#RoadToBerlin: Die letzten Stufen sind immer die steilsten – von defekten Ladesäulen und kickernden Soldaten

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Unser Roadtrip nach Berlin verläuft ein weiteres mal komplett anders als erwartet, aber das ist eben auch gut so, denn Not macht erfinderisch und um Zeit zu überbrücken sind wir unschlagbar. Was uns also seit gestern Nachmittag passiert ist? Wir haben mit einem jungen Australier sein erstes Bier getrunken, ich habe wundervollen Erinnerungen der exzellenten Landstraßen in Niedersachsen, welche ich mit meiner Lady (Z33) vor zwei Jahren beim Reisbrennen unsicher machte, nachgehangen, dem Weber Go-Anywhere seine Campingqualitäten bescheinigt, mit Soldaten gekickert, Gespräche über die Zukunft von Top Gear, Fußball und dem Reisen gehalten und schließlich stand Daniel wieder vor einer Ladesäule mit einem kleinen Problem. Wer bis hier hin gelesen hat, der darf auch gerne die weitere nicht jugendfreien Worte im Gehirn weiter verarbeiten lassen 😉

Es brauchte keinen Blick auf die Uhr um festzustellen, dass wir ein weiteres mal komplett hinter unserem Zeitplan lagen. „Daniel gib Kitt!“, schrie ich vor mich selbst hin. Selbst die seelenlosen Spanholzplatten des Kickertisches jaulten mit. Wie so häufig, überholte ich Daniel – wir haben zwar irgendwo auf unseren Reise die Zeitachse bei der Bestellung vierten Bestellung an einem Fast Food-Restaurant mit dem Kleingeld gleich in der Kasse gelassen, aber das vermieste nicht unsere Stimmung – singend, schaukelt und mit einem unverschämten Grinsen im Gesicht fuhr ich auf der mittleren Spur an dem konstant 93,7231 km/h fahrenden silbernen e-NV200 vorbei. Kurios wie sich unsere Bewegungsabläufe spiegelten – entweder waren das die Nachwehen des letzten Schlagermarathon, den wir beiden über 8 Stunden gehört hatten, oder aber die Freude auf ein fettes Steak. Letzteres würde allerdings bedeuten, dass mein Bauch mehr zu sagen hat als mein Wille und ich ein Sklave der ungesunden, industriell hergestellten Güter sei – damit könnte ich mich abfinden, ist ja immerhin lecker. Nachdem wir den Rasthof Börde passiert haben, gut 50 km von unserem auserwählten Campingplatz entfernt, fügte ich der Route einem Zwischenstopp bei REWE ein. Grillgut hat nun mal Priorität.

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Als die Sonne am Horizont verschwand, der kleine, putzige Holzkohlegrill nach gut 2 ½ h nur noch auf kleinster Stufe das Knobibrot am herrlichen Barleber See warm hielt, konnten wir immerhin eines mit Sicherheit sagen: egal in welchem Zustand, ob nüchtern, vollgefuttert oder heiter, Kicker spielen wir wie Mädchen im Vorschulalter. Die kleinen mit Comicfiguren-Haarspangen, die nicht einmal das Spielfeld sehen, aber trotzdem irgendwie Tore erzielen. Da der gewöhnliche Australier eigentlich ein sehr großer Fußballfan ist, fanden wir uns spät in die Nacht mit tiefsinnigen Gesprächen über Elektromobilität, bekannte Automobilshows, Roadtrips und der Fotografie wieder. Uns gegenüber stand ein Mitte 20er, der aus Queensland bei seiner fernen Verwandtschaft zu Besuch ist, man konnte ihn schon mit den Leistungsdaten des Qashqais beeindrucken und ein EV auf der Straße – das schien Utopie. Er erzählte über die V8-Supercar-Serie auf seinem Kontinent, wir über deutsche Gesetze und Technologien aus fernen Ländern. Was hatten wir einen Spaß, vor allem als noch ein Slowene dazu stieß und uns mit Fragen löcherte. Na klar, ihm war auch ein Bier gewiss. Ich likte zum Abschluss nach Mitternacht noch die Facebook-Fotografie-Seite des Australiers, denn Timelapse ist voll mein Ding und weil er echt cool, aber abseits der Norm war, überreichte ich ihm noch mal ein Heineken. Jetzt wird er sein erstes Bier immer mit unseren Fratzen in Verbindung bringen :D. Aber sind es nicht genau, diese Begegnungen, die das Reisen, egal ob penibel genau geplante Pauschalreise oder Roadtrip mit (keinem genauen) Ziel vor den Augen ausmachen? Kickern konnten wir schließlich auch am nächsten Tag, nachdem wir ordnungsgemäß mit allerbesten Manieren den Campingplatz verlassen hatten (Mutti wäre stolz auf mich!) – die gestressten Soldaten der Bundeswehr wollten ihren Stress ablassen. Gut dachte ich mir, nehmt euch das Bleigewicht der Flaggen und hebt diese so oft ihr wollt. Wenn ihr fertig seid und ihr einen klaren Verstand habt, spielen wir um Ruhm und Ehre + ein McFlurry! Sie willigten ein und jetzt ratet mal wer 2,59 € ärmer ist? Ich nicht, sondern Daniel 😀 Immerhin hatte ich ihm einige Stunden zuvor mein letzter Kleingeld gegeben, da er am Rasthof bezahlen musste. Wir haben verloren gegen unsere aufopferungsvollen Soldaten, aber das konnten wir bequem auf deren Zeitnot schieben. Wir wollten sie ja wieder motiviert in den Dienst schicken. Beim Abbau des Kickers auf dem Parkplatz des Autohofs nahm ich mir vor unbedingt an meiner Lagerlogistik und der Ladungssicherung zu arbeiten. Mit Erfolg – ich hatte nun soviel Platz, dass der rote Qashqai sogar einen Beifahrer und zusätzliches Gepäck hätte aufnehmen können.

