Stand der Dinge: Porsche Mission E

Die Porsche Mission E kommt immer näher. Auf leisen Sohlen. Nicht nur weil der Elektro-Porsche mit Strom und somit lautlos fährt, sondern auch, weil Porsche nur sehr wenige Infos nach draußen dringen lässt. Da sich allerdings inzwischen die ersten Prototypen (auf dem Nürburgring) blicken lassen, kommen auch mehr Details ans Licht.

Design der Mission E als Blaupause für Serienprodukt

Diese Prototypen zeigen auch klare Nähe zum Missen E Concept, welches 2015 auf der IAA gezeigt wurde. Und das aus gutem Grund. Laut R&D Chef Michael Steiner ist das Design inzwischen fertig und orientiert sich stark an der Studie, welche seit 2015 durchweg positiv aufgenommen wurde. Die finale Präsentation des Serienmodells wird 2019, eventuell wieder in Frankfurt, erwartet. Obgleich auch gut denkbar ist, das Porsche eine Premiere ohne Messe-Rahmen wählt.

Erste Infos zur Preisgestaltung

Inzwischen gibt es auch mehr zum preislichen Rahmen der Mission E Serienversion. Der Name soll übrigens nicht bestehen bleiben. Da will man sich klarer mit der Platzierung zwischen 911 und Panamera auch im Namen ausdrücken. Angeblich soll sich der Preis auf etwa 112.000 Euro beziffern. Damit würde er ziemlich genau zwischen dem Panamera 4 E-Hybrid und dem Panamera 4S in Deutschland liegen. Der Kern des Wagens ist Porsche typisch, ein 4-Sitzer mit tiefem Schwerpunkt nahe des Asphalt nur eben elektrisch. Und da werden noch mehr elektrische Fahrzeuge folgen, da der Mutter-Konzern bis 2030 als Ziel ein E-Auto pro Segment „vorgeschrieben“ hat.

Ein elektrischer 911er wird allerdings nicht so sein, wie ein aktueller Neunelfer. Alleine schon aufgrund des Bauraums müsste man den 911er „anheben“, um Platz für die Batterien zu schaffen. Die nächste Generation wird aller Voraussicht nach sogar auf Plug-in Hybrid Technologie verzichten, wenn der 992 im kommenden Jahr an den Start geht. Oliver Blume spricht im Interview sogar noch über zehn bis 15 Jahren mit Verbrenner im Klassiker.

Performance über Reichweite dank 800-Volt-Ladetechnik

Das spannende an der Mission E ist die Balance, welche Porsche erreichen will. Denn „mehr Reichweite“ bringt zwangsläufig auch mehr Gewicht durch zusätzliche Batterien. Da die Ladetechnik aber flott ist, geht man den Reichweiten-Run nicht ganz mit und stellt die Performance mehr in den Vordergrund. So soll primär eine Reichweite von rund 500 Kilometern mit den Batterie-Packs erreicht werden. Durch das 800-Volt-Ladesystem sind die Batterien aber auch in 15 Minuten wieder bis zu 80% geladen.

Auch ist die Platzierung der Batterien in der Porsche eigenen J1-Entwicklung sehr tief. Neben dem MEB der VW Group, gibt es von Audi auch noch die C-BEV Plattform, welche die Basis für das e-tron SUV darstellt. Dort sind die Batterien (dem SUV zu verdanken) eben weitaus höher angeordnet. Die J1 Plattform soll nach 2020 auch das erste Bentley E-Fahrzeug tragen. Das Concept Car 2015 wurde, wohl ähnlich dem künftigen Modell, von je einem E-Motor pro Achse angetrieben. Die kombinierte Leistung lag bei 600 PS (900 Nm) und sollte die Mission E in unter 3,5 Sekunden auf 100 km/h katapultieren. Von Null auf 200 km/h sollen weniger als zwölf Sekunden vergehen.

Stammwerk Zuffenhausen bereitet sich auf die Zukunft vor

In Zuffenhausen sieht man bereits die ersten Vorbereitungen für die künftige Serienproduktion. Wenn die Produktion einmal richtig angelaufen ist, will Porsche rund 20.000 Einheiten pro Jahr an den Mann bringen. Dabei wird man laut CEO Blume wohl mehrere Varianten anbieten. Von Sportlich bis hin zu High-Performance, aber auch eine niedrige Leistungsvariante ist geplant. Alle drei Varianten sollen sich in Leistung aber auch Chassis-Setup unterscheiden.

Dabei denkt Porsche nicht nur an Morgen, sondern auch Übermorgen. Demnach soll auch in Zuffenhausen bzw. Weissach über den (künftigen) Einsatz von Solid-State-Batterien (siehe auch Fisker) statt den Lithium-Ionen Batterien nachgedacht werden. Die Vorteile für Porsche wären immens durch das geringere Gewicht und die kompaktere Bauweise verglichen mit heutigen Batterie-Packs. Angeblich wurde die Technik sogar bereits in einem Boxster getestet, welcher sich wohl gut fahren lies, aber noch immer zu schwer war.

Nach dem flachen 4-Türer folgt das Elektro-SUV

Auch das zweite elektrische Modell steht schon fest. Es wird, wie war es anders zu erwarten, klar ein SUV. Doch Porsche will kein SUV „wie die anderen“ machen, sondern es mit den typischen Porsche-Attributen versehen.

Quelle: autocar

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