Neuer Kia Sportage im Test: In allen Punkten verbessert

Kia Sportage vierte Generation

In nunmehr vierter Generation stellt sich der Kia Sportage vor. Ab Ende Januar steht er bereits beim Händler und vorher gibt es noch einen kurzen Fahreindruck des koreanischen Bestsellers. Kurz gesagt hat er sich in jederlei Hinsicht verbessert und geht dabei ab 19.990 Euro noch ein klein wenig günstiger an den Start als der direkte Vorgänger.

Wer mehr als den 2WD Basisbenziner mit 132 PS möchte oder gar die schickere GT Line Variante, der muss natürlich dementsprechend tiefer in die Tasche greifen. Neben dem gefahrenen 2.0 CRDi mit 136 PS in der ecodynamics Fassung, steigt der Preis für den ebenfalls gefahrenen 1.6 T-GDI AWD bereits mindestens auf 34.190 Euro an. Dafür spendiert Kia der GT Line 19 Zoll-Felgen, einen Doppelauspuff und einen Diffusor im „Metalleffekt“. Der Metalleffekt klingt nach einem kurzen Tock-Tock ganz klar nach Plastik. Optional lässt sich der 177 PS starke Turbobenziner noch mit dem eigens entwickelten 7-Stufen-Direktschaltgetriebe ausrüsten. Die Doppelkupplung-Eigenkreation von Hyundai und Kia macht sich immer besser, ist von der Schnelligkeit aber noch eher einem aktuellen Automatikgetriebe zu zuordnen.

2017 Kia Sportage Heck

Fahreindruck des neuen Kia Sportage

Es ist leiser geworden. Unabhängig vom Motor, ob nun Drehmomentstarker Dieselantrieb oder spritziger Turbobenziner. Der Innenraum ist merklich abgeschottet worden und so profitieren die Insassen von einer niedrigen Geräuschkulisse, sowie angenehmer Sprachlautstärke. Die GT Line bringt neben den optischen Vorzügen auch eine empfehlenswerte direktere Lenkung mit sich. Schade, dass die GT Line so bisher nur für die zwei stärksten Motoren zur Verfügung steht. Die „normale“ Lenkung ist etwas verzögert und leicht indirekt.

2017 Kia Sportage Innenraum

Wer also mit dem Allradsystem von Magna die Bergpässe entlang jagen will, muss zur GT Line greifen. Jenes Allradsystem ist mal wieder etwas völlig neues, obwohl auch vergleichbar mit einem Hang-On-System. Doch in Sachen Fahrdynamik soll der Magna AWD die Antriebsmomente noch verteilen bevor das Rad überhaupt an Traktion verliert. Ein vorausdenkendes AWD-System, wenn man so will. Dabei nutzt Dynamax von Magna alle zur Verfügung stehenden Informationen von den zahlreichen Sensoren. So wird schon vor Traktionsverlust das Antriebsmoment von Vorder- zu Hinterachse verteilt. Angeblich ist es voll variabel und kann von 0 bis 100 Prozent an eine Achse schicken. Vorausgesetzt natürlich eine Achse steht auf Eis. Auf der kurzen Testfahrt war es zumindest nicht möglich das Allradsystem an seine Grenzen zu bringen, lediglich für eine Millisekunde drehte ein Vorderrad kurz durch.

Kia Sportage Becherhalter

Von der Ausstattung unabhängig stellt sich ein verbessertes Fahrgefühl ein. Wodurch schlussendlich auch die Fahrdynamik einen „Sports Utility Vehicle“ annehmbaren Eindruck hinterlässt. Insbesondere der Fahrkomfort im Vergleich zum direkten Vorgänger konnte gesteigert werden.

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Design

In einem Markt, welcher förmlich überschwemmt von SUVs ist, noch irgendwie aufzufallen ist eine Aufgabe, der sich nicht jeder Designer gewachsen fühlt. Manche denken sie seien es, nur dann kommt eben einfach nur „das nächste“ SUV dabei heraus. Von der Seite betrachtet hat sich am Kia Sportage so gut wie nichts getan. Um zu erkennen, dass die C-Säule um 62 Millimeter verkleinert wurde, müsste man schon den Zollstock zücken. Das Heck ist leicht überarbeitet worden und gefällt mir durch den durchgehenden Reflektor im 80s Stil. Eindeutig aufgefrischt ist die Front, welche die Scheinwerfer nun fast auf der Motorhaube trägt. Die Tigernase sticht mächtig hervor und verleiht dem Kia Sportage fast einen Hauch von „Power-SUV“. Die GT Line tut ihr übriges dazu, etwa durch das angedeutete Spoilerschwert in Alu-Optik.

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Verarbeitung im Innenraum

Auch innen hat er sich in der vierten Generation ordentlich herausgeputzt. Zumindest, wenn die GT Line geordert wird und einige Pakete hinzukommen. So zeigt sich ein gut verarbeitetes Kunstleder in zwei Farben, welches auch nach genauerem Hinsehen keine Makel aufweist, wie etwa zuletzt die neuen Renault Modelle. Mehr zum Thema Innenraum und Verarbeitung gibt es auch in unserem Video-Fahrbericht.

Kia Sportage Kofferraum

Fazit

Eine lohnenswerte Verbesserung gegenüber der dritten Generation des Kia Sportage. Doch, wer viel will, zahlt auch schnell mehr. Der Preis steigt schnell bis über das doppelte des Basispreises an. Dafür gibt es ein eindrucksvoll gut verarbeitetes Kompakt-SUV, das mal etwas anderes zeigt, auch wenn er durch seine aufgesetzten Scheinwerfer etwas an den Porsche Macan erinnert. Klares Manko für mich ist die viel zu hohe Sitzposition, welche meinen Kopf fast in den Dachhimmel presst. Und das wohlgemerkt auf der niedrigsten Stufe. Also unbedingt eine Sitzprobe vor dem Kauf machen!

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Text/Fotos: Fabian Meßner

5 Gedanken zu “Neuer Kia Sportage im Test: In allen Punkten verbessert

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  3. Ein wirklich gelungener, ausführlicher Test zu einem spitzenmäßigen SUV!
    Die Kritik zur Kopffreiheit teile ich allerdings überhaupt nicht. Habe eine längere Probefahrt mit dem Sportage hinter mir und hatte trotz meiner 2,03 m (!) Körpergröße mehr Platz nach oben als z.B. in meinem aktuellen Fahrzeug, dem VW Tiguan. Also entweder der Tester ist 2,20 m groß und wirkt im Video einfach nur sehr klein.. oder er fährt privat einen Linienbus ;).

  4. Ich habe mir die Spirit-Variante bestellt. GT-Line ist nicht mein Ding. Habe mich in das Auto verliebt. Zur Zeit fahre ich einen BMW-3er. Davor die neue A-Klasse. Wollte jetzt mal einen SUV ausprobieren. Der neue Tiguan hat mich vom Preis-Leistungsverhältnis nicht vom Hocker gehauen. Nächste Woche kommt er endlich. Ich freu mich auf meinen Neuzugang. 🙂

    • Die Spirit-Variante gab es leider auf der Vorstellung nicht zu sehen. Ist denn da da alles nötige an Board? Klar vom Preis/Leistungs-Verhältnis ist der Kia schon nicht übel. Lass ruhig mal hören, wie so die ersten tausend Kilometer waren.

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