Was wir von Budd-E und T-Prime lernen können

VW Budd-e Las Vegas

Der VW Budd-E, sowie der VW T-Prime sind zwei Studien aus dem Hause Volkswagen, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Wobei, eigentlich sprechen sie genau die gleiche Zielgruppe an: Digital Natives, solche, die nicht ohne Smartphone können. Nur leider können sich diese weder einen elektrischen VW Bus, noch ein SUV in Touareg-Größe leisten. Doch abwarten und Tee trinken hilft, denn sobald die Technik bezahlbar wird, kommt sie im auch ins Kompaktmodell Golf.

T-Prime und Budd-E bestimmt von Touch, Wisch und Gesten

Touch hier und Touch da. Knöpfe weg, dann bist du der Star. Wenn man sich die meisten Studien der letzten Jahre genauer ins Bild holt, dann fällt auf, dass haptische Bedienelemente in der Zukunftsplanung vieler Hersteller nicht mehr auftauchen. Wer also schon jetzt ein Problem mit Touchscreens oder sensitiven Berührungsflächen hat, kann seinen Lappen wohl bald abgeben. Nicht weil das Auto dann den „freien Bürger“ angeblich bevormundet und lieber selbst fahren will, als das Steuer einem unsicheren Fahrer zu übergeben. Nein auch aus dem Grund, dass die Technik nicht langsam macht.

VW Budd-e Studie Innenraum

Immerhin die Symbole für P-N-R-D der Automatik sind noch verständlich. Doch dann wird es schon kniffliger. Budd-E verzichtet sogar auf Türgriffe, wodurch eine Handbewegung ausreicht, um die Tür zu öffnen. Geschlossen wird dann auch wieder per Berührung oder Fingerwisch. Versteht das noch ausnahmslos jeder, der vor 1980 geboren wurde? Ich bezweifle es und das bezieht sich gerade einmal auf die Tür. Budd-E kann sogar von den Mitfahrern Befehle bekommen, etwa für zusätzliche Navigationspunkte. Zwar kann der Fahrer diese auch ablehnen, doch ist das nicht schon zu viel Interaktion für manche?

Budd-E war nur ein kleiner Fingerzeig in eine entfernte Zukunft. Technisch noch nicht ganz fehlerfrei stellt der Bus manchmal sogar seine Schöpfer vor große Fragen. Die Technik, sie hat noch ihre Eigenheiten. Im einzelnen sind die Features durchdacht, in manchen Fällen reine Spielerei. Doch man zeigt eben gerne, was man kann und was man in Zukunft anbieten möchte.

VW T-Prime Concept Heck

Nach dem Vorbild des T-Prime: der neue Touareg ohne Knöpfe?

Das VW T-Prime Concept macht dabei einen nicht ganz so großen Sprung. Doch auch der Trailer zum neuen Touareg zeigt, die Knöpfen haben ausgedient. Einzig die Türgriffe bleiben noch erhalten, so wie wir sie kennen. Das Infotainment kommt insgesamt ohne Knöpfe aus. Fingerwisch und Touch, das reicht aus, um den T-Prime im Cockpit zu bedienen. Die Möglichkeiten wachsen damit. Sowohl für Anfälligkeiten der Technik, als auch zur Individualisierung.

VW T-Prime Cockpit

Die Medaille hat wahrlich immer zwei Seiten. Es fragt sich nur, welche schlussendlich überwiegt und oben liegt. Die Touch- und Gestensteuerung ist unaufhaltsam unterwegs in unsere Automobile. Auch wenn sich viele Journalisten der Nachkriegszeit darüber echauffieren, dass dies die Leute überfordern würde. Klar eine gewisse Generation überfordert dies. Doch wer sagt denn, dass diese aktuelle Generation – auch jene die aktuell den Führerschein macht – diese Technik überhaupt selbst erfahren wird. Vielleicht sind die Studien schon so weit, doch wie sieht es mit der Haltbarkeit aus? Wie fehlerfrei sind die Systeme, die auf Messen gezeigt werden?

VW T-Prime Display

Einige technische Umsetzungen werden wir sicherlich bald in den nächsten, neuen Oberklasse-Fahrzeugen sehen. Doch bis es endlich in die bezahlbare Golf-Klasse vorgedrungen ist, wer weiß, ob ich dann überhaupt noch Auto fahren kann?!

Fotos: Volkswagen

Text: Fabian Meßner

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