Der neue Audi Q7: souveräne Überlegenheit mit intelligenten Fahrerassistenzsystemen

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Der neue Audi Q7 lässt den Slogan der Ingolstädter wie eine Untertreibung wirken: so nah am autonomen Fahren ist kein anderes Fahrzeug, weder in der SUV-Klasse noch im gesamten Markt. Massig Assistenzsystem, Großraumwohnzimmer zum Wohlfühlen und wie gewohnt hochwertige Materialien. Fortschritt bis zum geht nicht mehr, doch vor lauter Verbesserung ist das Design in der Zeit stehen geblieben.

Audi-Q7-Daytonagrau-Heck

Dass er bulliger geworden ist, dabei aber auffallend unauffällig bleibt, stört mich kaum. Genauso wenig wie der gähnend langweilige Single-Frame-Kühlergrill, der mittlerweile stark gestaucht wirkt. LED-Lichtdesign an der Front haut mich ebenfalls nicht um. Es ist eben kein Rückschritt aber manchmal ist bereits etabliertes Design einfach besser. Schaut man sich den Rest des Fahrzeugs an wirkt er mit den neuen LED-Rücklichtern mit dem genialen Blinker-Lauflicht dagegen unheimlich sexy. Abgeflachte Endrohre tun ihr übriges um mich komplett verlegen zu machen. Was man auch immer vom Redesign denkt, sitzt du erst einmal im großzügig gestaltete Innenraum mit Ambientbeleuchtung in schnieken Individualsitzen wahlweise mit Nappaleder oder Alcantara-Leder-Kombination ist es dir komplett gleichgültig – es ist doch wie mit dem Selbstbewusstsein, egal wie du aussiehst, wenn du dir selbst einredet du seist „ne coole Sau“, dann ist es so.

Audi-Q7-sline-Endrohre

Audi-Q7-Interieur

Zurück zum Innenraum: ein wahrgewordene Alcantara-Traum. Ich kann euch sagen, dass manches Studio neidisch auf die Auskleidung des Himmels wäre ;D Grundsätzlich ist Kaufwilligen die Frage zu stellen, ob fünf oder sieben Sitze im Fahrzeug verbaut werden sollen. Bei dem kompromisslosen Platzangebot im Fond dürften dicke drei! Kindersitze nebeneinander passen, was umgerechnet vier schlanke Hipster ausmachen oder drei bärtige Mac n Cheese-Lover. Mit 890 Litern Gepäckraumvolumen passen dann auch noch Rudy und Mathilde, die zwei Schäferhunde mit dem richtigen Riecher für feinstes Leder auf die ebene Ladefläche. Umgeklappt ergibt das übrigens 2.075 l – das sind das sind 31 prall gefüllte Umzugkartons!

Audi-Q7-Kofferraumvolumen

Audi-Q7-Fond

Aber genug mit der Mathematik, denn alles andere ist bekannte Schule: mittlerweile lassen sich Schalter, Drehräder und Knöpfe im Cockpit blind bedienen. Hochwertige Haptik, zeitloses, elegantes Design was immer mit der richtigen Portion industriellem Stil einhergeht. Frische Farben bringt die Ambientbeleuchtung in das einstige Dickschiff, welches nun je nach Motorisierung bis zu 325 kg abgespeckt hat. Elegant schmücken die LED-Lichtbänder das Armaturenbrett, die Mittelkonsole wie auch die Türverkleidung. Per Farbrad kann man sogar die Beleuchtungsstimmung entsprechend anpassen. Gleichzeitig wird die Ambientbeleuchtung auch als visuelles Warninstrument für die Assistenzsysteme genutzt – bei Gefahr leuchten diese nämlich hell rot auf – clever! Aus dem Audi TT bekannt ist natürlich das Audi virtual cockpit, welches auch mit an Bord ist. Überragend scharfes Bild, kinderleichte Bedienung und genau so ausgestattet, dass das Display über dem Armaturenbrett keine Beachtung mehr geschenkt werden muss (es sei denn Apple CarPlay oder Anroid Car-Features werden nahtlos genutzt). Knopf ganz rechts in der Mittelkonsole drücken und der zusätzliche Bildschirm verschwindet. Das ganze gibt es natürlich nur für einen saftigen Aufpreis, bei dem auch der Modularen Infotainmentbaukastens II samt dem MMI dazu geordert werden muss.

