MWC2016: Bosch zeigt 3D Navigation

Bosch 3D Navigation MWC 2016

Basierend auf dem neuen Datenstandard NDS hat Bosch auf dem Mobile World Congress 2016 (kurz: MWC) das Navi der nächsten Generation vorgestellt. Dabei wird jenes durch die 3D Navigation quasi zum Leben erweckt und mit 3D-Landschaften nicht nur plastischer, sondern auch verständlicher gestaltet. Als weiteres Feature sind die 3D-Objekte auch offline nutzbar, was die neue Navigationssoftware auch weltweit (ohne Roaming) einsetzbar macht.

Navigation Data Standard, kurz NDS* (Erläuterung unten), nennt sich der neue Datenstandard an dem sich die 3D Navigation orientiert. Vorerst wird die Software so in festinstallierten System zum Einsatz kommen, eine Übertragung auf mobile Lösungen ist auch denkbar. Die 3D-Objekte werden durch ein Rendering-Modul ansprechend aufbereitet und werden auch ohne Internetverbindung angezeigt. Besteht eine Internetverbindung werden „dynamische Daten“, wie Verkehr, Spritpreise und Wetterinformationen in die Karte eingegliedert.

Herz der 3D Navigation: 3D Map Engine nach OpenSceneGraph

Zentrales Element der neuen Navigationssoftware ist eine auf OpenSceneGraph basierende 3D Map Engine. Diese blendet dreidimensionale Elemente wie Gebäude über eine zusätzliche Ebene in die Darstellung ein und kann sie auch transparent machen. Dabei bleibt die Route hinter den Häusern weiterhin ersichtlich. Danke neuester Rechenleistung kann laut Bosch nahtlos von der höchsten Detailstufe bis in die Weltansicht gezoomt werden. Bedient wird das System über die Sprache, die Multi-Touch-Bedienung oder per Handschrifterkennung. Die Software macht es darüber hinaus möglich die Bildausschnitte aufzuteilen. So kann ein Teil der Karte im Display des Fahrers angezeigt werden, während ein anderer (auch größerer) Teil weiterhin im Infotainment-System dargestellt wird. Dies soll den Fahrzeugherstellern die Möglichkeiten für die Integration völlig offen lassen. Bei den Updates ist man technisch noch nicht ganz auf dem neuesten Stand. Hierfür muss noch ein USB-Stick oder das eigene Smartphone als Router fungieren.

3D Navigation trifft Connected Horizon

Der Connected Horizon bezeichnet dabei allerdings das, was längst überfällig ist. Autos, die untereinander kommunizieren und davon profitieren. Herstellerübergreifend werden so Daten via der Cloud ausgetauscht. Diese können Straßenbeschaffenheit oder aktuelle Wetterverhältnisse umfassen. Wenn das System in Elektrofahrzeugen genutzt wird, kann deren restliche Reichweite visuelle sichtbar gemacht werden.

Bosch Connected Horizon

Erläuterung NDS: Der Navigation Data Standard ist von Automobilherstellern, Zulieferern und Kartenerstellern gemeinsam entwickelt worden. Das standardisierte Format ermöglicht den herstellerübergreifenden Austausch von Kartendaten. Die Standardisierung reduziert die Variantenvielfalt und vereinfacht das Kartenupdate.

Fotos: Bosch

Ein Gedanke zu “MWC2016: Bosch zeigt 3D Navigation

  1. Pingback: Connected Car: Seat, Samsung und SAP werkeln gemeinsam - Autophorie.de

Kommentar verfassen