FCA-Boss Marchionne: Tesla Model 3 ist unprofitabel

Tesla Model 3 Draufsicht

Sergio Marchionne, CEO von Fiat Chrysler, ist des Öfteren für einen Lacher gut. In einem FCA Meeting am vergangenen Freitag befassten sich seine Aussagen unter anderem mit dem kürzlich vorgestellten Tesla Model 3. Marchionne hält das Elektroauto für 35.000 US-Dollar für absolut unprofitabel, sollte er sich irren und Elon Musk damit doch Gewinne erzielen, wolle er auf Basis dessen Plan ein Elektroauto zum gleichen Preis mit italienischem Flair innerhalb von 12 Monaten auf den Markt bringen.

Marchionne war nicht überrascht von der hohen Anzahl an Vorbestellungen (letzter Stand ca. 400.000 Stück zu je 1.000 US-Dollar) des neuen Tesla. Allerdings schickt er auch voraus, dass dieser nun gebaut und ausgeliefert werden müsse. Ohne es direkt auszusprechen spielt der FCA Chef damit auf die „Lieferschwierigkeiten“ des Tesla Model X an, welches ursprünglich schon 2013 auf den Straßen rollen sollte. Schlussendlich kam das Model X dennoch erst knapp zwei Jahre später.

Marchionne: „better late than sorry“

Der FCA Chef glaubt nicht an ein profitables Geschäft bei einem Fahrzeug, welches in der Basis für 35.000 US-Dollar den Besitzer wechseln soll. Zumindest scheint er auch daran interessiert, wie Elon Musk damit ein Geschäft mit schwarzen Zahlen macht, dann nämlich will Marchionne „die Formel kopieren“, mit italienischen Design Flair versehen und innerhalb von 12 Monaten auf den Markt bringen. Eine Art Giulia mit Elektroantrieb für 35.000 US-Dollar? Das wäre günstiger als die eigentliche Giulia. Bisher hat der FCA Konzern eigentlich nur zwei Autos mit Strom im Angebot. Auf der einen Seite den LaFerrari mit minimaler Hybrid-Technik, den sich keiner leisten kann. Und auf der anderen Seite den Fiat 500E, den sich nach diversen Aussagen von Marchionne, besser keiner kaufen sollte. Aktuell fährt Marchionne noch die Ansicht „better late than sorry“, was den Vorstoß in die Elektro-Mobilität betrifft.

Wie steht es wirklich um Tesla?

Realistisch betrachtet hat Sergio Marchionne nicht ganz unrecht, denn der Preis des Tesla Model 3 ist verdächtig niedrig. Entweder die Basis-Ausstattung umfasst quasi nichts oder man hat einen Trick gefunden, die Entwicklungs- und Produktionskosten um ein vielfaches zu senken. Immerhin technisch kann man sich weitestgehend die „bereits bezahlten“ Features aus dem Model S krallen.

Foto: Tesla

Quelle: ane

Ein Gedanke zu “FCA-Boss Marchionne: Tesla Model 3 ist unprofitabel

  1. Tesla verdient an den Optionen. Wenn man ein für die Kunden wenig attraktives Basis-Fahrzeug mit Verlust anbietet, dann kann man auch Optionen mit sehr viel Leistung, Luxus und Reichweite anbieten.
    Wenn man jetzt Preise für das Model S in in der Topversion um die 150000€ sieht, dann wird auch die Model 3 Preisliste bis über 100000€ gehen.
    Tesla will ja Premium sein, sinnvollerweise bräuchte man noch eine Zweitmarke für das Massengeschäft.
    Weiterhin werden die Einkaufspreise für Zulieferteile wie Reifen für das Model S und Modell X fallen, da man ja wesentlich höhere Mengen einkaufen kann.
    Zusätzlich werden die Entwicklungskosten für das autonome Fahren auf mehr Fahrzeuge umgelegt.

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