Bridgestone S20 im Test auf der Yamaha R6

Yamaha-R6-Sonnenuntergang

Zugegeben es war eigentlich einfach einen neuen Reifen für meine Yamaha R6 RJ Bj 2009 zu finden, der Hersteller stand sowie schon fest und es ging lediglich noch um den Typ. Wird es kompletter Sportreifen, oder doch eine Sport – Touring Reifen?

Ein Sport Touring passt nun eigentlich wirklich nicht zur schnittigen und sportlichen R6, es sollten also ein Sportreifen werden! Die S20 fielen direkt in die engere Auswahl, beziehungsweise stellten diese sich als einzig gute Lösung heraus. Die nun fast schon komplett runter gefahrenen Bridgestone BT016 hätten eine weitere „allgemeine Fahrzeugkontrolle“ oder geschweige denn den TÜV (welcher auch fällig war) sicher nicht überstanden und waren mehr als reif zur Entsorgung. Die Wahl fiel also auf den Battlax S20 und kaum waren sie geliefert, waren sie auch schon fast montiert.

Bridgestone-Battlax-S20-Profil-Hinterrad

Die Rückfahrt von der Werkstatt wurde angemessen piano gefahren, weil mir direkt mehrere Videos aus dem Netz in den Kopf schossen, wo man mit den neuen Reifen vom Hof fährt und dann kräftig am Kabel zieht. Das Ergebnis ist meist ein Aufsehen erregender Auftritt und maximale Schräglage des Bikes, nämlich komplett auf der Seite. Das nächste was mir danach durch den Kopf ging, nach ca. den ersten 100 Metern war: „Das sind doch keine 2.6 Bar auf den Reifen…“. Laut Monteur waren beide Reifen mit 2.6 Bar betankt, was meinem eigentlichen Luftdruck den ich sonst fahre mit dem BT016 schon sehr nahe kam (2,6 und 2,8). Ein kurzer Stopp an der Tankstelle bestätigte jedoch seine Aussage und führte zu meiner Feststellung, die Reifen sind um einiges direkter und „härter“ als seine Vorgänger! Gut sie waren kalt, frisch montiert und alles andere als eingefahren. Jedoch auch nun nach knapp 300 km mit den S20 und angepassten Reifendruck fahren sie sich extrem direkt und gefühlt etwas härter, was aber für eine R6 auf keinen Fall von Nachteil ist oder nicht passen würden. Warm fahren ist fast gar nicht mehr zu erwähnen bei diesen Reifen. Dauerte es bei den alten wirklich fast eine „Hausrunde“ sind die S20 schon vor erreichen der „Hausstrecke“ warm und vermitteln schon in die Einfahrt zur Hausstrecke Grip und rufen quasi hoch zum Sitz: „Gib alles!“.

Yamaha-R6-Bridgestone-Battlax-S20

Gefahren sind die Reifen bisher nur bei fast idealem Wetter, also trocken und knapp 20 Grad sowie freie Straßen (naja fast, die anderen Verkehrsteilnehmer mal ausgeschlossen) was bei gutem Wetter ja leider immer der Nachteil ist. Der Reifen ist knapp zwei Jahre auf dem Markt und wurde von Bridgestone mit sehr viel Einfluss der MotoGP entwickelt, es wurde hierbei viel Wert auf drei wichtige Faktoren gelegt und zwar: Verbesserung der Performance auf nasser und trockener Straße bei gleichzeitig verbesserten Fahreigenschaften während der gesamten Lebenszeit der Pneus. Eine Gradwanderung bei Sportreifen welche ja immer mehr Abrieb haben und somit kürzere Laufleistungen. Das Ergebnis werde ich wohl aber erst sehen bei erneutem Wechseln der Reifen und einem Blick auf den Kilometerzähler. Der Grip auf nassem Untergrund ist mit Sicherheit hervorragend, jedoch oute ich mich auch direkt als „Schönwetter- Fahrer“ und werde höchstens von kleineren Schauern überrascht, was dann alles andere als geplant ist. An einem sonnigen Tag habe ich mir mal die GoPro geschnappt und an die R6 geschraubt, raus kamen ein paar Aufnahmen vom Reifen in Aktion sowie dieses zusammen geschnitten Video. Zugegeben es ist nicht ganz so professionell wie dieses hier von Herrn Rossi, aber das kann man ja sowie nicht vergleichen (weder fahrtechnisch noch sonst irgendwie ).

Nach nun knapp einer Saison mit dem Bridgestone Battlax S20 kann ich durchweg nur positive Rückschlüsse ziehen. Die ersten 1000 Kilometer haben die Reifen nun schon runter und haben in bisher jeder Situation hervorragende Performance abgeliefert. Sei es der mehr als gute Grip nach nur wenigen Kilometern oder die guten Bremseigentschaften, welche zuletzt ein ausbrechen des Hinterrads verhinderten. Der „Angsstreifen“ ist noch vorhanden wird aber zunehmendst kleiner und ist hoffentlich bald ganz verschwunden!

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