Skoda Kodiaq 4×4 Diesel Fahrbericht – Volle Hütte

Wenn man beim Skoda Kodiaq (fast) alle Optionen wählt, dann kommt am Ende diese vollgepackte Version eines „gerade noch so“ Kompakt-SUV dabei heraus. Doch wir haben uns dieses Mal nicht zurückgehalten, der 190 PS starke Diesel mit 4×4 Allradantrieb (und sieben Sitzplätzen) musste sich auch schmutzig machen und durch richtiges Gelände.

Eine Stange Geld für die High-End Ausführung

Mit 52.400 Euro Endpreis bewegt sich der Skoda Kodiaq 2.0 TDI 4×4 mit sieben Sitzen und allem Technik-Bohei auf einem nicht mehr ganz tschechischen Niveau. Generell ist der große Bär ab 26.150 Euro zu bekommen, der große Diesel mit 190 Pferdchen startet bei knapp über 40.000 Euro. Bei 4,70 Meter Länge darf man eigentlich in der zusätzlichen dritte Reihe keinen allzu großen Komfort erwarten. Aber, da sich die Rückbank der zweiten Reihe verschieben lässt, passt es sogar. Besser dargestellt findet sich dies zudem in unserem Video-Fahrbericht.

Video-Fahrbericht Skoda Kodiaq 2.0 TDI 4×4 DSG

Der Diesel, er soll dem Ende nah sein. So zumindest schreit es aktuell aus allen Ecken, vor allem in Richtung des VW Konzern. Gerade in diesem „Dickschiff“ macht ein solch muskulöser Antrieb Sinn. Die 400 Nm Drehmoment lassen niemals Zweifel an der Motorisierung aufkommen. Nicht nur, weil der Dampf immer verfügbar ist, sondern auch weil es sich dadurch relativ „schaltfaul“ fahren lässt. Soll heißen selbst das DSG bleibt lange im siebten Gang und macht sich nicht die Mühe herunterzuschalten. Schlussendlich sind es an der Tankstelle im Schnitt 6,1 bis 7,1 l/100km. Nicht allzu weit entfernt von der Norm.

Abseits des Weges im Bilster Berg Offroad Parcours

Nackte Zahlen sind doch nichts wert, außer sie werden am Stammtisch umher geworfen. In Theorie kann der Skoda Kodiaq mit seiner Bodenfreiheit von 187 Millimetern nicht viel reißen. Auch Rampen- und Böschungswinkel sind doch einfach nur Zahlen. Zahlen, mit denen keiner etwas anfangen kann, wenn er sie hört. Gut, dass es genau dafür abgesteckte Gelände-Pfade gibt, die ein solches SUV herausfordern können.

Ein sich auf 5 Hektar erstreckendes Waldstück, welches in vier Kategorien Spaß für jedes Offroad-Fahrzeug bietet. Jenes findet sich am Bilster Berg, wo man eigentlich für die anspruchsvolle Rennstrecke bekannt ist. Die „Zufahrtsstraßen“ zu den richtigen Prüfungen sind zuletzt für typische SUV-Fahrzeuge angeglichen worden. Was aber nicht heißen soll, dass der Kodiaq hier leichtes Spiel hat. Den Allradantrieb braucht es auf jeden Fall, sonst steht er spätestens am ersten Hang und bewegt sich weder vor noch zurück.

Ausreichend Federweg für leichte Verschränkungen

Egal ob es der große Sandkasten, die leichten Verschränkungen oder eine Schrägfahrt ist. Neben ein paar Plastik-Kratz-Geräuschen lässt sich der Skoda Kodiaq hiervon nicht beeindrucken. Doch es gibt mit der sogenannten Waldlichtung und dem Arminusweg zwei hartnäckige Herausforderungen für SUV-Modelle. Mitten im Wald eine Steilfahrt, die gespickt ist mit leichten Verschränkungen auf einem typischen Waldboden. Matschig und steinig. Ohne Allrad ist hier Ende. Doch die Regelsysteme des Tschechen sind clever und sorgen für Vortrieb, ohne das man als Fahrer groß nachdenken muss.

Anders auf der steilsten Abfahrt (oder Steigung) für SUV-Modelle. Steht man oben und blickt hinab, überlegt man sich zwei Mal, ob man dies seinem SUV zutraut. Steil geht es hinunter und der Weg ist nicht nur steinig, sondern auch besetzt durch grobe Brocken und spitze Findlinge. Aber er packt es. Kleines Manko nur, der ansonsten hilfreiche Bergabfahrassistent ist auf dieser steilen und äußerst steinigen Abfahrt ein Bremser im negativen Sinne. Doch für Näheres empfiehlt sich ein Blick in das Offroad-Video vom Bilster Berg.

Wer sich also einem Diesel-SUV nicht abgeneigt sieht und doch hin und wieder „Abenteuer“ plant, findet im tschechischen Bären einen Begleiter, der zumindest in präpariertem Gelände nie aufgibt.

Text: Fabian Meßner

Fotos: Skoda

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