Hotter Hatch: Ford Fiesta ST200 Test

Ford Fiesta ST200 Storm Grey Front

Der Fiesta hat oder besser gesagt hatte 40. Geburtstag. Zur Feier des Tages gab es ein Sondermodell. Allerdings keines mit Chrom-Streben oder edlen Sitzen, sondern den Ford Fiesta ST200. Der Kleinwagen-Prinz im Regiment der heißen Kleinwagen bekam eine Sonderauflage mit mehr Power und verbesserter Hardware. Dinge, „die ein Tuner nicht mal eben so per Software einspielt“.

Der Teufel steckt im Detail

Klar auf den ersten Blick ist es nur ein minimales Update. Etwas mehr Leistung und Drehmoment, Sonderlackierung und fertig. Doch falsch gedacht. Es sind nicht nur 13 kW bzw. 18 PS oder 50 Newtonmeter mehr Drehmoment. Der ST200 ist mehr als das. Gut kurz gesagt hat der 1,6-Liter Turbomotor eine andere Software, um mehr Leistung zu erreichen, doch dabei ist das Triebwerk lange nicht am Ende der Fahnenstange angekommen.

Storm Grey Ford Fiesta ST200

Die runden 200 Pferde, wie der Name schon verrät, und das satte Drehmoment von 290 Nm sind nicht alles, was sich verändert hat. Auch dank kurzem 20 Sekunden Overboost steht die Leistung bei 215 PS, das Drehmoment aber bei gewaltigen 320 Nm. Doch bis hierher hätte auch jeder Tuner noch mithalten können. Die wahren Änderungen zeigen sich fernab von bloßen Leistungsdaten.

Durch eine kürzere Gesamtübersetzung von 3,82 auf 4,06 fährt sich der ST200 annährend wie ein Rallyauto. Kurz und knackig war er schon immer, aber damit hebt sich der Antrieb auf ein neues Level. Damit die zugewonnene Leistung auch nicht am Rad verpufft, wurde auch am Fahrwerk gearbeitet. Die Lenkung direkter, das Torque Vectoring zwischen den Vorderrädern verbessert. Ergo lenkt der kleine Giftzwerg noch zackiger ein.

Ford Fiesta ST200 Felge

GoKart-Ready: Ford Fiesta ST200

Vorne spendierte ihm die Performance-Abteilung neue Lenkarme, hinten gab es steifere Federn und einen dickeren Querstabilisator. Rundum wurden die Dämpferraten nochmals angepasst und ein größerer Bremshauptzylinder verbaut. Mehr als jeder Tuner für den Fiesta ST anbietet oder gar anbieten könnte.

Die Veränderungen zu einem Fiesta ST lassen sich aber erst im Einsatzgebiet feststellen. Wahlweise eine GoKart-Rennstrecke oder eine verwinkelte Landstraße. Gerade durch die kürzere Übersetzung gibt es nun kein Halten mehr. Für jede Kurve steht der passende Gang parat. Egal ob es eine schnelle Kombination im vierten Gang ist oder eine Haarnadel, welcher er locker im zweiten Gang verlässt. Im Zuge der limitierten ST200 Auflage ist das Heck nochmals agiler geworden. Bei ausgeschaltetem ESP lässt der Kleine das Heck tanzen, als ob ihm den Antrieb hinten verschraubt wäre.

Und am Ende stellt sich nur eine Frage: wann baut Ford die nächste Sonderserie?

Video-Fahrbericht Ford Fiesta ST200 (Girls Review)

Text: Fabian Meßner

Fotos: Ford

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