Ein Blick auf den Automobil-Zulieferer thyssenkrupp

Ein Auto ist nicht immer das, was es scheint. Es kommt zwar aus der Fabrik des Herstellers, welcher am Ende seinen Sticker draufklebt, doch zuvor sind mehr als nur eine Handvoll Zulieferer am Zug. Darunter auch thyssenkrupp, die nicht nur durch die Untermarke Bilstein in so gut wie jedem Premium-Fahrzeug vertreten sind. Darum konnten wir uns direkt einen Eindruck davon verschaffen, was thyssenkrupp im Automotive-Bereich alles leistet.

thyssenkrupp steckt in 9 von 10 Premiumfahrzeugen

Neben den Zukunftsträchtigen Themen wie autonomes Fahren, haben wir uns auf die Themen Dämpfer und Lenkung fokussiert. Im ersten Fall der Vergleich zwischen einem konventionellen DampMatic und dem Luftfahrwerk DampTronic sky. Dabei zeigt sich schnell, auch ein serienmäßiger, technisch eher einfacher Dämpfer von thyssenkrupp leistet in einem Premium-Fahrzeug Arbeit auf Höchstniveau. Selbst eine tiefe, einseitige Welle kann den Karosserieaufbau nicht aus der Bahn werfen. Selbst mit zu hoher Geschwindigkeit zeigt der Dämpfer sein volles Potential. Komplett ein und ausgefedert, aber der Wagen verspringt nur wenige Zentimeter.

Die Luftfeder DampTronic sky ist im Vergleichsmodell, einer C-Klasse, schon mit drei Stufen in Kennfelder eingeteilt. Doch mittels Laptop lassen sich die Kennfelder auch angleichen und das volle Niveau der Luftfeder wird erkennbar. Von „sehr weich“, wobei jede kleinste Welle ein extremes Nachfedern zur Folge hat, bis hin zu sehr hart, sportlich. Gerade letzterer Fall würde so nie in ein Serienfahrzeug ohne Sportambitionen verbaut werden.

Steer-by-Wire und Torque Vectoring

Ein schneller Wechsel zu den Lenksystemen und hier wird es in naher Zukunft spannend. Denn um für autonome Systeme etwa ein „versenkbares Lenkrad“ umsetzen zu können, muss ein mechanisches Bauteil raus. Gemeint ist damit die Lenksäule. Das Lenken per Kabel oder neudeutsch „Steer-by-Wire“ ist hierfür zwangsläufig notwendig. Ansonsten dreht im autonomen Fahrzeug ständig das Lenkrad und verletzt somit eventuell Insassen. In Kurzform verzichtet man bei dieser Technologie auf die Verbindung zwischen Lenkrad und Lenkgetriebe. Die Lenksäule. Noch sind die Systeme über eine Notfall-Kupplung abgesichert. Damit diese in Zukunft wirklich verschwinden kann, gibt es eine weitere spannende Technologie.

Torque Vectoring sagt dem einen oder anderen sicherlich etwas im Zusammenhang mit Sportwagen. Dabei findet eine Moment-Verschiebung statt. Dies kann auch zum Lenken genutzt werden. Ein möglich ist dies bei E-Fahrzeugen, welche dabei sogar auf ein konventionelles Lenkgetriebe verzichten können. Vorstellen muss man sich das Torque Vectoring System in diesem Zusammenhang wie ein Panzer oder auch wie die Fahrzeuge im Blockbuster „i, Robot“. Der Lenkimpuls als solches kommt weiterhin über das Lenkrad, wird über diverse Sensoren und Gegenkraft-Motoren erfasst und dann an die Elektromotoren an der Vorderachse übertragen. Dabei ist auch kein Lenkgetriebe mehr notwendig, denn schlussendlich wird dann über die Drehrichtung der E-Motoren gelenkt. Dreht sich der eine schneller als der andere, wechselt das Fahrzeug die Richtung.

Noch ist das Ganze, wie im Video zu sehen, eine Forschungsplattform, welche einem ein großes Lächeln auf die Lippen zaubert. In Zukunft können E-Fahrzeuge somit auf weitere, heute noch benötigte, Bauteile verzichten.


Text/Fotos: Fabian Meßner

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