Besser mit Bilstein: Mazda MX-5 Skyactiv-G 160 im Test

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Vier Räder, einen Motor, ein knackiges Getriebe und sonst nichts. Wer bietet uns dies heute noch in einer Welt, die von SUVs, Crossover, Shooting Brakes und Fahrzeugen, die ihren eigenen Namen selbst nicht aussprechen könnten, überhäuft ist? Soweit mir bekannt, gibt es da noch ein paar englische Marken, die schon fast näher am Motorrad-Bau sind, als am klassischen Automobil-Bau. Doch irgendwo dazwischen rangiert ein kleiner Japaner mit dem Namen Mazda MX-5.

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Der ND ist kleiner als sein direkter Vorgänger, daher wird es für mich mit 1,78 m noch knapper im Innenraum. Selbst ohne Sturmfrisur kitzeln die Strähnen das Verdeck. Wohl auch ein Grund, den Miata selbst bei fünf bis acht Grad Celsius offen zu fahren. Solange es nicht friert, braucht der MX-5 auch noch keine Mütze. Später sollte das in einer kleinen Erkältung gipfeln, doch was tut man nicht alles für den perfekten und doch so einfachen Fahrspaß.

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Einfacher Fahrspaß im Mazda MX-5

Denn der Mazda MX-5 besteht nicht aus viel mehr als einem Motor, vier Rädern und einem knackigen, kurzen Getriebe. Der kurze Schaltknüppel ist wie die Kirsche auf der Sahne, er verspricht schon auf den ersten Blick ein vollkommenes Dessert. Und der Blick in den Radkasten verrät, dass sich die Japaner hier noch ein Stück „deutsche Wertarbeit“ – insofern es diesen Begriff heute noch gibt – gesichert haben. In der schnellsten (und damit zwangsläufig auch teuersten) Version des neuen MX-5 gibt es Bilstein-Dämpfer. Um den idealen Dämpfer für das Leichtgewicht zu konstruieren, hat man sich zunächst an der Einstiegsvariante, dem B6-Dämpfer, orientiert. Schlussendlich ist das Setup samt der neuen Fahrwerksfeder (inklusive Tieferlegung) eher mit einer B8 Variante zu vergleichen.

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„Die BILSTEIN- Gasdrucktechnologie erlaubt eine verbesserte Traktion, präziseres Handling und damit eine straffere Kennung, die ein besonders sportliches Fahrgefühl vermittelt.“

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In Summe wird der MX-5 (ND) damit am „steifsten“ auf der kurvigen Landstraße. Doch, wie auch schon die Ingenieure aus Japan zu sagen pflegten, der MX-5 war und wird immer eine ideale Basis für „Spielereien“ bleiben. Bisher fahren die neusten Miatas noch im Serienzustand über die Straßen, doch in den USA hat sich mit der SEMA 2015 schon einiges getan. Selbst der Hersteller höchstpersönlich zeigte zwei Konzepte. Daher sollte es nicht mehr lange dauern, bis nach NA, NB und NC auch der ND zum Tracktool umgebaut wird. Sei es ein Show&Shine Umbau mit 19 Zöllern und kurzen Federn oder die Trackvariante, bei dessen Fahrwerk kein Schräubchen unangetastet blieb.

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Die Bilstein-Variante entlockt dem MX-5 schon die serienmäßig besten Fahrwerte, doch lässt auch (bewusst) Luft nach oben. Schon einmal einen (alten) MX-5 im Serienzustand gesehen? Oft werden die kleinen Japaner umgemodelt und dem persönlichen Stil angepasst, das wird auch beim ND nicht mehr lange dauern. Ist es doch schnell und simpel passiert, dass ein komfortabler Roadster in ein Hill Climb Spaßgerät umgewandelt wurde.

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Bilstein-Version ja oder nein?

Lohnt also die Sports-Line mit den Bilstein-Dämpfern? Auf dem Papier macht es schon ordentlich Eindruck, den renommierten Hersteller im Portfolio zu haben. Im Vergleich zur normalen Variante mit Skyactiv-G 160 ist der Unterschied aber nicht so brachial, wie von mir erwartet. Die Unterschiede von 131 zu 160 PS im Punkt Fahrwerk stehen bereits hier im Fahrbericht. Wirklich hart war der MX-5 ab Werk noch nie und das ändert sich auch nicht durch die Bilstein-Variante. Wer also lieber ein Clubsport-Fahrwerk fährt, der muss sich auch selbiges kaufen. Der Einrohr-Gasdämpfer als solches reicht nicht aus, um das Fun-Level übermäßig zu steigern. Was sich vielleicht, subjektiv betrachtet, verbessert hat ist die Heck-Agilität. Der MX-5 ist aufgrund des „schwachen“ Motors nicht die typische Hausfrau-Drift-Kutsche, mit den gelben Rohren wird das Heck minimal agiler.

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Mazda MX-5 im Alltag

Doch bei all der Sportlichkeit und Fahfreude, wo bleibt die Every Day Usability. Englisch macht alles irgendwie schöner, wo auch das deutsche Wort „Alltagstauglichkeit“ wäre. Ein Wort, welches in Verbindung mit dem Roadster verpönt ist. Der ist nur zum Fahren da, nicht für den Alltag oder gar für den Einkauf. Zugegeben, nach einem Ikea-Einkauf bewegt man sich vollgepackt meist an der Grenze der Legalität, doch zurückgehen oder Bus fahren war keine Option. Wer sich früher in Tetris bis in die höchsten Level vorgekämpft hat, der wird auch im gefürchteten Alltag mit dem Roadster keinerlei Probleme bekommen. Alleine der Innenraum bietet eine ausreichende Zahl an Verstecken für dieses und jenes. Man muss eben nur wissen wie und darf vor allem nie müde werden es einfach zu probieren.

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Auch nach den heimischen Testkilometern festigt sich die Meinung, dass jener der Spaßwagen to Have ist. Für mich „leider“ nur offen, denn geschlossen wird es leicht ungemütlich mit leichten Anflügen von Platzangst. Wer Spaß und Purismus auf vier Rädern sucht, findet im MX-5 die ideale Basis, den Zwängen der SUVs, Crossover und vor allem dem trüben Durchschnittstag zu entfliehen.

Mazda MX-5 Sportsline Bilstein

Mazda MX-5 Skyactiv-G 160 Sports-Line

Reihenvierzylinder (längs) 1.998 cm³
160 PS bei 6.000 U/min
200 Nm bei 4.600 U/min
7,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h
VMax 214 km/h
Kombinierter Verbrauch 6,6 l/100km (CO2: 154 g/km)
Testverbrauch 6,8 – 8,6 l/100km
Modellgrundpreis 26.890,00 Euro
Testwagenpreis 28.990,00 Euro

Text/Fotos: Fabian Meßner

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