Meine M Power Tour 2015 im BMW M4 M Performance Parts

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Was wäre die M Power Tour 2015 ohne den passenden Hobel dafür. Genau richtig, nicht das wahre. Daher, durfte ich einen M aus München samt voller Hütte und Carbon ohne Ende einfahren. Mit dem BMW M4 M Performance ging es daher aus Bayern direkt in die Eifel. Einer muss den mineralweißen Bimmer schließlich zum M Korso bringen. Ich habe mich bereitwillig geopfert, diese Bürde auf mich zu nehmen.

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An den 431 PS des 3,0-Liter Biturbo Reihensechser hat sich auch durch das Carbon und Titan-Upgrade nichts getan. Obwohl gemunkelt wird, dass die S55-Motoren alle eher etwa Richtung 470 PS streuen; mir soll es Recht sein. Nicht nur aus optischen Gründen, sondern auch aus aerodynamischer Sicht hilfreich sind die Carbon-Inlets und das neue Schwert (aus Polyurethan). Genauso wichtig die kleine Abrisskante, die subjektiv betrachtet mehr Stabilität bei Hochgeschwindigkeitsfahrten reinbringt. Der Carbon-Diffusor ist hingegen nur aus rein visuellen Gründen angebracht.

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Dieser beherbergt allerdings das Highlight der M Performance Ausrüstung. Zusammen mit Akrapovic entwickelt hängt und röhrt dort eine Titan-Abgasanlage. Dabei sind ab dem Endtopf bis hinten durch alle Teile aus Titan, vom Endtopf bis zum KAT ist ein Edelstahlrohr verbaut. Das Ergebnis ist ein Ohren durchzehrender Klang gepaart mit Krawall, der zwangsläufig dazu verleitet öfter manuell per Wippen die Gänge zu wechseln. Und in mir löst es das typische „thihih“ Gekicher und ein verschmitztes breites Grinsen aus. Es macht nicht schneller, aber es hört sich so verdammt gut an.

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Im unteren Drehzahlbereich dröhnt es durch den Innenraum, als wäre hier ein riesiger Motor unter der Haube und doch ist es der alt bekannte. Wer oberhalb von 5.000 Touren das Gaspedal schlagartig wieder loslässt ist sich entweder entsetzter Gesichter älterer Dorfbewohner oder zahlreicher Daumen und „woooho“ Rufen der Dorfjugend sicher. Es knattert und tut Schläge, wie bei den ganz großen. An der beeindruckenden Performance des M4 und dem hohen Grip-Niveau hat sich auch in dieser M Performance Variante nicht geändert. Das Sportcoupé aus Bayern ist nach wie vor „the One to beat“ in dieser Klasse, da muss Daimler nun etwas hinzaubern.

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Für den klassischen M Korso reicht der Sound allerdings nicht aus. Hinter einem M5 V10 und dem E92 M3 (V8 Sauger) kann der „kleine“ 3,0-Liter Reihensechser kaum etwas ausrichten. Obwohl er in den Händen eines Profis, deutlich schneller als der direkte Vorgänger wäre. Doch hier geht es um den Korso; 40 Fahrzeuge, die gemeinsam über die legendäre Nordschleife fahren. Und das nicht so langsam, wie bei einer türkischen Hochzeit. Gehupt wird statt mit den Tröten, mit den Rohren am Heck. In jeder Kurve der passende Gasstoß, um die Menge für ihren Applaus und Jubel zu belohnen. Und ich verliere ganz nebenbei meine Unschuld. Nach diversen Mitfahrten darf ich nun auch endlich selbst – mit dem M4 – durch die Grüne Hölle. Und schnell wird klar, diese Strecke hat es wirklich in sich – das ist definitiv kein Gerücht. Selbst im „langsamen“ Korso Tempo von maximal 120 km/h merkt man, dass hier wirklich nur die besten der Besten schnell fahren können.

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Ob ich noch einmal selbst eine Fahrt auf der Nordschleife wagen werde? Ich denke schon, dann aber wohl zu meiner und aller anderer Sicherheit mit etwas weniger Pferden und idealerweise mit einem Nordschleifen-Kind auf dem Beifahrer-Sitz.

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Bevor es an diesem Tag allerdings aufs Pflaster und zum proleten, pardon, flanieren, durch die Ortschaft ging, gab es noch einen kleinen Technik-Workshop. Der fand anhand zwei sehr ungewöhnlichen, aber nicht weniger beeindruckenden M Fahrzeugen statt. BMW X5 und X6 M sind die wohl dicksten, aber neuerdings auch schnellsten (Cayenne Turbo S wurde auf dem Sachsenring mit 2,8 Sekunden unterboten) SUVs auf dem Markt. Viel Kraft, die auf viel Gewicht trifft, will ordentlich gekühlt sein, deshalb haben die beiden Modelle ganze zehn Kühler an Board und drei unabhängige Kühlkreisläufe. Am Hinterachsgetriebe findet sich sogar noch eine gezackte Gummi-Lippe, welche hier die Luft verwirbeln und dadurch besser kühlen soll.

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Ferner gab es noch etwas wirklich Brand-neues zu sehen. Die Wassereinspritzung – für BMW die Zukunft der In-House Leistungssteigerung – welche auch bald in einem Modell, man munkelt es sei der M4 GTS / CSL, eingeführt wird. Dabei wird ein Sprühnebel aus destilliertem Wasser in die heiße Ansaugluft vor dem Brennraum gesprüht, um diese weiter herunter zu kühlen. Ist das System nicht aktiv, besitzt der Motor die gleiche Leistung, wie auch der M4 / M3. Wenn es allerdings aktiv ist, steht mehr Leistung zur Verfügung, da der Motor mit der kalten Luft besser arbeiten kann.

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Bisher findet sich das System so nur im M4 Safety Car der Moto GP. Der Fahrer dort berichtet von einem „beeindruckenden Erlebnis“. Bei BMW scherzt man bereits darüber, wann die Konkurrenz mit einem ähnlichen System ankommt. Das zweite Jahr mit BMW am Ring und es wird wohl auch im dritten Jahr nicht langweilig werden. Jedes Mal treffen sich hier die M’Enthusiasten, welche ihr Auto über alles lieben und leben. Drei Tage wird hier nur Benzin gesprochen, das eine oder andere Mal lassen die Damen und Herren einfach ihre Autos für sich sprechen.

Neue Abgasführung am aktuellen X5 / X6 M (F15)

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Alter Krümmer Vorgänger X5 M (E70)

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Text/Fotos: Fabian Meßner