Aus Amerika für uns: erster Test des neuen Ford Mustang GT

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Nicht so lange, wie mit dem Ford Mondeo hat es nun gedauert, bis das amerikanische Pferd über den großen Teich auf die Reise geschickt wurde. Leicht abgeändert steht der Europa-Mustang in sonnigem „California Gelb“ vor uns. Zeit für einen ersten Ritt (bei leichtem Regen) mit dem Ford Mustang GT. Unter der Haube ein typischer 5,0-Liter V8 Saugmotor – natürlich EU6 konform.

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Amerikanische Power: Ford Mustang GT mit 5,0-Liter V8

Fünf Liter Hubraum. Ein (inzwischen) absolutes No-Go für jeden Hersteller, der irgendwo auf der Welt (außerhalb der USA) noch Autos verkaufen will. Downsizing ist das Schlagwort, lieber zu wenig Hubraum und viel Turbo. Wobei, wenn wir ganz ehrlich sind, dann hat Ford dem Mustang auch genau so etwas verpasst. Wie sich der 2,3-Liter ecoboost in Amerika fuhr könnt ihr bei uns nachlesen. Ob sich bei der Europa-Variante noch viel getan hat, können wir euch wahrscheinlich erst später im Jahresverlauf berichten.

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Fünf Liter Hubraum. Acht Zylinder. Sechs Gänge. Das klingt in erster Linie nach typisch amerikanischem Verbrauch. 13,5 Liter auf 100 Kilometer klingen da nicht ganz unrealistisch. Wer sich die Automatik einbauen lässt spart laut NEFZ eineinhalb Liter Sprit ein, allerdings auch an Fahrspaß. Sechs kurz übersetzte Gänge befehligen den V8-Saugmotor, um die Drehzahl immer genau dort zu halten, wo der Spaß beginnt. 421 PS leistet das Pony in Deutschland bei 6.500 Umdrehungen pro Minute. Bei knapp über 100 km/h rennt das Pferd im zweiten Gang in den Begrenzer, ein wenig „Drag-Race“-Atmosphäre ist dem Pony also geblieben.

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Die 530 Newtonmeter Drehmoment stehen voll bei 4.250 Touren im Futter, dass diese Kraft auch nicht mehr nur geradeaus wirkt, dafür sorgt nicht nur das Sperrdifferential an der Hinterachse, sondern auch selbige. Völlig neu konstruiert, fort die Starrachse, her die Integrallenker-Achse. Damit wird das einstige Muscle Car zum Sportwagen für Normalverdiener. Damit diese ihr neues Pferd im Stall nicht direkt zu Schrott fahren packt Ford die wohl besten Bremsen der eigenen Geschichte serienmäßig in den Mustang GT. Schon bei der kleinsten Berührung des Bremspedals packen die Sechskolben-Zangen fest zu und verbeißen sich in den 380 mm großen Brembo-Bremsscheiben.

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Fahreindruck: Besser als der Vorreiter

Fahrdynamisch ist er eine deutliche Spur mehr Europa und weniger Amerika. Verglichen mit der Ausgabe davor, welche wir in den USA an der Westküste Wochenlange gefahren sind, steht hier ein völlig anderes Auto. Hätte es nicht die Mustang Embleme, würde man es nicht auf den ersten Popo-Meter als solches erahnen. Zwischen Starrachse und Integral-Hinterachse stehen nicht nur in der Theorie Welten, endlich ist der Mustang mehr als nur ein Fahrzeug für den Highway. Auch Landstraßen kann man nun getrost mit ihm befahren.

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Die Pirelli P Zero sind allerdings lieber auf trockner, als auf nasser Fahrbahn unterwegs. Da wird es beim Einlenken auf der Vorderachse doch kurz nervös, sobald sich die Straße wieder abgetrocknet hat, ist dieser negative Einfluss verschwunden. Einen Reifenschonenden Vorteil hat das Nass dabei auch noch: ein kurzer Gasstoß reicht schon bei eingeschaltetem ESP aus, um dem Pferdchen die Sporen zu geben. Schon schert das Heck aus, lässt sich dabei schnell und einfach wieder einfangen.

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Über die nach Aluminium aussehenden Kippschalter lässt sich nicht nur das ESP deaktivieren, sondern auch die Lenkung (EPAS) in drei Varianten verstellen. Komfort ist dabei nicht wirklich zu empfehlen, denn das verwässert den Fahreindruck des Mustang. Normal ist für den Alltag die passendere Wahl, bei Sport wird die Lenkübersetzung knackiger und subjektiv betrachtet auch präziser. Bei der Englisch-Deutsch-Übersetzung hapert es aktuell noch, so heißt der „Track“ Mode auf Deutsch aktuell „Gelände“. Wirklich Offroad sollte man damit trotz der peinlichen Übersetzung nicht unterwegs sein. Primär verabschiedet sich nun das ESP in den Ruhemodus, der V8 hängt gieriger am Gas und die Line Lock (Burnout-Funktion) ist freigegeben – zumindest, wenn sie nicht, wie in diesem Fall gesperrt wurde. In Schnee/Nässe nimmt die Elektronik direkt ordentlich an Leistung raus, da wird der Mustang zum Wallach.

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Fazit zum Ford Mustang GT

Ist der Ford Mustang GT eine Budget-Alternative zu Porsche 911 Carrera oder BMW M4? Statistisch gesehen liegen sie auf einem ähnlichem Leistungsniveau, aber das war es auch schon. Von den inneren Werten wie etwa der Ausstattung oder Verarbeitung abgesehen kann der Ford Mustang GT nicht mit dem „ultra krassen Grip“ eines BMW M4 mithalten. Und nun ganz ehrlich, Zuffenhausen ist eine andere Liga. Dabei ist der Ford Mustang GT nicht weniger unterhaltsam. Der Lexus RC F sollte eher ein Konkurrent sein, mit dem es der Ami gut aufnehmen könnte.

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Er ist und bleibt der Sportwagen / das Muscle Car des durchschnittlichen Mannes. Vielleicht wird es bei uns keine Welle von Ford Mustang GT geben – wie etwa in den USA, wo sich quasi fast jeder dieses Fahrzeug leisten kann – doch man sollte davon ausgehen eine wachsende Zahl von ihnen auf Deutschlands Straßen anzutreffen. Er ist der neue im Club, der mit dem gewissen Etwas (unter der Haube). Jener, der Stunk machen wird, aber dabei nie über die Stränge schlägt.

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Mehr zu beiden (deutschen) Motorisierungen bei mein-auto-blog. Weitere Berichte finden sich bei uberding und trendlupe. Darüber hinaus findet sich auch noch ein Artikel bei ubi-testet und Autogefühl.

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Text/Fotos: Fabian Meßner

3 Gedanken zu “Aus Amerika für uns: erster Test des neuen Ford Mustang GT

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