Kein typischer Hipster: Mercedes-Benz GLC 250d 4Matic im Test

Mercedes-Benz GLC 250d 4MATIC

Eigentlich ist der GLC 250d 4Matic doch auch nur ein Mittelklasse-SUV, wie jedes andere auch. Doch der Nachfolger des Mercedes-Benz GLK ist mehr als nur das typische Lifestyle-SUV aus der Innenstadt. Wenn das Häkchen für die Extras an der passenden Stelle gesetzt wurde, wühlt sich auch der Mercedes-Benz GLC durch Schlamm und Geröll, als wüsste er gar nicht, das seine Artgenossen nur in den Innenstädten abhängen.

4Matic im GLC gleichbedeutend mit permanentem Allradantrieb

Egal ob BMW X3 oder Audi Q5, keiner der beiden sieht oft etwas anderes als Wolkenkratzer und Parkhäuser. Auch für den GLC 250d 4Matic wird dies im Alltag nicht arg viel anders sein. Doch immerhin, weiß er sich auch abseits dieses typischen urbanen Laufsteg zu beweisen. Das Offroad-Technik-Paket ist eine Option, welche nur denen hilft, die mehr als Schleichwege nutzen, um den Stau auf den Autobahnen zu entgehen. Nicht zu verachten ist der wirklich permanente Allradantrieb im GLC (45/55), den so seine Kollegen nicht bieten. Hier wird effizient auf Heck- bzw. Frontantrieb geschaltet.

Man nimmt in Stuttgart das „G“ also weiterhin ernst, auch wenn er optisch nicht mehr ganz so robust wie sein Vorgänger aussieht. „Rundgelutscht“ – ein böses Wort. So hieß es oft, als nach dem GLK der neue Mercedes-Benz GLC präsentiert wurde. Dabei müsste beim „rundlutschen“ eigentlich Material schwinden, hingegen ist der GLC stolze 12 Zentimeter länger als sein Vorgänger. Das Design des GLC ist weitaus durchdachter, als es scheint, effizienter im Windkanal und gefälliger für eine breitere Kundschaft. Letztlich ist allein die Mittelkonsole so viel schöner als der klobig wirkende Innenraum des GLK.

GLC 250d 4Matic mit einigen Highlights

Zur Abwechslung kam dieser GLC 250d 4Matic ohne viel Schnick und Schnack aus. Statt klangvollem Burmester-Sound einmal nur die Standard-Audioanlage. Ausreichend klingt sie noch immer, doch, wenn man einmal vom süßen Saft gekostet hat. Teilautonome Fahrzustände, gerade im Stau, entlasten den Fahrer, der so wahlweise die Karosse auch um 20 Millimeter durch die Mehrkammerluftfederung anheben kann. So schwebt man im Stopp & Go-Verkehr über den Dingen.

GLC 250d 4Matic

Fahreindruck des GLC 250d 4Matic

Der „alte“ 2,2-Liter Diesel, im GLC 250d 4Matic mit 204 PS (500 Nm), tritt kräftig an. Gefühlt macht es der Nachfolger in der E-Klasse (2,0-Liter OM 654) schon wieder etwas besser, doch es fällt auch schwer eine Business-Limousine mit einem Lifestyle-SUV zu vergleichen. Durch die ordentliche Dämmung klingt er nur unter hoher Last etwas dumpfer in das Cockpit, da tackert und klackert er von außen noch deutlich lauter. Der Verbrauch von 7,5 l/100km überschießt die Normangabe in etwa um eineinhalb Liter, ein vertretbarer Wert bedenkt man die Ausmaße und den permanenten Allradantrieb.

Kurz gesagt, es gibt Dinge, die muss man im GLC unbedingt haben. Abgesehen vom Motor wäre das die Luftfederung, die den GLC 250d 4Matic spürbar agiler in Sport+ auslegt als etwa in Comfort. Nicht zu vergessen, dass sich hierdurch auch die Ladekante absenken lässt, wodurch das Einladen deutlich einfacher wird. Allerdings ist die Ladetiefe nicht gerade überdurchschnittlich, besser ist man also beraten, wenn man quadratisch und nicht reckeckig shoppt.

Video-Fahrbericht Mercedes-Benz GLC 250d 4Matic

Text: Fabian Meßner

Fotos: Daimler AG

6 Gedanken zu “Kein typischer Hipster: Mercedes-Benz GLC 250d 4Matic im Test

  1. Hallo Redaktion
    Der GLC kann in Sachen Optik dem alten GLK NICHT das Wasser reichen. Der GLC ist technisch unbestritten besser, z.B. die 9Gang Automatic. Aber er ist halt nur ein Butter&Brot Auto. NIx was einen vom Hocker reißt und sagt: Will ich. Ich glaube, ein C-Klasse Kombi mit 4matic ist nicht schlechter bei normalen Strassen. Der GLC ist einfach nur ein aufgebockter C-Kombi.
    Das ist mir zu wenig. Unsre GLK Community sieht es auch so.
    Mein GLK wird mich somit nicht verlassen, sondern mit mir in Pension gehen und mich da noch erfreuen

    • Das hat bisher jeder Fan des GLK von sich gegeben. Sie sind in diesem Punkt wahrlich nicht allein. Doch schlussendlich zählt für Daimler die schwarze Zahl mehr als die Fans und mit dem GLC kann man, zumindest aus Daimler-Sicht, mehr Kunden abgreifen 🙂

      • Hallo Herr Meßner
        Danke für die Antwort. Falls ich den GLK je ersetzen sollte, wird der Nachfolger KEIN Produkt von Mercedes Benz mehr werden. Das Styling im Innern wirkt nur noch billig und mehrfach kopiert, wie aus einem Designprojekt. Nicht mehr wie von einem Premiumhersteller.
        Da sind andere Hersteller besser.

        Gruß
        Thomas Hüfner

        • Welche Hersteller wären das Ihrer Meinung nach und noch interessanter, wenn es weg geht von Mercedes-Benz, wohin geht es dann?

          • Hallo Herr Meßner Zu BMW oder Audi. Ich bin gespannt wie der neue Q 5 aussehen wird. Sollte er wie ein kleinerer Q7 werden,könnte er mal der Nachfolger werden.Auch der neue X 3 könnte verlocken. Er sieht gut aus für mich. Da ich in den letzten 4 Jahren nur 24000km gefahren bin wird der GLK mich noch einige Zeit begleiten können.

            Gruß Th. Huefner

          • Dann herrscht ja kein zeitlicher Druck und ich bin mir ziemlich sicher, dass der nächste Q5 dem Q7 ähneln wird. In meinen Augen sogar zu stark.

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