Entscheidend verbessert: die neue Mercedes-Benz A-Klasse gefahren

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Die neue Mercedes-Benz A-Klasse ist eigentlich nur ein Facelift, in Stuttgart nennt man es Modellpflege. Gepflegt kommt der kompakte Stuttgarter auch daher. Hier und da eben ein wenig verbessert. Die Motoren etwas leistungsstärker, die Technik etwas up-to-date gebracht und zu guter Letzt das Fahrwerk aufgebessert. Bei der ersten Testfahrt überzeugte vor allem letzteres.

Erst wer genau, sehr genau hinsieht, erkennt die Modellpflege der A-Klasse an der Front. Irgendwo soll hier an der Schürze herumgezupft worden sein, den Diamantgrill trägt nun jede neue A-Klasse serienmäßig. Am Heck fällt es etwas leichter, denn die Rückleuchten sind ganz offensichtlich neu. Innen leuchten LEDs, außen zeigt sich eine neue Lichtsignatur. Die Form bleibt gleich, allerdings leuchtet das Rücklicht nun in zwei gegenläufigen Strichen. Im oberen Teil steckt das helle Bremslicht.

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Auf dem nun bis zu 8 Zoll großem freistehendem Display läuft auch Apple CarPlay; Nachrichten vorlesen lassen, mithilfe von Siri durch die Stimme navigieren, all das nun auch im kleinsten Mercedes. Damit sind alle ersichtlichen Neuerungen zusammengefasst. Eine milde Optimierung, die sich nur unterbewusst bemerkbar macht. Genauso ergeht es der Modellpflege mit den LED-Scheinwerfern (optional für knapp 1.000 Euro), deren Leuchtkraft erst im Dunkeln positiv auffällt. Der Lichtleiter, welcher für das Tagfahrlicht zuständig ist, bleibt als einziger dezenter Hinweis an der Front erkennbar. Doch das muss auch alles erst optional bezahlt werden. Der Basispreis der neuen Mercedes-Benz A-Klasse beträgt 23,746,45 Euro, unser Modell schafft fast das Doppelte.

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Das trifft auch für das neue Fahrwerk zu, welches sich im Dämpfer adaptiv verstellen lässt. Die Basis kommt mit dem gewöhnlichen Gasdruckdämpfer und Stahlfeder daher. Doch wer sich das Dynamic Select-Knöpfen dazu bestellt, kann sein Fahrgefühl auf Knopfdruck verändern. Generell ist die neue A-Klasse nicht mehr so hart – manch einem war es wohl zu hart – wie früher.

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Vereinzelte neue Farben, darunter ein poppiges grün und ein extravagantes „Nordlichtviolett“, sowie Dekorelemente für den Innenraum bringen etwas frischen Wind mit. Die Reihen-Vierzylinder bleiben weitestgehend unverändert und bekommen hier und da etwas mehr PS, beziehungsweise den Sprit-Durst ausgetrieben. Beim gefahrenen A 220 4Matic muss auf den Normverbrauch von 6,9 l/100km noch etwa ein bis eineinhalb Liter drauf gerechnet werden. Die 184 PS Variante ist für den Alltag vielleicht der ideale Begleiter durch seinen Mix aus gekonnter Leichtigkeit und dezenter Aggressivität auf Knopfdruck.

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Denn das Dynamic Plus Paket bringt nicht nur das Dämpfer-Verstellknöpfchen mit, sondern macht auch den gesamten Antriebsstrang etwas schärfer. Das subjektiv betrachtet weicher, schneller schaltenden 7-Gang-DCT wechselt hier nun zackiger die Gänge und schaltet beim Anbremsen auf Kurven auch gerne zwei, statt nur einen Gang runter. Dadurch hängt der Turbo-Vierzylinder gut am Gas und weiß, ohne Akustisch groß zu Tönen wie etwa der A 45 4Matic (Video-Fahrbericht), Vortrieb zu erzeugen.

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Das früh anliegende maximale Drehmoment (300 Nm bei 1.200 U/min) erlaubt entspannte Fahrweisen und frühe Schaltpunkte des Doppelkupplungsgetriebes. So beschleunigt der A 220 4Matic auch ohne Gangwechsel wieder problemlos aus der Baustelle auf der Autobahn heraus. Den Allradantrieb 4Matic lässt der Premium-Kompakte nur selten vom Stapel, denn wie auch bei allen anderen Fahrzeugen dieser Klasse, liegt der Fokus auf Effizienz. Soll heißen, nur wenn es die Elektronik für nötig erachtet, wandern Antriebsmomente an die Hinterachse. Beispielsweise in flotten Kurvenkombinationen, ist ein leichter Antriebswechsel zu spüren, sodass nicht die volle Antriebskraft an der Vorderachse verpufft.

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Alles in allem ein gelungenes Facelift, welches mehr durch Details oder eine ausgeweitete Aufpreisliste auffällt. Auch die neu angestrichene A-Klasse bleibt ein Lifestyle-Fahrzeug. So bleibt der Kofferraum mit 341 Liter Volumen ausreichend dimensioniert, aber weiterhin durch die weit in die Mitte ragenden Rückleuchten, eher schwer zu beladen. „Der Puls einer neuen Genration“ ist an den Kritikpunkten verbessert worden und setzt sich so, insbesondere durch das ausgewogene neue Fahrwerk, wieder ins rechte Licht.

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Text/Fotos: Fabian Meßner

2 Gedanken zu “Entscheidend verbessert: die neue Mercedes-Benz A-Klasse gefahren

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