Audi-Q7-virtual-cockpit

Audi-Q7-Mittelkonsole

Audi-Q7-Armlehne-Staufach-Induktion

Doch was macht den Audi Q7 nun so unfassbar gut? Kleinigkeiten wie die Möglichkeit unterstützte Geräte via Induktion im Fach der Mittelarmlehne zu laden, einzeln verstellbare Armlehnen oder die Funktion das Luftgebläse über die gesamte Breite des Armaturenbretts für den Beifahrer zu aktivieren sind gerissene Designelemente, die ebenfalls komplett funktionell gestaltet sind. Aber gerade die nicht sichtbaren Dinge machen die Magie aus: das erweiterte Audi Cruise Control inklusive prädiktivem Effizienzassistenten und Stauassistent sind das Herzstück für unbeschwertes Cruisen. ACC ist ja nichts neues, doch wird diese um den nüchtern klingenden Helfer ergänzt, wirkt das SUV wie ein Meilenstein in der Entwicklung des bayrischen Herstellers. Wie gewohnt werden alle Einstellungen über das MMI im Untermenü „Fahrzeug“ eingestellt. Doch dies ist sehr überschaubar. Wichtiger sind nun die Optionen im Bereich der automatischen Schildererkennung wie das Anpassen des Limits ab wann bei einer Tempoüberschreitung gewarnt werden soll oder die Konfiguration des Lane Assists, der nun auch zu erst einmal aktiviert werden soll. Dieser wird über den das Tippen des äußersten Knopfs am linken Lenkstock aktiviert. Alles weitere geschieht nun über den zusätzlich Hebel darunter. Bei einer bestimmten Geschwindigkeit ebenfalls über die äußere Taste den Tempomaten aktivieren und durch auf- und ab bewegen des Hebels die Geschwindigkeit feinjustieren. Ein kleiner Pin, der nach vorne oder hinten geschoben werden kann, regelt den Mindestabstand zum vorfahrenden Fahrzeug. Die Einstellung wird im virtual Cockpit bzw. Informationsdisplay anschaulich dargestellt. Ein Trapez mit einem senkrechten Balken zeigt an, dass der Lane Assist aktiv ist und mehr insgesamt weisen mehr als drei Anzeigen auf das erkannte Tempolimit hin, was mitunter an Baustellen und dynamischen Anzeigetafeln nahezu einwandfrei funktioniert.

Audi-Q7-Querverkehrassistent

Audi-Q7-Climatronic

Nun ist das Fahrzeug mit dermaßen vielen Sensoren ausgeschattet, dass Unwissende in den 1930er Jahren den Kabelbaum im Leib des Q7 und dessen Messgeräte für eine Zerstörungsmaschine von Alien halten können, auch wenn die Verknüpfung der erfassten Daten mit dem aufwendigen Navigationskartenmaterial samt Topografie und erwarteten Geschwindigkeitlimits und Kurven für uns Laien ein modernes Hexenwerk ist, so ist die Vorführung und Nutzung dieser in einem Serienfahrzeug – kein Erprobungsfahrzeug für mich ein sehr überraschender Einstieg in die nächste Phase des autonomen Fahrens. Ihr müsst nun lediglich lenken, auch wenn der Fuß nervös vor dem Bremspedal ruht ist es möglich etliche km ohne Intervention meinerseits zu bewegen! Wahnsinn, ich bin wirklich baff und mit mir einige Blogger ebenso! Natürlich behalten die Lasersensoren, Kameras und Radar u. a. aus dem neuen Querverkehrassistenten und Parkassistenten den aktuellen Verkehr auf der Straße immer im Auge und überschreiben die vorausberechneten Fahranweisungen. Das ganze ist sogar so perfide, dass man damit auch Spaß erleben kann, wenn man den drive select in „dynamic“ stellt und sein Leben in die Hand einer künstlichen Intelligenz mit hedonistischem Charakter gibt, die es nur darauf anlegt möglichst Spritverschwendend und schnell an das Ziel zu kommen. Es ist also ratsam den Fahrmodi auf auto, comfort oder efficient zu stellen um eine stressfreie Fahrt zu erleben, denn dementsprechend spät bremst das Fahrzeug in Kurven oder beginnt entsprechend früh mit dem ausrollen z. B. bei einer langgezogenen Autobahnabfahrt.

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Sonst komme ich nie stressfrei durch Serpentinen in der Schweiz oder rege mich über das verdammte Tempolimit auf Landstraßen und der Autobahn auf, doch das ACC der neusten Generation hat mir garantiert ein Ticket erspart und funktioniert wunderbar. So muss Auto gehen! Apropos Spitzkehren: die neue Fünflenkeraufhängung an Vorder- und Hinterachse macht einen hervorragenden Job – das Fahrzeug klebt förmlich am Boden trotz der relativ hohen Bodenfreiheit. Gleiches gilt auch für den bärenstarken 3.0 TDI V6 mit satten 600 Nm Drehmoment, die insgesamt 272 PS generieren. Starker Antritt der für den Sprint von 0 – 100 km/h lediglich 6,3 Sekunden benötigt. Was will man(n) bitte mehr?! Dazu wird es auf weniger bergischen Regionen durchaus möglich sein den kombinierten Verbrauch von 5,7 l/100 km einzuhalten. Zusammen mit der brandneuen Allrad-Lenkung, welche die Hinterräder aktiv mitlenken lässt um den Wendekreis zu verringern (ein Meter auf das Vorgängermodell geschrumpft) oder bei hohen Geschwindigkeiten das Fahrzeug zu stabilisieren, fühlen sich drei Meter Radstand an, als schmeiße man ein Kompaktsportler durch die Kurve. Warum diese Technik nun analog nicht quattro-Lenkung heißt, kann ich nicht beantworten, aber im Land of quattro, der Schweiz, gibt es auch so viel zu erleben. Das passende Reisegefährt habe ich nun definitiv gefunden.

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Fotos: Audi

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