus minus sind mit voll aufgeladenen Batterien zu bewältigen, natürlich nur wenn die Begebenheiten und vor allem auch der Fahrer bereit ist auf Kickdowns zu verzichten und tatsächlich bemüht ist vorausschauend zu fahren. Überrascht war ich auch von äußert wertigen Verarbeitung des Fahrzeugs, kleine Spaltmaße, was natürlich auch aerodynamische Vorteile an der stromlinienförmigen Karosserie mit sich bringt, schön abgestimmte Materialien im Innenraum und eine angenehme Haptik. Die Serienausstattung in dem Basispaket Life ist mehr als ausreichend: HUD, einfach zu bedienendes Touchscreen-Multimediasystem, Sitzheizung und viele Verstau- und Anschlussmöglichkeiten (USB, AUX, 12V Steckdosen) erfüllen alle Wünsche.

toyota-prius-plug-in-hybrid-innenraum

Vor allem die Bedienung sämtlicher Funktionen und die Anzeige verschiedener Informationen mittels TouchTracer-Technologie hat mir sehr gut gefallen – adé der Ablenkung von der Straße beim Einstellen des Radios oder der Klimaautomatik. Auch wenn das Heck optisch überhaupt nicht den Puls der Zeit trifft trotz dem Einsatz von LED-Technik und der Zweiteilung (fast komplett Verglasung), so ist es gewiss eines: Funktional. Dieses Wort beschreibt wohl den Prius Plug-in am besten. Vielseitig und wandlungsfähig kann die Limousine den Käufer auch noch lange nach dem Kauf überraschen. Seht mal wie Bjoern den tatsächlichen Nutzen des Handschuhfach ausfindig gemacht hat oder seid vom Ladevolumen überrascht, aber klappt doch erst einmal die Rücksitzbank um! 1503 Liter offenbaren sich den Shoppingwütigen!

toyota-prius-plug-in-hybrid-ruecksitzbank

Doch alles Gute hat auch seine Schattenseite: so futuristisch auch das Interieur sein mag, schränkt es vor allem die Bewegungsfreiheit des Beifahrers ein. Die frei-stehende Mittelkonsole und die niedrige Höhe des Handschuhfachs macht es korpulenteren Personen nicht einfach sich auf dem Sitz neben Fahrer wohlzufühlen. Der Verzicht der Parksensoren aufgrund der Rückfahrkamera ist ebenfalls hinderlich, da die Weitwinkeloptik das Bild extrem verzehrt wiedergibt, dafür ist die Kamera jedoch auch bei Nacht zum Rangieren nutzbar. Aufgrund der Elektrisierung benötigt die Heizung meiner Meinung nach zu lange um den Innenraum auf Temperatur, viel wichtiger aber die Frontscheibe Beschlag- und Eisfrei zubekommen. Ein weiterer Kritikpunkt, der allerdings eher an den aktuellen Fortschritt der Technik gerichtet ist, ist die Temperaturproblematik der Lithium-Ionen-Batterien – bei Minusgraden sind diese zu kalt um direkt eigenständig arbeiten zu können, deshalb muss bei fast jedem Start der Benziner einige Zeit mitlaufen, selbst beim langsamen Schleichen durch die verkehrsberuhigte Zone am Morgen.

toyota-prius-plug-in-hybrid-badge

Fotos: Toyota