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Wir waren wirklich gut unterwegs an diesem sonnigen Freitag. Daniel kloppte auf’s Gas, so dass endlich mal mein Spritverbrauch die 3,5 l Marke in die ewigen Geschichtsbücher stampfte und ich mich irgendwo bei 4,6 l einpendelte. Satte 110 km/h wurden nun Gefahren, schließlich waren an jedem Stopp Ladesäulen mit dem Schnellladestandard CHAdeMO angekündigt – lecker Strom in den Geschmacksrichtung „naturtrüb“ und „mit künstlichen Farbstoffen versetzt“. Doch gerade die letzte Säule ließ uns den Himmel über dem Kopf zusammenbrechen: mit rund 40 km Restreichweite in den Batterien, erreichten wir eine RWE-Ladesäule mit kombinierten Anschlüssen, die laut App eigentlich Problems hätte funktionieren sollen. Pustekuchen, Displaydefekt, die Verbindung zur Ladesäule über das Internet war auch nicht möglich und eine RFID-Karte hatten wir nicht. Nach rund dreißig Minuten des gefrusteten „Ja“ und „Nein“-sagens an der Hotline, hatte der Elektroniker die Pappe auf – im Blindflug bediente Daniel die Knöpfe am Touchscreen ohne etwas zu sehen. Ich drückte ganz fest die Daumen und gab die Hoffnung nicht auf. Als Daniel sagte ich solle den Stecker bei seiner Ansage schnell mit dem Fahrzeug koppeln sprang die Ladesäule auf die Farbe blau über und sie summte freudig vor sich hin. Der Saft lief, uns viel ein Stein vom Herzen und die Ankunft in Berlin war gerettet. Wäre dieser Plan nicht aufgegangen bestand die Alternative nur noch darin mit einem Typ 2 eine Ladezeit von bis zu 5 ½ h in Kauf zunehmen oder uns abschleppen zu lassen, was beides den weiteren Ablauf ruiniert hätte. Es ist eben wie im Fußball – Wunder passieren auch einmal in den letzten Sekunden, denn schließlich stirbt die Hoffnung zuletzt.

Danke, dass ihr uns bis hierhin verfolgt habt – das Wochenende ist noch lange nicht zu Ende, deswegen beobachtet uns weiter auf den sozialen Kanälen unter dem Hashtag #NissanKicks.

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Gleichzeitig brauchen wir aber noch Unterstützung von euch – Tino ist vor drei Tagen mit seiner Vespa in Mailand los gefahren mit dem Ziel Berlin vor Augen. Leider ist der sympathische Italiener mit Juventus Turin-Schal auf dem Gepäckträger seines Motorrollers noch Ticketlos. Unter #KartefuerTino suchen wir nun verzweifelt nach einer Karte für ihn um das Champions League-Finale doch noch miterleben zu können.

In Kooperation mit Nissan Center Europe.