Zu Recht der Bestseller? Nissan Qashqai dCi 130 im Test

Nissan Qashqai fahrend

Im vergangenen Jahr wurde der Nissan Qashqai laut den Japanern zum beliebtesten SUV von ganz Europa gekürt. Alleine in Deutschland hat der Nissan Qashqai fast 40 Prozent (27.529 Stück) der Verkäufe ausgemacht. Ohne den Crossover hätte Nissan in Deutschland kaum etwas zu melden. Stellt sich also die Frage, ist der Qashqai zu Recht der Topseller, der Beste, was im Kompakt-SUV Markt zum kleinen Preis angeboten wird?

Die dritte Sitzreihe des Qashqai +2 in der Generation zuvor hat man bei der Neuvorstellung im Jahr 2013 getrost weggelassen. Zu gering die Nachfrage danach, dafür gibt es größere Modelle. Der Startpreis von 19.990 Euro orientiert sich exakt an der Konkurrenz um Kia Sportage oder auch Hyundai Tucson. Was also macht den Nissan Qashqai so beliebt und attraktiv?

Nissan Qashqai Statisch weiss

Vom 370Z zum Nissan Qashqai

Ist es wohl das Design, welches laut Nissan vom 370Z inspiriert wurde? Wo genau findet sich diese Übertragung aus dem Sportwagen nun wieder, mag man sich fragen. In den Scheinwerfern ist das Tagfahrlicht integriert und dessen zackige Form, soll an den Sportwagen der Japaner erinnern. Ganz so sportlich geht es im Nissan Qashqai dafür nicht zu. Doch es muss gesagt werden, dass die Japaner die sportlichen Gene sehr beherzt weitergetragen haben.

Nissan Qashqai fahrend Heckansicht

Im Vergleich mit anderen SUVs seiner Klasse, ist der Qashqai nicht annährend so „wabbelig“ aufgestellt. Eine Menge Luft, Stock und Stein kann sich unter dem Qashqai frei bewegen, doch davon ist im Cockpit nichts zu merken. Vielleicht nicht bretthart, aber eines der härtesten Kompakt SUVs stellt Nissan hier auf die Räder. Das mag nicht jedermanns Fall sein, doch gerade in den Ländern Südeuropas macht es in meinen Augen den Qashqai so beliebt. Man kann durchaus schneller damit durch die Kurven als mit der gesamten Konkurrenz dieses Preissegments. Einzig die verstellbare Lenkung (Normal – Sport) hätte mehr Gewicht vertragen können, da fehlt es noch etwas an Präzision für den Begriff Sport.

Allradantrieb All Mode 4x4i im Nissan Qashqai dCi 130

Wahrscheinlich selten gewählt und inzwischen von den Ökos höchst verachtet: der Allradantrieb. Keiner, der sich ein Kompakt SUV zulegt, braucht wirklich Allradantrieb. Genau aus diesem Grund, macht der All Mode 4x4i im Nissan Qashqai dCi 130 auch so viel Sinn. Per Kippschalter kann genau das gewählt werden, was der Fahrer braucht. Dabei entscheiden nicht irgendwelche Kabelverbindungen zum Steuergerät, was gerade für ein Fahrbahnbeschaffenheit zu Grunde liegt, sondern der Fahrer selbst.

Nissan Qashqai Innenraum

Wahlweise 2WD, 4WD oder „Lock“ sind die Möglichkeiten, die man als Fahrer wählen kann. In 98% der Fälle muss man gar nichts tun, da 2WD völlig ausreicht. Ein kurzer Druck reicht aus, um dem Nissan Qashqai zu suggerieren, dass gleich der Allradantrieb benötigt wird. Dabei kann es kurz dauern, bis die Systeme dir als Fahrer auch glauben und die Antriebsmomente verteilen, sodass ein einzelnes Vorderrad nicht durchdreht. Im niedrigen Geschwindigkeitsbereich gibt es darüber hinaus die Funktion Lock. Dabei wird quasi „gesperrt“. Die Kraft wird exakt zu 50% vorne und die restlichen 50 Prozent der Antriebsmomente nach hinten verteilt. Nur bis etwa 30 km/h funktioniert dies, aber auch nur so wird der Allradantrieb benötigt. Es sei denn, man will mit dem Nissan Qashqai die Schweden-Rallye gewinnen.

nisan-qashqai-heck-detailansicht

Fazit

Was genau die SUVs so beliebt macht, dass können wohl nicht einmal „Experten“ eindeutig erklären. Im Fall des Nissan Qashqai wird es mit unter etwas mit dem Design zu tun haben, eben aufgrund der Nähe zum 370Z, welche sich auch im eher sportlich angehauchten Fahrwerk widerspiegelt.

Video-Fahrbericht

Nissan Qashqai dCi 130 All Mode 4x4i

Reihenvierzylinder (quer) 1.598 cm³ (Turboaufladung)
130 PS bei 4.000 U/min
320 Nm bei 1.750 U/min
10,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h
VMax 190 km/h
Kombinierter Verbrauch 5,1 l/100km (CO2: 133 g/km)
Testverbrauch 5,3 – 6,6 l/100km
Modellgrundpreis 27.590,00 Euro
Testwagenpreis 30.790,00 Euro

Text: Fabian Meßner
Fotos: Nissan

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