Audi USA-Chef äußerst pessimistisch gegenüber Autonomem Fahren

Audi RS 7 piloted driving concept (2015 „Robby“)

Scott Keogh, President Audi of America, müsste es eigentlich besser wissen. In Deutschland feiert sich seine Marke als „Vorreiter der autonomen Fahrzeuge“ und setzt Rundenrekorde auf Rennstrecken ohne Rennfahrer. Doch er sieht die autonome Zukunft mehr als pessimistisch, denn für ihn ist so etwas noch mehr als zehn Jahre entfernt. Wenn dem wirklich so wäre, würde Audi wohl als letzter ein autonomes Fahrzeug in Serie bringen. Peinliche Aussage oder harte Realität?

Tesla: Vorreiter der autonomen Bewegung

In den USA hatte Elon Musk, Gründer von Tesla Motors, diese Diskussion angeheizt. Nicht das die Tesla Modelle in der Gegenwart schon einiges können, was andere noch lange nicht umgesetzt haben. Musk sagte aus, dass in 24 bis 36 Monaten die Tesla Modells sich selbst durch die USA fahren würden. Musk mag nicht ganz Unrecht haben, denn immerhin fahren seine Modelle bald seit einem Jahr ähnlich autonom, wie es die E-Klasse mit der Markteinführung erst fast ein Jahr später tut. Carlos Ghosn, Renault-Nissan CEO, bleibt bei seiner Aussage, welche beinhaltet, dass Nissan bis 2020 seine autonomen Fahrzeuge in Serie bringt.

Audi nur autonom auf der Rennstrecke – sonst nicht!

Autonomes Fahren stellt sich für Scott Keogh so dar: aus dem Haus gehen, einen Knopf drücken und das Auto fährt ihn wohin er will, wobei er keine Hände am Steuer hat. Wenn dies die Definition von autonomen Fahren sein, dann sieht er diese Technologie nicht serienreif in den nächsten zehn Jahren. Ferner noch glaubt er, dass es noch länger dauern wird.

Die Grundlage für seinen Pessimismus liefert er direkt selbst. Aktuell im Q7 und A4 verbaut ist schon der neueste Schrei aus Ingolstadt, ein Stau-Assistent, welcher bis 60 km/h (37 mph) aktiv ist. Alle 15 Sekunden muss die Hand zumindest kurz ans Lenkrad fassen, damit das System den Fahrer als „wach“ markieren kann. Die Grenzen des Systems sind allerdings schnell erreicht, sobald die Fahrbahnmarkierungen fehlen. Kann Audi etwa nicht dem vorausfahrenden Auto folgen?

Rückstand in der Entwicklung bei Audi?

Ein schneller zu erreichendes Level von autonomer Fahrt wird laut Keogh in den Städten erreichbar sein. Durch exakte Daten, vor allem Karten-Daten, könne man sich hier schneller autonom bewegen. Für Keogh sind die autonomen Systeme nicht intelligent genug, da ein Mensch durch Augenkontakt mit anderen Fahrzeugführern „klar stellt“, wer nun in die Kreuzung einfahren darf. Die Systeme, weil direkt nach Gesetz ausgerichtet, würde so verhindern, dass überhaupt einer in die Kreuzung einfährt. Man sollte dem Audi USA-Chef doch mal Car-to-X Kommunikation näher bringen, bitte.

Ist es also nur ein Stückchen Unwissenheit seitens des USA-Chefs oder steckt wirklich mehr dahinter? Immerhin, wer jetzt ein autonomes Fahrzeug will findet dies im Tesla Model S. Die neue E-Klasse kann auch schon einiges, darf es nur laut den Gesetzen nicht. Ist es wohl so, dass Audi trotz der vielen Rennstrecken-Prototypen im wahren Wettbewerb hinterherhinkt?

Quelle: car&driver

Kommentar verfassen