Stefan Bradl im Interview: Warum der bodenständige Typ Indianapolis fixiert und wo der deutschen Nachwuchs in der MotoGP bleibt

stefan-bradl-scooter-fahrerlager-sachsenring

Stefan Bradl könnte das „letzte Einhorn“ für den deutschen Motorradsport sein: der 26 jährige Sohn des ehemaligen Rennfahrers Helmut Bradl ist der einzige Fahrer mit der Schwarz-Rot-Goldenen Flagge im Feld der Königsklasse, der MotoGP. Trotz seines Aus beim Heim-Grand Prix auf dem Sachsenring durch einen Sturz vor einigen Tagen in Assen,  bei dem sich Stefan das Kahnbein brach, bleibt der Augsburger stets optimistisch. Immerhin ist erst Halbzeit und damit alles offen, verriet er uns im Interview.

Seine Verletzung wirft ihn bei der Meisterschaft weiter zurück, hat man zuletzt noch einige Zehntel durch Setupänderungen in Spanien und den Niederlanden heraus holen können. Zwei Wochen darf der Moto2-Weltmeister von 2011 seinen Arm nicht belasten. In acht Wochen steht der GP in Indianapolis auf dem Programm. Hier möchte er wieder Vollgas geben. Einmal im Sattel kommt der Ehrgeiz von ganz alleine – schon jetzt ist der Forward Racing Pilot wieder voll im Trainingsplan, bereitet sich mental und physisch auf den nächsten Einsatz vor. Ärzte seiner Klinik betreuen ihn sogar am Wochenende an der Rennstrecke. Vor der Verletzung will er sich bis auf die Manschette nichts anmerken lassen – hätte es ihn am linken Arm getroffen, wäre er wohl sogar auf’s Bike gestiegen.

stefan-bradl-interview

Der weitere Saisonausblick ist mit neun Punkten auf dem Konto zwar recht mau, doch soweit rechnerisch noch etwas zu holen ist, wird nicht aufgegeben. Als Pilot in der Open-Klasse hat Bradl immer wieder überzeugen können. Seiner Meinung nach wird Marquez, Lorenzo oder Rossi die Meisterschaft holen.

Im Hinblick auf den Sachsenring ist der breit gebaute Bradl sich sicher, dass auch Marquez seinen Winningstreak auf dem Kurs in Sachsen weiter ausbauen wird, da weder Val noch Lorenzo die Strecke liegt, zudem haben die zwei immer wieder mit der Yamaha zu kämpfen – Kritik auch am eigenen Fabrikat. Stefan nimmt den Grand Prix von Deutschland dagegen aus einer ganz anderen Perspektive wahr, nämlich so wie der gemeine Zuschauer. Dazwischen immer wieder Interview und Menschentrauben, die sich um den greifbaren, bodenständigen Typen versammeln.

stefan-bradl-autogramm-fahrerlager-menschentraubestefan-bradl-autogramm-fahrerlager-menschentraube

Bei der Frage um den deutsche Nachwuchs im Motorradsport vertritt der jahrelang auf Honda gefahrene Pilot eine klare Meinung, nämlich dass die IDM komplett die Förderung von Nachwuchsfahrer verschlafen hat. Momentan fährt kein Deutscher in der Moto3, nicht zuletzt durch den Umstieg auf die Viertaktmotoren. In Spanien und Italien dagegen werden zahlreiche attraktive Serien angeboten – selbst er ist in der 125er Klasse in Spanien auf Aprilia Meister geworden. In Deutschland latzt man alleine für das Bike mehr als 50.000 € exklusive den Kosten, die immer wieder jedes Wochenende für Personal, Ersatzteile, Benzin usw. anfallen. Wer soll hier einsteigen?

Trotzdem gibt es noch eine kleine Hoffnung mit den Piloten Cortese,Folger und Alt in der Moto2. Die ersten beiden fahren an diesem Wochenende sogar ganz oben im Spitzenfeld mit und stehen auch in der Fahrerwertung mit #6 und #14 nicht gerade schlecht da.

3 Gedanken zu “Stefan Bradl im Interview: Warum der bodenständige Typ Indianapolis fixiert und wo der deutschen Nachwuchs in der MotoGP bleibt

  1. Pingback: Bridgestone führt beim Deutschland-Grand Prix der MotoGP den asymmetrischen Vorderreifen ein > News > Bridgestone, Compoud, Entwicklung, Fitting, GermanGP, MotoGP, Motorrad, Motorsport, R+D, Sachsenring, Slick > Autophorie.de

  2. Lese eure Berichte immer gerne, aber hier muss nachgebessert werden.
    In der Moto3 gibt es natürlich einen deutschen Fahrer mit P. Öttl dazu könnt ihr noch in der Moto2 M.Schrötter auflisten der stärker einzuschätzen ist wie Cortese und Alt aber leider dieses Jahr ein schlechtes Motorrad hat.

    Und Indy ist zum Glück schon in vier Wochen.

    Gruß

  3. Pingback: MotoGP auf dem Sachsenring: GermanGP in Review > Bikes, Featured, Motoring, News > Bridgestone, Ducati, FIM, iodaracing, Marc Marquez, Moto2, Moto3, MotoGP, Sachsenring, Stefan Bradl, Valentino Rossi, VIP Village > MANCVE

Kommentar verfassen