Herausforderer in vierter Generation: Renault Mégane im Test

Renault Mégane

In vierter Generation stellt sich der neue Renault Mégane nun vor und lockt dabei wieder mit Kampfpreisen von Golf und Co. weg. Mit leicht überarbeitenden Motoren, welche nun alle die Euro 6b Norm erfüllen, einer neuen Plattform aus der Renault-Nissan-Allianz und vor allem frischen Design in der aktuellen Renault-Formensprache geht der Franzose auf Kundenfang.

Design des neuen Renault Mégane

Die Grundform des Fünftürers bleibt gleich, obwohl er 6,5 Zentimeter in der Länge zunimmt. Optional packt der Mégane nun auch LED-Scheinwerfer mit rein, die bei seitlicher Betrachtung eine dezente 3D-Optik haben. Ein kleines Highlight am Rande, welches sich Renault natürlich bezahlen lässt. Optisch ist die Nähe zum Talisman nicht zu bestreiten. Die Form von Front- und Rücklichtern sind eindeutig eine in die Kompaktklasse transferierte Version der Mittelklasse-Limousine. Auch dem Mégane steht diese neue Optik gut zu Gesicht, auch weil es ihn breiter wirken lässt. Ein satter Stand auf der Straße ist eine gute Ausgangslage für den Mégane GT – mit 205 PS noch das Spitzenmodell, bis irgendwann der RS folgt.

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Was außen unverkennbar deutlich wird, bestätigt sich auch innen. Durch den CMF-Baukasten der Renault-Nissan-Allianz (bspw.: Espace, Talisman) werden dem Mégane auch die technischen Spielereien der größeren Modelle zu teil. Was eine Aufwertung für den Mégane ist, stellt gleichzeitig eine Abwertung für den Talisman dar, denn jener bietet so keine technischen Highlights oberhalb des Kompakt-Modell. Selbst das Head-up Display gibt es für den Mégane. Auf die herausfahrende Scheibe werden Informationen wie Geschwindigkeit und Navigationsanweisungen projiziert.

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Cockpit des neuen Renault Mégane

Dasselbe Cockpit, wie auch im Talisman, stellt den Fahrer vor eine lösbare Aufgabe. Nach einigen Stunden ist das R-Link 2 restlos verinnerlicht und nach ein paar Minuten ist das Grundprinzip verstanden. Es ist nicht so innovativ, wie andere vergleichbare Systeme, doch es gibt auch schlechtere Beispiele. Die Bedienung samt Funktionsumfang liegt irgendwo im Mittelfeld der Touchscreens. Die Größe von 8,7 Zoll Diagonale im Hochformat spielt bei den ganz großen mit. Wer sich für die kleinere 7 Zoll Variante entscheidet greift auf ein „klassisches“ Display im Querformat zurück. Der Umfang von R-Link 2 ist dabei identisch. Außer der Größe hat die teurere Variante keine Pluspunkte aufzuweisen.

Renault Mégane IV Heck

Fahreindruck des Renault Mégane Energy dCi 130

Zum Markstart (ab 16.790 Euro) ist der neue Renault Mégane mit drei Benzinern und drei Dieselmotoren verfügbar. Die Topmotorisierung namens Mégane GT kommt dabei nicht nur mit 205 PS / 151 kW (280 Nm), sondern auch der Allradlenkung 4Control. Dabei wird bei niedrigen Geschwindigkeiten der Radstand virtuell verkürzt, dadurch der Wendekreis verringert und bei höheren Geschwindigkeiten der Fliehkraft entgegen gewirkt (Radstand virtuell verlängert), sodass der Mégane GT stabiler auf der Straße liegt. Gefahren sind wir den Energy dCi 130, welcher eine Leistung von 131 PS freisetzt. Das Drehmoment von 320 Nm liegt bei 1.750 U/min früh an und lässt den Diesel-Kompakten sehr schaltfaul fahren. Nicht unbedingt notwendig ist der Soundaktuator, welcher einen dröhnenden „sportlichen“ Klang auf Knopfdruck simuliert. Wer diesen ausstellt, kann sich über einen laufruhigen und klanglich zurückhaltenden Dieselmotor mit ausreichend Leistung freuen.

Renault Mégane Front

Fazit

Die Emotionen wollen einfach nicht aufkochen. Der Mégane ist ein ebenso solider Kompakter, wie seine gesamte Konkurrenz. Allerdings fehlt es am „gewissen Etwas“. Das besondere Highlight lässt sich nicht ausmachen. Vielleicht das verbesserte EDC-Doppelkupplungsgetriebe (in Verbindung mit manchen Motorisierungen) oder das einstellbare R-Link 2 System oder die optionalen LED-Scheinwerfer? Ein großer Schritt nach vorne ist die vierte Generation allemal und da der Preis stimmt, darf man Renault wieder eine Chance auf dem deutschen Markt geben.

Text/Fotos: Fabian Meßner

7 Gedanken zu “Herausforderer in vierter Generation: Renault Mégane im Test

  1. Der Radstand wird wohl eher virtuell verkürzt, sonst klappt das mit dem kleineren Wendekreis nicht! Stand auch schon imTalismanbericht in der Art inkorrekt.

    • Jein…unter 50 km/h spricht man von „virtueller Verkürzung“, oberhalb von 50 km/h (entgegen der Fliehkräfte) von Verlängerung.

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