Audi-Chefdesigner Marc Lichte im Interview

Los Angeles Auto Show 2014

Marc Lichte hat bei Audi keine leichte Aufgabe übernommen. Als Leiter der Designabteilung der Audi AG ist er dafür verantwortlich, den Audi Modellen wieder mehr Emotionen zu verleihen. Grund genug, ihm nach drei Studien einige Fragen zustellen. Dieser hat sich Marc Lichte in einem kleinen Interview angenommen.

In meiner persönlichen Marken- und Medienwahrnehmung wurde das Audi-Design in den letzten Jahren häufiger kritisiert, Marc Lichte sieht das dennoch differenzierter, denn für ihn ist „Audi im Automobilbereich die Designmarke schlechthin“. Das geht für ihn auf den von 2004 erstmals vorgestellten Singleframe Grill von Walter da Silva zurück. „Für dieses Markengesicht ist Audi heute weltweit bekannt. Nach einer Phase der Markenprägung gehen wir nun den nächsten Schritt: Der Audi prologue entwickelt unsere Designsprache konsequent weiter, ohne die eigene Historie in Frage zu stellen“, so Lichte.

Leiter Design, AUDI AG

Auf die Frage wie viel von den gezeigten Studien (prologue, prologue Avant) schlussendlich in der Serie zu sehen wird gab es keine klare Antwort. Lediglich die Aussage, dass „diese beiden Showcars gezielte Teaser für die kommende Generation unserer Oberklasse-Modelle“ sind. Bisher war nicht bekannt, inwieweit Marc Lichte bei seinem Amtsantritt noch Einfluss nehmen konnte. Scheinbar deutlich mehr, als wir bisher annehmen konnten.

„Als ich im Februar vergangenen Jahres als Designchef bei Audi anfing, haben wir uns zunächst mit dem neuen Design von A8, A7 und A6 beschäftigt. Als dieses dann offiziell verabschiedet war, konnten wir im nächsten Schritt aus den prägenden Elementen den Audi prologue gestalten.“ – Marc Lichte, Leiter Design, Audi AG

Eine Frage, die ganz klar und deutlich beantwortet wurde, war jene zur Lichtsignatur der Concept Cars. Denn wer sich die Concept Cars genau angesehen hat, der entdeckt im unteren Teil der Frontschürze zusätzliche Lichtelemente, doch das sind nicht etwa LED-Tagfahrlichter, sondern ein Statement, wie Marc Lichte selbst erklärt: „Der Audi prologue Avant präsentiert mit der hochauflösenden Matrix Laser-Technologie in den flachen Frontscheinwerfern die jüngste Lichtinnovation von Audi. Zusätzlich haben wir die obere und seitliche Kante der Lufteinlässe bewusst durch Lichtleiter akzentuiert. Diese sind ein prägendes Element unserer neuen e-tron-Lichtsignatur.“

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Für mich war der prologue Avant ein deutlich sportlicher Kombi, wenn nicht gar „Shooting Brake“ – wie etwa ein CLS Shooting Brake – doch scheinbar war dies eine Fehlinterpretation meinerseits. Denn laut Marc Lichte haben sich die Avant Modelle schon immer „durch eine extrem flache D-Säule“ ausgezeichnet. Für den Audi 100 Avant, kann ich das, wie er es beschreibt auch bestätigen. „Schon der Audi 100 Avant von 1983 hatte mit seiner flachen D-Säule für Aufmerksamkeit gesorgt und sich so gezielt von anderen Kombis seiner Zeit abgesetzt“, so Marc Lichte. Doch zuletzt war dem nicht mehr so. Die Frage, ob es bei der extrem flachen D-Säule auch im Serienmodell bleibt, blieb leider unbeantwortet.

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Vom Außen- zum Innenraumdesign, dabei gab der neue Chefdesigner schon mehr Einblick, wie wir uns in Zukunft im innern eines Audi zurecht finden.

„Wir beschäftigen uns intensiv mit der Frage, wie das Interieur der Zukunft aussehen wird. Wir sind davon überzeugt, dass einzelne Komponenten im Innenraum zu einer Einheit verschmelzen und so ein fließendes Raumkonzept entsteht. Auch in diesem Punkt machen der Audi prologue und der Audi prologue Avant ein großen Schritt. Im Interieur bieten sie eine progressive Architektur, die durch formale Klarheit überzeugt. So nehmen Applikationsleisten auch Anzeigenelemente in sich auf. Wir bezeichnen das Ganze als „dynamisches Bauhaus“. Unser Ziel ist klar wie anspruchsvoll. Wir wollen eine strikte Logik in eine dynamische Interieur-Skulptur übersetzen.“ – Marc Lichte, Leiter Design, Audi AG

Mitunter ist hier wohl ein Mix aus dem aufgeräumten Cockpit des aktuellen Audi TT und der Integration von größeren Touchbedienfeldern zu verstehen.

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Leider wurden einige Fragen im Kern nicht wirklich beantwortet, sondern elegant umgangen. Wenn dennoch Interesse am gesamten Interview (-verlauf) besteht, dann kann ich diesen gerne auch noch nachträglich online stellen.

Bilder: Audi AG

Ein Gedanke zu “Audi-Chefdesigner Marc Lichte im Interview

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