Bridgestone Drive Guard: der Reifen für alle Fälle

Bridgestone-DriveGuard-Nagel

DriveGuard – nur eine clevere Namensgebung, welches das Gefühl von Sicherheit verkaufen soll? Nein, Bridgestone bringt ein Repackaging des Run Flat-Reifens, welcher ausgeklügelt weiterentwickelt wurde und auf fast alle Fahrzeuge mit dem nun verpflichtenden Reifendruckkontrollsystem passt, auf den Markt. Ich konnte das Produkt bereits testen und habe nicht schlecht gestaunt!

Zuerst einmal muss erklären werden, dass der neu entwickelte Touringreifen auf nahezu alle PKW-Modelle mit RDKS (seit November 2014 bei Neuwagen verpflichtend) aufgezogen werden kann. Zuvor konnten nur bestimmte, zugelassene Run Flat-Reifen für ein spezielles Fahrzeugmodell erworben werden. Das hat nun ein Ende, denn der Drive Guard wird als Sommer- und Winterreifen bis zu einer Größe von 245/40 R18 angeboten. Darunter fallen im weitesten Sinne alle PKW, die ohnehin nicht auf einen Performance-Reifen angewiesen sind.

Vergesst das lästige Reserverad, das nur Platz wegnimmt und das Fahrzeuggewicht unnötig erhöht. Selbst Dichtungsmittel gehört der Vergangenheit an – der Drive Guard besitzt eine optimierte und verstärkte, strapazierfähige Außenwand, die das Fahrzeuggewicht bei plötzlichem Druckverlust trägt und dadurch die Kontrolle über das Fahrzeug sicherstellt. Die Polyester-Karkasse, die den größten Teil des Reifenmantels ausmacht wurde weiter verstärkt, wodurch eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Hitzeentwicklung geboten wird. Gleichzeitig wurde Nano-Technologie verwendet um die Reibung von Kohlestoffmolekülen im Compound zu reduzieren, weitere Kühlrippen an der Außenflanke sorgen dafür, dass der Reifen in Form bleibt. Damit können weitere 80 km nach Auftreten der Panne bei bis zu 80 km/h gefahren werden – genug Reserve um sicher eine Werkstatt anzusteuern oder nach Hause zu gelangen, egal ob die Profilfläche oder Außenwand von einem spitzen Gegenstand durchstochen oder zum Teil aufgeschlitzt wurde.

Bridgestone-DriveGuard-Reifenprofil

Ich hatte das Vergnügen selbst die Außenwand des frisch aufgezogenen Reifens mit einem Nagel üblicher Baumarktqualität nach Lust und Laune zu perforieren. Ein wirklich ungutes Gefühl, bedenkt man, dass noch mehr als 18 km Reststrecke vor mir lag. Nicht nur Stadtverkehr, sondern Landstraße und Autobahn führten zum Reiseziel, doch etwas baute in mir Vertrauen auf, schließlich war es nicht das erste Mal, dass ich mit einem Platten gefahren bin. Doch bewusst die Situation hervorzurufen war äußerst bizarr. Nun gut, ich habe noch diese Zeile verfasst, demnach lebe ich. Ich bin sogar unbeschadet angekommen. Unglaublich, denn nach ein paar Minuten Fahrt sind die Sorgen vergessen, man würde nun irgendwo in der „Pampa“ liegen bleiben. Mit meinem Lieblingsinstruktor Seb an der Seite schoss mein Vertrauen in den Reifen in die Höhe, evtl. lag es auch nur an der zeitgleich stattfindenden Rallye Monte Carlo, doch die Serpentinen haben einfach zum schnelleren Fahren (auch über 80 km/h!) und der Suche nach der Ideallinie motiviert. Natürlich waren Linkskurven immer einer kleine motorische Herausforderung, da der rechte Vorderreifen (unser Opfer) mehr belastet wurde. Alles in allem sind wir sehr angetan vom Pneu, denn dieser hatte durch das verstärkte Polymer-Band sogar noch einen restlichen Federweg, der sogar ein Mindestmaß an Komfort bot. Bei einem direkten Vergleichstest der Turanza-Serie gegen den Drive Guard müssen wir sogar den Hut ziehen – der Fahrkomfort ist nahezu identisch. Vergessen ist das brettharte Fahrgefühl der ersten Generation von Run Flats. Insgesamt ist der Reifen durch die Optimierungen leichter geworden und bietet auch dadurch einen wesentlich besseren Komfort im Gegensatz zum klassischen RFT.

Reifenpannen-Statistik

Die Statistik lügt nicht: 60 Prozent aller Autofahrer hatten in den letzten vier Jahren eine Reifenpanne und fühlten sich dabei vor allem hilflos und unsicher. Nicht zuletzt, da vor allem bei Urlaubsreisen im Ausland häufig die Suche nach einem Standstreifen vergebens ist und 2/3 der Pannen sogar in abgeschiedenen Gebieten auftreten. Für manche war der Zeitverlust von im Durchschnitt über drei Stunden dabei noch wesentlich schlimmer.

Der Bridgestone DriveGuard feiert bei Nasshaftung und Rollwiderstand Bestleistungen: Das bestätigen die Bewertungen des EU-Reifenlabels  (A für die Nasshaftung und C für den Rollwiderstand – die jeweiligen Bestnoten aller getesteten Reifen). Unabhängige Tests des TÜV Süd  zeigten ebenfalls auf, dass der Reifen in den wichtigen Leistungskategorien Sicherheit und Nässe die Nase vorne hat.

Bridgestone-DriveGuard-Platten

Wer jetzt nach dem großen „Aber“ sucht, der kann mit mir persönlich lange debattieren. Denn die Gummis werden pro Satz gerade einmal auf die Nutzungsdauer pro Monat maximal drei Euro mehr kosten (pro Reifen nicht mehr als 110 €). Was ist das Gefühl wert sicher anzukommen, nicht nur alleine sondern mit der ganzen Familie und für die BWLer – was ist rentabler eine Zeiteinsparung oder ein unwesentlich geringerer Anschaffungspreis der Gummis gegenüber dem normalen Touringreifen? Ich muss ehrlich sagen auf meinem Daily Driver überlege ich ernsthaft beim nächsten Reifenwechsel etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen!

2 Gedanken zu “Bridgestone Drive Guard: der Reifen für alle Fälle

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