IAA 2015: Bosch gibt Technik-Ausblick bis 2020

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Auf der IAA in Frankfurt gibt es nicht nur neue Autos zu entdecken, sondern auch die Technik von morgen. Dabei sollte man hierfür nicht zu den Autoherstellern rennen, sondern am Besten den Stand von Bosch aufsuchen. Der Automobilzulieferer zeigt mehr als eine Handvoll neuer Technologien, vom vernetzten Antrieb über Sicherheitssysteme bis hin zu neuen Batterietechnologien für Hybrid- und Elektroautos.

Einspritzdüsen

Auch Bosch lebt noch in der Gegenwart, daher gibt es auch neue Einspritzdüsen mit mehr Druck für Benzin- und Dieselmotoren zu sehen. Mit nochmals erhöhtem Einspritzdruck zeigt Bosch Einspritzdüsen mit 2.700 bar für Dieselmotoren. Durch den höheren Druck kann der Kraftstoff feiner zerstäubt werden und sich so besser mit der Luft im Zylinder mischen. Als großer Entwicklungsfaktor hierbei gilt die Senkung von Stickoxid- und Partikel-Rohemissionen. Ebenso gibt es für Benzinmotoren mit den neuen 350 bar Düsen mehr Druck als bisher. Die Maßnahmen führen zu einer erheblichen Verringerung der Partikel-Emissionen gegenüber einem 200-bar-System. Vorteile hat das 350-bar-System insbesondere bei hohen Lastpunkten und dynamischem Motorbetrieb – also bei starkem Beschleunigen oder hohen Geschwindigkeiten.

Turbolader

Darüber hinaus hat Bosch Mahle Turbo Systems (BMTS) eine neue Generation der verstellbaren Turbinengeometrie (VTG) bei Abgasturboladern entwickelt, deren Prinzip in Zukunft auch im Ottomotor breitere Anwendung finden kann. Im wesentlichen wurde die Dauerbelastung bei bis zu 900 Grad Celsius verbessert, sodass die Lader sich nicht mehr verformen sollen. Es wird aktuell auch an Modellen entwickelt, die bis 980 Grad Celsius stand halten sollen.

Wirklich eine interessante Neuerung als solches ist der „vernetzte Partikelfilter“, welcher sich auf Basis der Navigationsdaten auf der Autobahn automatisch regeneriert, um später in der Stadt mit voller Leistungsfähigkeit zur Verfügung zu stehen. Dadurch könnte die Emission eines Autos in der Stadt sinken.

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Elektroautos

Ferner gibt Bosch einen Ausblick auf künftige Batterie-System mit der Lithium-Ionen Technologie, die bis zum Jahr 2020 bei doppelter Energiedichte nur noch halb so viel kosten soll. Dadurch könnten Elektroautos im Preis (endlich) sinken, wobei das noch fünf Jahre von uns weg ist. Die Mini-Elektrifizierung mit einem 48-Volt-System ist da schon näher. Auf der IAA zeigt Bosch die zweite Generation des eigenen Systems, welches nun bis zu 15% Kraftstoff einsparen soll und ein zusätzliches Drehmoment von 150 Nm abliefert. Die elektrische Maschine ist bei der zweiten Generation ins Getriebe integriert. Sie und der Verbrenner sind durch eine Kupplung trennbar und können somit unabhängig voneinander Leistung an die Räder abgeben. Damit ist rein elektrisches Einparken oder auch kurzzeitig rein elektrisches Fahren, zum Beispiel im Stop-and-go-Verkehr, möglich.

Sicherheitssysteme

Auf dem Weg zum autonomen Fahrzeug stellt Bosch ein paar aktive Helfer vor, wie etwa den Ausweichassistent, der bei einer Gefahr (unerfahrenen) Fahrern eine Hilfe bzw. Stütze sein soll. Kurzum geht es darum einen Crash zu vermeiden. Schon im Volvo XC90 vorgestellt, zeigt Bosch den sogenannten Linksabbiegeassistent, welcher den Gegenverkehr während eines Abbiegevorgangs überwacht. Sollte die Lücke zu klein sein, wird das Fahrzeug am Losfahren gehindert, oder sollte es bereits zu spät sein, wird durch einen Bremsvorgang ein Crash oder größere Folgen verhindert.

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Die Krönung des autonomen Fahrens wird wohl der Autobahnpilot sein, der die komplette Fahraufgabe auf langen Strecken übernehmen kann. Erprobt wird dieses System bereits im öffentlichen Straßenverkehr, dabei kann der Fahrer sich auf der Autobahn zurücklehnen und die Technik übernimmt alles. Wenn die UNECE-Regelung R 79 (Wiener Straßenverkehrskonvention) soweit angepasst wird, dass ein solches autonomes Fahrzeug erlaubt sein wird, sollte der Autobahnpilot laut Bosch im Jahr 2020 serienreif sein. Zudem arbeiten die Ingenieure auch eifrig an einer Falschfahrerwarnung, die schnell über cloudbasierte Dienste per Apps und Infotainment über Falschfahrer informiert.

Fotos: Bosch

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